Bildung

Kleve will 28,5 Millionen für Grundschulen ausgeben

Auch die Johanna-Sebus-Grundschule in Rindern soll räumlich erweitert werden.

Auch die Johanna-Sebus-Grundschule in Rindern soll räumlich erweitert werden.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve.  Kleve möchte in den nächsten Jahren auch massiv Geld für die Grundschulen ausgeben. Der Bedarf für die Ganztagsbetreuung wird deutlich steigen.

Die Stadt Kleve wird in den kommenden Jahren Millionenbeträge in die Grundschulen investieren müssen, um die gestiegenen Anforderungen für den Offenen Ganztag abzudecken und die zum Teil alten Gebäude auch zu ertüchtigen. Die Grundschule an den Linden und die Montessori-Grundschule befinden sich bereits im Bau, die Willibrord-Grundschule wird jetzt geplant. Aber auch in Rindern, Klever-Oberstadt, Materborn und Reichswalde werden die Grundschulen ausgebaut und ertüchtigt. Die Stadtverwaltung präsentierte am Mittwochabend einen Investitionskatalog mit einer groben Kostenschätzung von 28,5 Millionen Euro.

Stark steigender Ogata-Bedarf

Grundlage der Entscheidungen wird die neue Schulentwicklungsplanung des Büros Garbe & Lexis sein. Im Ausschuss präsentierte Ulrike Lexis die Ansprüche für den Offenen Ganztag. Demnach benötigt Kleve bis zum Jahr 2022 zusätzlich zehn Gruppen, um 923 Plätze anbieten zu können. Heute verfügt die Stadt über 27 Ogata-Gruppen, in denen die Schüler außerhalb des regulären Unterrichts mit unterschiedlichen Angeboten betreut werden. Bislang liegt die Quote der betreuten Kinder im Verhältnis zur Gesamtkinderzahl bei 38 Prozent. Nicht miteingerechnet ist die „8 bis 1-Betreuung“. Rechnet man diese hinzu, ist die Betreuungsquote schon heute zum Teil zwischen 60 und 75 Prozent.

Sonja Northing wirbt für 75-Prozent-Quote

Bürgermeisterin Sonja Northing wirbt dafür, diese Quote auf 75 Prozent auszubauen. „Wenn wird das schaffen, wäre Kleve als Bildungsstandort einmalig“, so Northing. Dies hätte allerdings enorme Investitionen zur Folge, um den gestiegenen Raumbedarf abzudecken. Im Jahr 2023 müsste Kleve dann 54 Gruppen anbieten, für 1391 Ogata-Plätze: „Das ist ,krass’ kann man sagen“, so Ulrike Lexis. Sie deutete an, dass es ab dem Jahr 2025 einen Rechtsanspruch auf einen Ogata-Platz geben kann. Dann wäre Kleve auch gezwungen, diese Investitionen zu tätigen. Lexis warb dafür, den Offenen Ganztag mit ausreichend viel Personal auszustatten. Das würde am Ende den Raumbedarf verringern, da man kleinere Gruppen in kleineren Räumen bilden könne. Größere Räume seien in Grundschulen in der Regel rar gesät. Die Ogata-Gruppen sollten nicht mehr als 25 Kinder umfassen.

Die 75 Prozent-Quote wird bei den Grundschulen An den Linden und Montessori nach der Fertigstellung erreicht. Auch die Willibrord-Schule in Kellen wird so gebaut, dass die Marke erreicht wird. Die Grundschule wird dann für vier Klassenzüge ausgelegt. Der Schulbetrieb soll 2021/2022 unter den neuen Bedingungen aufgenommen werden können.

Ausbau der Grundschulen

Ausgebaut werden auch die Karl-Leisner-Grundschule und die Marienschule in Materborn. Die Karl-Leisner wird vierzügig ausgebaut und erhält gut 1000 Quadratmeter mehr, während die Marienschule dreizügig wird und gut 1200 Quadratmeter zusätzlich erhält. In Rindern und Reichswalde bleiben die Schulen zweizügig. Allerdings werden auch hier Gebäudeerweiterungen von jeweils 400 Quadratmeter vorgenommen. Die Planungen beginnen hier im Jahr 2024.

Politik ist mit Plänen zufrieden

Die Klever Politik ist mit den Plänen grundsätzlich einverstanden – auch wenn sie viel Geld kosten. Jörg Cosar sagte, dass die CDU den Investitionen zustimmen wird. „Wir halten das Programm allerdings für ausgesprochen ambitioniert. Wir sind mittlerweile von einem Misstrauen geprägt, wenn es um die Umsetzung von Schulgebäuden geht.“ Die Kostenschätzung von 28,5 Millionen Euro hält Cosar sogar für knapp gerechnet: „Diese Summe wird mit Sicherheit nicht zu halten sein. Aber Bildung ist das höchste Gut.“

Stefan Welberts (SPD) hält den Vorschlag, den Offenen Ganztag zu stärken, für verantwortungsvoll und zukunftsweisend: „Wir sollten nicht darauf warten, bis der Rechtsanspruch für Eltern da ist, sondern schon vorher handeln.“

Kämmerer Willibrord Haas erinnerte daran, dass von 28,5 Millionen Euro ja bereits 13 Millionen Euro genehmigt worden seien und für die Karl-Leisner-Grundschule und die Montessorischule gerade verbaut werden. „Das halbe Programm ist schon in der Umsetzung“, so Haas. Gleichwohl hält auch er den Zeitplan für die Willibrord-Schule für ambitioniert. „Aber wir arbeiten hier nicht im Bestand und können dort richtig ,rödeln’“, so Haas.

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