Integration

Lebenshilfe will ein inklusives Wohnquartier für Kleve

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Das von der Lebenshilfe geplante Wohnquartiert an der Wagner- und Beethovenstraße in Kleve.

Das von der Lebenshilfe geplante Wohnquartiert an der Wagner- und Beethovenstraße in Kleve.

Foto: Lebenshilfe

Kleve.  Ab April will die Lebenshilfe in Kleve den Neubau eines einzigartigen, inklusiven Wohnviertels für Menschen mit und ohne Handicap realisieren.

Die Zeichen stehen auf Innovation - und Inklusion. Das Ergebnis eines umfangreichen Vorbereitungsprozesses heißt „lnklusives Quartier Wagnerstraße“ und wird in der geplanten Form bisher einzigartig im Klever Raum sein: Ab April dieses Jahres soll der Bau eines inklusiven Wohnquartiers an der Wagner- und Beethovenstraße in Kleve die Schatten eines besonderen Projektes voraus werfen. An der Stelle des heutigen Wohnhauses für Menschen mit Behinderung entsteht unter dem Dach der Lebenshilfe gGmbH ein neues Wohnquartier für Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarfen. Und dies in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kindertagesstätte Lebensfluss sowie den Einrichtungen und Geschäften der Klever Oberstadt.

Den Menschen soll eine Teilhabe ermöglicht werden

„Wir möchten allen Menschen Teilhabe ermöglichen und sie mit starken Leistungen unterstützen“, fasst Stephan Roman Brockschmidt als Geschäftsführer der Lebenshilfe gGmbH - Leben und Wohnen Kleve zusammen. Das Motto unseres Unternehmensleitbildes: „Miteinander leben - füreinander da sein“ soll Menschen Raum für Begegnung, bürgerschaftliches Engagement, gemeinsame Aktivitäten und Teilhabe bieten. Ziel ist es, dass alle Mieter die Quartiersgemeinschaft als „echtes Kollektiv erfahren“, wie es in der Konzeption heißt. Während Menschen mit Assistenzbedarf ihre Selbstständigkeit und Selbstbestimmung in Kombination mit Unterstützungsangeboten erfahren, können Mieter ohne Handicap, nach ihren individuellen Möglichkeiten, Hilfen im Rahmen eines gelebten Quartier-Miteinanders anbieten.

„Gerade in der aktuellen Corona-Situation offenbart sich uns allen die große Bedeutung gegenseitiger nachbarschaftlicher Unterstützung. Die zukünftigen Mieter können mithelfen, die Grundideen eines inklusiven Wohnquartiers zu verwirklichen, indem sie die Möglichkeit wahrnehmen, sich mit ihren Ideen, Wünschen und Kompetenzen aktiv in die Quartiersgemeinschaft einzubringen“, erläutert Manfred Gossen als Projektentwickler der Lebenshilfe Kleve. „Ein optimales Forum für bürgerschaftliches Engagement“, ergänzt Stephan Roman Brockschmidt.

Seit 2018 beteiligt sich die Lebenshilfe an der von der Stadt Kleve initiierten Quartierentwicklung unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Rhein-Waal. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden auch Bewohner des der Lebenshilfe Einrichtung in der Wagnerstraße zu ihren Lebens- und Wohnwünschen befragt. Was genau wird dort nun entstehen? Im „lnklusiven Quartier an der Wagnerstraße“ sollen künftig Mieter mit unterschiedlichen Teilhabe- oder Pflegebedarfen sowie Mieter ohne Handicap leben und wohnen können. Dazu werden neun inklusive, zum Teil rollstuhlgerechte Apartments mit Größen von 45 bis 65 Quadratmeter errichtet. In diesen inklusiven Apartments können Menschen mit und ohne Hilfe-, Pflege­ und Teilhabebedarfen attraktiven Wohnraum finden. Ihnen steht unter anderem ein Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

In den Gebäuden sollen barrierefreie Wohngemeinschaften entstehen

Darüber hinaus sollen drei barrierefreie Wohngemeinschaften für jeweils sechs Personen mit Teilhabe­ und Pflegebedarfen entstehen. Ein geschützter, sonniger Innenhof mit Grünanlagen macht den Aufenthalt im Freien zudem besonders attraktiv. Zusätzlich sind im Staffelgeschoss sieben barrierefreie Mietwohnungen von 60 bis 110 Quadratmeter mit großen Dachterrassen vorgesehen. Eine Tiefgarage bietet 18 Stellplätze sowie die Möglichkeit, E-Bikes und E-Mobile abzustellen und aufzuladen. Vervollständigt wird das Lebenshilfe-Projekt durch die Schaffung eines Quartiersstützpunktes mit großzügigen räumlichen Gegebenheiten für Begegnung, Beratung, Hilfestellung und Freizeitgestaltung.

Der Quartiersstützpunkt soll allen Bürgern des Klever Stadtviertels offenstehen

Der Quartiersstützpunkt soll nicht nur den Bewohnern des „Inklusiven Quartiers Wagnerstraße“, sondern allen Bürgern des Klever Stadtviertels zwischen Merowingerstraße, Linden-, Hoffmann- und Königsallee als Treffpunkt und zentrale Anlaufstelle offenstehen. Das Projekt wird größtenteils mit öffentlichen Fördermitteln finanziert. „Wir planen, sobald es möglich ist, für die Anwohner der Wagner- und Beethovenstraße eine Informationsveranstaltung“, erläutert Stephan Roman Brockschmidt, „schon jetzt freuen wir uns auf den Start eines innovativen Projektes und eine besondere Gemeinschaft.“

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