Stadtplanung

Planungsbüro stellte Lichtkonzept für Kalkar vor

Das Museum Kalkar bei Nacht. So angestrahlt ist es nur selten.

Das Museum Kalkar bei Nacht. So angestrahlt ist es nur selten.

Foto: Stadt Kalkar

Kalkar.  Das Planungsbüro „licht raum stadt planung“ stellte dem Planungsausschuss Kalkar ein Lichtkonzept vor. Ideen die Altstadt in Szene zu setzen.

Der historische Kalkarer Stadtkern mit seinen hübschen Gebäuden aus der Spätgotik, mit Treppengiebeln aus dem 16. Jahrhundert, der imposanten Nicolaikirche oder dem Zwiebeldach-Turm der evangelischen Kirche begeistern Besucher wie Kalkarer Bürger gleichermaßen. Aus Sicht des Wuppertaler Planungsbüros „licht raum stadt planung“ könnte man die Pfunde, mit der die Stadt wuchern kann, aber wesentlich besser in Szene setzen. Von Rat und Ausschuss im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes beauftragt, setzten sich die Planer mit einem Lichtkonzept auseinander, das Uwe Knappschneider am Donnerstagabend dem Bau-, Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss vorstellte.

Der Anteil an Streulicht ist hoch, die Farbwiedergabe schlecht

„Es gibt in der Stadt nur wenige angestrahlte Architekturen“, befand der Stadt- und Lichtplaner gleich zu Beginn. Der Anteil an Streulicht sei hoch, die Farbwiedergabe eher schlecht. „Die schönen Baukörper sind nur in Fragmenten abgebildet“, bemängelte Knappschneider in seiner Analyse. Hinzu kämen veraltete Anlagen bei einer Vielzahl von verschiedenen Leuchten.

Aus Sicht der Wuppertaler Planer verschenkt die Stadt Kalkar Potenzial, um seine schöne Altstadt buchstäblich in ein besseres Licht zu setzen. „Das Rathaus, die Nicolaikirche und die evangelische Kirche werden gar nicht angestrahlt, auch das städtische Museum liegt nahezu im Dunkeln“, sagte Knappschneider.

Stege sind nicht ins rechte Licht gerückt

Auch die Stege zwischen den Hauptachsen der Stadt oder die Wallanlage, die so charakteristisch seien für Kalkar, oder der Platz an der Zitadelle würden einfach nicht ins rechte Licht gerückt. Hier sah Knappschneider Möglichkeiten für „identitätsstiftende Plätze und Räume“.

Angesehen hat sich das Planerbüro auch die Beleuchtung von Parkplätzen wie etwa dem Marktplatz als „Herzstück in der Stadt“. „Das Licht ist vorwiegend gelblastig, die vielen unterschiedlichen Leuchten geben allenfalls diffuses Licht mit sehr unterschiedlicher Streuung.“

Auch Einzelhandel wurde bewertet

Bewertet hat das Büro auch den Einzelhandel. Es gebe nur wenige Positivbeispiele, und die Schaltzeiten seien uneinheitlich, kritisierte Knappschneider. Was also tun? Die Lichtspezialisten schlugen der Stadt eine „effiziente und brillante Funktionalbeleuchtung“ vor und „Licht nach Bedarf“. Konkret heißt das, eine raumwirksame Beleuchtung der Architektur zu schaffen mit Blickachsen, mit Sicht auf die Gebäude schon aus der Entfernung.

Mit Licht akzentuieren

Uwe Knappschneider regte an, die sogenannten Raumkanten der architektonischen Schönheiten mit Licht zu akzentuieren. So wäre es zum Beispiel denkbar, ausgewählte Gebäude wie den Treppengiebel des Museums zu beleuchten, die Konturen dadurch hervorzuheben und nachts sichtbar zu machen. „Wir wollen Orientierung geben durch Licht“, erklärt der Planer.

Er schlug außerdem eine Reduzierung der bestehenden Leuchtenvielfalt vor, empfahl der Stadt „warmweißes“ Licht und eine verbesserte Lichtqualität durch LED. „Wichtig sind Brillanz und Atmosphäre“, betonte Knappschneider. Gleichzeitig verringere man mit einer entsprechenden Auswahl die Emissionen und die aktuell viel diskutierte „Lichtverschmutzung“.

Die Umsetzung eines solchen Konzeptes ist aus Sicht des Planers auf fünf bis zehn Jahre angelegt. Würden alle Vorschläge realisiert, rechnet Knappschneider mit Kosten von circa 100.000 Euro jährlich für den Stadtkern.

Das Konzept soll weiter verfolgt werden

Die Mitglieder des Ausschusses und auch der städtische Oberbaurat Frank Sundermann zeigten sich angetan von den Vorschlägen des Planungsbüros, das sein Konzept nun weiter verfolgen solle. Geplant ist unter anderem eine Bürgerbeteiligung und die provisorische Beleuchtung von Gebäuden.

Vorsitzender Carsten Naß (CDU) regte jedoch an, zunächst die geplante Umgestaltung in den Bereichen der Stadteingänge Hanselaerer und Altkalkarer Straße abzuwarten, bevor man über die komplette Umsetzung eines Lichtkonzepts beschließe. Hier soll bekanntlich die Benutzung der Straßen für Fußgänger und Radfahrer gemeinsam verändert werden (shared space).

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