WfG-Sommertour

Kranenburger Innovationsschübe für die Verpackungsindustrie

Sie blickten in die Produktionshallen (von links): A&E-Geschäftsführer Stefan Opgenorth, Kämmerer Ferdinand Böhmer, Bürgermeister Günter Steins, A&E-Geschäftsführer Johannes Jansen, Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers und Ingrid Quartier-Jansen.

Sie blickten in die Produktionshallen (von links): A&E-Geschäftsführer Stefan Opgenorth, Kämmerer Ferdinand Böhmer, Bürgermeister Günter Steins, A&E-Geschäftsführer Johannes Jansen, Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers und Ingrid Quartier-Jansen.

Foto: Wirtschaftsförderung Kreis Kleve

Kranenburg.  Die Kreis-Wirtschaftsförderung besuchte auf ihrer Sommertour den Maschinenbau-Spezialisten Project Automation & Engineering.

Im Kranenburger Gewerbegebiet „Im Hammereisen“ entsteht von der Öffentlichkeit fast unbeachtet Technik, die unseren alltäglichen Konsum stark beeinflusst. „Niemand im Kreis Kleve kennt uns, aber jeder hatte uns schon einmal in der Hand“, sagt Johannes Jansen, Geschäftsführer von Project Automation & Engineering (A&E), bewusst überspitzt.

Der Maschinenbau-Spezialist hat ein Gerät entwickelt, das automatisch die Tragegriffe an Getränke-Gebinden anbringt. Endverbraucher können ein Sixpack so mit einer Hand tragen. Coca-Cola, Pepsi, Heineken: Die Großen der Getränkeindustrie arbeiten mit dem mittelständischen Unternehmen zusammen, das ein Hidden Champion ist, ein Weltmarktführer in einem Nischen-Marktsegment.

Knapp 100 Mitarbeiter

Doch die Kranenburger Produktionshallen verlassen nicht nur Maschinen, die aus der weltweiten Verpackungsindustrie nicht wegzudenken sind. Die 1989 in Donsbrüggen gegründete Project-Unternehmensgruppe mit ihren knapp 100 Mitarbeitern fasst neuerdings auch Fuß im rasant wachsenden Markt der kollaborierenden Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten. „Für uns ist das die Technik der Zukunft“, sagt Jansen, der gemeinsam mit seinem Geschäftsführerkollegen Stefan Opgenorth die Gäste der „Sommertour Innovation“ der Kreis-Wirtschaftsförderung durch die Hallen führt.

Die fahrenden Roboter erlernen eigenständig ihre Umgebung und können in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. „In Krankenhäusern können sie bei der Essensausgabe helfen, im Rathaus als Postbote unterwegs sein oder in Betrieben Produkte hin und her transportieren“, zählt Johannes Jansen auf.

Dabei möchte er die Automatisierung nicht als Arbeitsplatzvernichtung verstanden wissen. „Der Zeitgewinn muss sinnvoll genutzt werden, in der Pflege etwa im direkten Kontakt mit den Menschen. Stellen zu streichen ist der falsche Weg“, betont der A&E-Geschäftsführer. „Bei vielen Firmen stehen jedoch die Maschinen still, weil zum Bedienen das Personal fehlt. Durch die Automatisierung lässt sich der Umsatz erhöhen.“ Entsprechend hoch sei derzeit die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen, haben die Kranenburger festgestellt.

Dass Jansen und Opgenorth für die nächsten zwei Jahre ein Wachstum von 25 Prozent anpeilen, hängt jedoch nicht allein mit dem Roboter-Geschäft zusammen. Auch in der Verpackungstechnik kündigt sich ein Innovationsschub aus dem Hause Project Automation & Engineering an, der dem wachsenden Umweltbewusstsein Rechnung trägt. „Die Fridays-for-Future-Bewegung hat einiges in Bewegung gebracht. Folienverpackung treten immer weiter in den Hintergrund, dafür geht der Trend zu Papierverpackungen. Das ist eine positive Entwicklung für uns“, stellt Johannes Jansen fest. Eine neue Maschine soll mit einer speziellen Prägetechnik umweltfreundlichere Papierbanderolen möglich machen.

Der Sondermaschinenhersteller hält engen Kontakt zu den Hochschulen Niederrhein und Rhein-Waal. „Auch deswegen haben wir kein Problem, Mitarbeiter zu finden. Einige haben nach dem Studium hier einen Job angenommen“, sagt Jansen, der wie Stefan Opgenorth aus Nütterden stammt. „Unsere Region ist nicht ganz so schlecht“, meint der Geschäftsführer. Besonders nach Geschäftsreisen um den Globus werde ihm das bewusst. Zum Beispiel auf der morgendlichen Fahrt mit dem Rad zur Arbeit.

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