Parookaville

Parookaville startet: Donnerstag öffnet Campsite in Weeze

Parookaville 2019 am Tag vor der Eröffnung

Parookaville 2019 am Tag vor der Eröffnung

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Weeze / Kreis Kleve.  85.000 zahlende Gäste auf 155.000 Quadratmetern: Das Electronic-Music-Festival Parookaville 2019 in Weeze geht mit Superlativen ins fünfte Jahr.

„Ich bin gestern Abend mit dem Fahrrad durchgefahren. Es ist eingeleuchtet noch etwas toller als erwartet“, hat Bernd Dicks mächtig Spaß am eigenen Projekt. Er und seine beiden Partner aus Parookaville (Norbert Bergers und Georg van Wickeren) ließen aus einer lokalen Beachparty Deutschlands größtes Electronic-Music-Festival wachsen, nun im fünften Jahr.

85.000 zahlende Gäste aus 45 Ländern (davon 90 Prozent aus Deutschland) tummeln sich zwischen Donnerstag auf 155.000 Quadratmetern Fläche. Und nimmt man die internationale Zählweise der Festivals, die jeden Programmtag zum anderen addieren, dann sind es 210.000 Besucher in der Stadt Parookaville – sie ist somit ein bisschen größer als „Tomorrowland“ (Belgien). Aber Parookaville wird nun auch breiter wahrgenommen. Das britische Boulevardblatt „The Sun“ und französische Medien berichten.

Für die täglich 70.000 Einwohner der Stadt-auf-Zeit stehen 3,5 Millionen Liter Trinkwasser kostenlos bereit und 50.000 Liter Bier in Tankwagen (gegen Bezahlung mit Tokens). Es gibt Einwegbecher, weil das Wasser-Erwärmen und Spülen deutlich umweltschädlicher wäre.

1.600.000 Meter Klopapier liegen bereit

Das Abwasser aus den sauberen Unterdruck-Toiletten – für die 1.600.000 Meter Klopapier bereit gehalten werden – wird abgepumpt und in Klärwerken Goch und Kevelaer entsorgt.

Parookaville 2019 - das sollte kein Besucher verpassen

Die Mainstage von Parookaville ist natürlich noch geheim. Verraten wird hier nur, dass sie 200 Meter Breite und 36 Meter Höhe misst. Teile der Vorjahres-Stage sind verbaut an andere kleinen Bühnen und Bunkern.

140 Sattelschlepper bringen Bühnen-Material

140 Sattelschlepper haben das Baumaterial für die Bühnen beschafft, die mit 2100 Quadratmetern LED-Flächen in Szene gesetzt werde. Die technischen Daten dazu bekamen die 300 Künstler vorab, aber die meisten DJs sind dann doch überrascht vom Original.

Allein zwölf der Stars reisen mit dem eigenen Privatjet nach Weeze Airport an. Zweien, die gestern noch auf die Idee kamen, Freitag mal eben hier landen zu wollen, musste Bernd Dicks dann absagen: Die Bezirksregierung braucht etwas Vorlauf zur Genehmigung.

Zusammenarbeit mit Behörden läuft reibungslos

Mittwochabend lief der Check, ob die Lichter des Festivals auf Airportgelände nach wie vor nicht den Flugbetrieb stören. Bernd Dicks beschreibt: „Lampen an – und wenn die hereinkommenden Piloten sagen: ‘Jou, passt’, dann passt es.“

Die Zusammenarbeit mit den Behörden läuft reibungslos. Mittwoch gab es die letzte Bauabnahme, die letzten Rundgänge mit Ordnungsamt, Polizei, Sicherheitsdiensten, Rettungsdiensten.

Prominente auch im Publikum

Promis sieht man nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum, wieder einige Fußballer, auch Comedians. Oliver Pocher, der ja beim Parookaville seine Freundin lieben lernte, kommt auch. Apropos Liebe, die steht nicht nur im Leitspruch „Wahnsinn, Liebe und pure Glückseligkeit“, sondern auch bei den Besuchern oben an.

Es wird wieder in der Warsteiner-Church geheiratet, diesmal etwas bunter, Diversity. Und ein Besucher hat sich ein paar mehr Worte „gekauft“, die er neben den Tausenden Namen anderer PV-Fans auf dem Sockel des Standbildes von Bill Parooka eingravieren lässt: „Willst du mich heiraten?“. Bernd Dicks würde „zu gern daneben stehen bleiben, um zu gucken, wer das war“.

Im Wald steht ein Wunschbrunnen

Aber er hat wohl am Wochenende am meisten Stress. „Alle anderen sollen entspannen“, in Hängematten, im Wäldchen – diesmal mit einem Wunschbrunnen – , auf Bänken, Wiesen, einer Schaukel, in einer der 36 Gondeln am Riesenrad der Kirmes oder auf eingebuddelten Ruderbooten im Desert-Valley. Mit Flausch eingepackt ist ein gespendeter Bus in dieser musikumfluteten Wüste. Da agiert auch Daniel Danger (1Live). Andere „abgefahrene Leute“ wie Menderes (DSDS) haben am Brainwash ihr Domizil.

Die Bühne von Bill’s Factory bekam ein größeres Vordach, denn beispielsweise Lost Frequencies spielt hier ein Live-

Set zusätzlich zum DJ-Auftritt. Querbeat aus Köln und die 257er haben da Platz für 15.000 Zuhörer bei ihrem HipHop-Battle. 45.000 Menschen könnten vor der Mainstage stehen, aber sie lassen sich erfahrungsgemäß Platz zu Tanzen und drängeln nicht.

Alte Container kreativ verarbeitet

Ein Schreiner und ein Schlosser wurden angestellt, um die Überseecontainer und Teile alter Stages zu neuem Hinguckern umzubauen, erdacht vom Kreativkopf Stefan Dicks (Firma Bora Bora Weeze).

„Become the best version of yourself“

„Frei sein“ steht als Motto über allem. „Become the best version of yourself“. Erstmals können Gruppen ihre Totem-Fahnen im Gelände selbst bauen und Zelte im Camp up-stylen. Die Campsite wurde hochwertiger mit Holzbohlen hergerichtet, auf dass die 40.000 Camper sie sauberer und ordentlicher hinterlassen.

Mitbringen müssen sie ja eigentlich gar nicht viel, denn man kann alles kaufen im Pennystore, dem größten der Welt – 2400 qm am Baseground-Zeltplatz mit 18 Kassen und 1800 qm am Mellow-Field mit zehn Kassen. Die 600 Mitarbeiter im 24-Stunden-Laden bewerben sich bundesweit immer schon ab September, um dabei sein zu dürfen.

VERKEHR NACH PAROOKAVILLE UND NACHTS ZURÜCK

Das Verkehrskonzept für die Anreise zum Parookaville-Festival sieht vor, wieder die Straße Hülmer Deich ausschließlich am Donnerstag, 18. Juli, zur Einbahnstraße zu machen. So können die Campinggäste schneller auf Parkplätze eingewiesen und das gesamte Straßennetz in Weeze entlastet werden. Die Veranstalter erwarten rund 12.000 PKW auf dem Weg zur Campsite, die meisten Donnerstag am Vormittag zwischen 7 und 11 Uhr.

Die vorhandenen Straßenkapazitäten ab den A-57-Abfahrten Uedem und Goch werden durch das detaillierte Verkehrskonzept wieder möglichst optimal genutzt. Ausweich- und Entlastungsrouten sind – sofern vorhanden – vorbereitet und bereits beschildert. Dennoch ist mit Rückstaus und Wartezeiten zu rechnen.

Das Parookaville-Team kaufte Sonderschienenverkehr ein mit mehr Bahn-Waggons für die Hinfahrten und zusätzlichen Bussen nachts (in Zusammenarbeit mit dem VRR). Drei Buslinien sind organisiert: einer zu allen kleineren Bahnhöfen im Umkreis, einer direkt nach Krefeld, einer direkt nach Duisburg.

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