Sportentwicklungsplan

Klever Leichtathletikanlagen kosten 1,1 Millionen Euro

Der neue Parkplatz des Sportzentrums Oberstadt ist weiterhin gesperrt. Die Stadt möchte von der Geradeausspur der Materborner Allee das Linksabbiegen ermöglichen.

Der neue Parkplatz des Sportzentrums Oberstadt ist weiterhin gesperrt. Die Stadt möchte von der Geradeausspur der Materborner Allee das Linksabbiegen ermöglichen.

Foto: Niklas Preuten

Kleve.  Sachstandsbericht zum Sportentwicklungsplan zeigt Kosten für die Arbeiten im Hoffmann-Stadion auf. Skepsis gegenüber einem Sportzentrum Düffel.

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Für die Ertüchtigung der Leichtathletikanlagen im Sportzentrum 1. FC Kleve/Gustav-Hoffmann-Stadion liegt nun eine Kostenschätzung auf dem Tisch: Gut 1,1 Millionen Euro soll die Baumaßnahme nach den Berechnungen eines von der Stadt beauftragten Architektenbüros kosten. Das teilte Heinz-Josef van Meegeren vom Fachbereich Schulen, Kultur und Sport den Mitgliedern des Sportausschusses nun mit.

Für das Geld soll die bisherige Tennenumlaufbahn in eine Kunststofflaufbahn umgewandelt sowie die Hochsprung- und Weitsprunganlagen erneuert werden. Die Stadt denkt zudem darüber nach, das Rasenspielfeld in der Länge an zwei Seiten um jeweils zwei bis drei Meter zu verlängern, damit auf dem Platz auch American Football gespielt werden kann.

Container für knapp 50.000 Euro im Sportzentrum Oberstadt

Der Sachstandsbericht zum Sportentwicklungsplan, den van Meegeren der Politik präsentierte, nimmt außerdem die Getec-Arena des 1. FC Kleve in den Blick. Demnach sei der städtische Fachbereich Gebäudemanagement zwischenzeitlich beauftragt worden, die Kosten für eine Fassadensicherung durch den Einbau von Fenstern und Türanlagen einschließlich Verglasung sowie die Kosten für Sanitär- und Elektroaufwendung für die obere Tribünenetage zu ermitteln. Ein Ergebnis liege noch nicht vor, so van Meegeren.

Dagegen ist nun klar, wie teuer der Stadt die Umkleide- und Duschcontainer im Sportzentrum Oberstadt kommen. „Es ist mit Kosten von 49.500 Euro für drei Jahre zu rechnen“, sagte Heinz-Josef van Meegeren. Dem SSV Reichswalde war vertraglich zugesichert worden, dass bis zur Fertigstellung eines neuen Funktionsgebäudes die Container gestellt werden. Zuvor muss jedoch noch eine Baugenehmigung erteilt und die Aufstellfläche inklusive Ver- und Entsorgungsleitungen vorbereitet werden.

Warten auf die Zustimmung von Straßen NRW

Auch bei der Nutzung des bereits fertig gestellten Parkplatzes müssen sich die Sportler weiter gedulden. „Wir warten täglich darauf, dass sich Straßen NRW meldet“, stellte van Meegeren fest. Der Fachbereich Tiefbau hatte Ende Mai dem Landesbetrieb als Straßenbaulastträger vorgeschlagen, das Linksabbiegen auf die Parkplatzzufahrt von der vorhandenen Geradeausspur der Materborner Allee Richtung Reichswalde für ein Jahr testweise zu erlauben.

Zudem soll westlich der Einmündung zur Tilsiter Straße eine Bedarfsampel für Fußgänger installiert werden. Im Bereich des neuen Parkplatzes gilt auf der Materborner Allee bereits das reduzierte Tempo 50. Die anfangs ebenfalls bestehende Idee eines Kreisverkehrs ist nicht umsetzbar. „Dafür müsste die Belastung auf allen Verkehrsarmen in etwa gleich sein“, erklärte Bernhard Klockhaus, Leiter des Fachbereichs Tiefbau.

Vereine wollen kein Sportzentrum Düffel

Kontrovers diskutierte der Sportausschuss über die Empfehlung aus dem Sportentwicklungsplan, ein Sportzentrum Düffel für die Vereine SV Donsbrüggen, DJK Kleve, Nordwacht Keeken, SV Rindern und Vorwärts Schenkenschanz zu errichten. Eine Verwirklichung an einem zentralen Standort sei nicht möglich, da keine geeigneten Flächen in ausreichender Größe zur Verfügung stünden, heißt es dazu im Sachstandsbericht.

In einem ersten Gespräch mit Vertretern der betroffenen Vereine hätten diese sich zudem gegen die Aufgabe der bisher genutzten Sportanlagen, aber für einen zusätzlichen, gemeinschaftlich genutzten Kunstrasenplatz für die Wintermonate ausgesprochen. „Ich kann das nachvollziehen“, sagte Bürgermeisterin Sonja Northing. „Die Vereine sehen ihre Identität in den Ortschaften.“

Liffers: Idee nicht vorschnell begraben

Werner Liffers (CDU) stimmte zu, „den Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Trotzdem muss man auch die Kosten in Betracht ziehen und einen Kompromiss finden. Dafür braucht es eine positive Grundhaltung, die ich bei der Stadt vermisse“, sagte Liffers. Er warnte davor, die Idee eines Sportzentrums Düffel vorschnell zu begraben, auch wenn die Verwirklichung schwierig sei. Zudem kritisierte er deutlich, dass die Verwaltungsvorlage keine Angaben zu den finanziellen Auswirkungen mache.

„Das ist ein Sachstandsbericht – mehr nicht“, betonte Northing. Sie werde in weiteren Gesprächen für eine Zentralisierung werben. „Doch es gilt zur Kenntnis zu nehmen, dass es Bedenken gibt“, so die Bürgermeisterin, die von Josef Gietemann (SPD) Unterstützung bekam: „Die Ortschaften haben bereits alles Mögliche verloren. Was bleibt denn noch vom dörflichen Leben?“

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