Deichbau

Kleve-Griethausen: Deichlinie wurde bereits fertiggestellt

Der Deichbau in Griethausen schreitet gut voran.

Der Deichbau in Griethausen schreitet gut voran.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve  Die Arbeiten am Oraniendeich kommen gut voran. Der Deichkörper ist quasi fertig. Das Schöpfwerk soll Anfang 2021 in Probebetrieb gehen.

Die Bauarbeiten am Oraniendeich zwischen der Emmericher Rheinbrücke und Kleve-Griethausen gehen weiter sehr zügig voran. So kann bereits für das Frühjahr 2021 mit einem Probebeginn des neuen Schöpfwerkes für den Kellener Altrhein bei Griethausen gerechnet werden.

Dies geht aus dem neuen Deichverbandsbrief hervor, der die Mitglieder über die wichtigsten Bauvorhaben informiert. Durch die langanhaltenden Trockenphase im vergangenen Jahr seien die Betonarbeiten am Schöpfwerk gut möglich gewesen. Bereits zum Jahresende seien die Bauteile, die später im Deichkörper liegen werden, fertiggestellt worden. Auch die quer zum Deich verlaufenden Druckrohre wurden bereits eingebaut und werden zu Beginn der hochwassergefährdeten Winterzeit mit Bodenmaterial bedeckt, so der Deichverband in seinem Brief.

In diesem Jahr wird das Technikgebäude erstellt sowie die technische Ausstattung eingebaut. Im Frühjahr soll ein Probebetrieb erfolgen. Die Fertigstellung des neuen Schöpfwerkes ist für das dritte Quartal 2021 geplant. Danach wird dann das alte Schöpfwerk abgerissen.

Deichkörper auf 2,9 Kilometer erstellt

Der Abriss des alten Schöpfwerkes ist auch der Grund, warum der neue Oraniendeich erst im Frühjahr 2022 für den Verkehr freigegeben werden kann. Der Deichverband teilt mit, dass auch die Arbeiten an der Deichlinie im vergangenen Jahr sehr gut vorangekommen sind. Der Erdbau ist mittlerweile auf einer Länge von 2,9 Kilometer hergestellt. Im Herbst wurde der neue Deich an den Bestandsdeich in Griethausen angebunden. Aktuell erfolge der Straßenneubau auf der Deichkrone. Damit seien wesentliche Teile der Baumaßnahme bereits umgesetzt.

In diesem Jahr erfolgt noch neben dem Neubau des Schöpfwerkes und dem Abbruch des alten Schöpfwerkes noch der Einbau eines Durchlassbauwerkes in den Straßendamm sowie den Umbau des Altrhein-Gewässerbettes zur Herstellung eines Fischaufstiegs.

Schleuse Brienen

Wenig Neues gibt es für den Bereich der Deichbausanierung Griethausen - Wardhausen. Noch immer habe die Stadt Kleve ihr Bauvorhaben für eine Sportbootschleuse nicht konkretisiert: "Daher bleibt der geplante Rückbau zur Sicherung eines einwandfreien Hochwasserschutzes für den Deichverband Xanten-Kleve unumgänglich", schreibt der Verband. Die Wiederherstellung des Schleusenbetriebes sei nicht Aufgabe des Deichverbandes.

Für Anfang 2021 werde von der Bezirksregierung Düsseldorf ein Erörterungstermin angestrebt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens habe es mehrere Stellungnahmen und Einwendungen gegeben. Die Offenlage für das Verfahren soll dann noch in diesem Jahr erfolgen, hofft der Deichverband.

Dammbalkenlager Schenkenschanz

Auf Schenkenschanz hat der Deichverband eine neues Lagergebäude errichtet, um die Dammbalken der beiden Deichtore zu lagern. Die Kosten betrugen 45.000 Euro. Das Häuschen wurde im Oktober 2020 fertiggestellt und wurde bereits von der Feuerwehr für eine Übung genutzt.

Projekte zum Gewässerschutz

Im Zuge der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist der Deichverband verpflichtet auch Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie vorzunehmen. So ist für den Kellener Altrhein eine Fischpassage im neuen Schöpfwerk vorgesehen. Die Planungen seien abgeschlossen, jetzt könne die europaweite Ausschreibung erfolgen. Die Maßnahme werde zu 80 Prozent mit Landesmitteln gefördert.

>>Wahlen zum Deichstuhl

Bei den Wahlen zum Deichstuhl und zum Deichgräfen, wurde der Klever Verbandsvorsteher Hans-Heinrich Beenen im Amt bestätigt. Er wird auch in den kommenden fünf Jahren Deichgräf für den Verband Kleve-Xanten sein.

In den Deichstuhl wurden gewählt: Johannes van Betteray, Siegfried Kemkes, Guido van Look, Andre Ploenes, Theo Leukers, Josef Lindemann, Walter Küsters, Hildegard Liebeton und Alwin Heiting.

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