Schule

Schulbau in Weeze: „Wir reden über Millionen“

Petrus-Canisius-Schule Weeze – die Grundschüler könnten hier ausziehen, eine Initiative vorübergehend einziehen, ist die Idee.

Petrus-Canisius-Schule Weeze – die Grundschüler könnten hier ausziehen, eine Initiative vorübergehend einziehen, ist die Idee.

Foto: Marie-Christin Bauer / Gemeinde Weeze

Weeze.  Die Weezer Grundschule zieht in leere Gesamtschule. Aber die Elterninitiative Kokon bekommt trotzdem eine Chance auf Gründung einer Schule.

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Die Weezer bleiben aufgeschlossen: Einerseits favorisierten der Schulausschuss am Montag und der Rat am Dienstag, dass die Petrus-Canisius-Grundschule Weeze tatsächlich in den leergezogene Gesamtschule an der Bodelschwinghstraße umziehen wird. Gleichzeitig aber gibt es eben keine Absage an die Elterninitiative Kokon, die ebenfalls dort einziehen wollte.

Sowohl die Verwaltung als auch die Lokalpolitiker fanden das Konzept der Kokon-Gruppe so tragend, dass sie einer neuen weiterführenden Schule in der Gemeinde den Boden ebnen wollen. Auch, wenn es etwas kostet. „Wir reden über Millionen“, sagt Kämmerer Johannes Peters der NRZ auf Anfrage.

Alle Abschlüsse sollen angeboten werden

Wie berichtet, hatten Lehrer und Eltern der Petrus-Canisius-Grundschule spät, erst in ihrer Schulkonferenz Ende September, beschlossen, den Antrag an die Stadt auf Umzug in das Gebäude der Gesamtschul-Zweigstelle (Hauptstandort Kevelaer) zu stellen. Grund: Das Grundschulgebäude sei nicht in allen Bereichen barrierefrei und könne im Ortskern nicht expandieren.

Dennoch gibt es das Angebot an die Elterninitiative Kokon, hier dem bisherigen Grundschulgebäude an der Wasserstraße erst mal mit ein, zwei Klassen ihren Anfang zu nehmen. Aber die Kokon-Schule will im Laufe der Zeit in die Oberstufe hinein wachsen. Die Elterngruppe plant, alle schulischen Abschlüsse anzubieten, ähnlich einer Gesamtschule, aber nach offenem Vorbild der „Freien Gesamtschule Facettenreich“ in Sevelen.

„Die Grundschule Petrus Canisius wird den räumlichen Anforderungen auf Dauer nicht genügen. Wir brauchen eine langfristige Perspektive“, sagt Fachbereichsleiter der Gemeindeverwaltung Johannes Peters der NRZ. Da werde wohl ein Neubau an anderer Stelle nötig. „Gespräche laufen.“ Erst, wenn fest steht, wo künftige Jahrgänge dauerhaft ein Schuldach überm Kopf haben, kann ein entsprechender Gründungsantrag auf eine private weiterführende Schule in Weeze an die Bezirksregierung gestellt werden.

Eine Privatschule wäre möglich

„Eine öffentliche Schule werden wir in Weeze nicht hin bekommen“, weiß Peters. Weil es in diesem Schuljahr nicht genügend Anmeldungen für die Gesamtschul-Dependance gab, musste sie ja in Weeze überhaupt geschlossen werden. Auch künftig seien vorgeschriebene Schülerzahlen für zwei Züge einer Zweigstelle oder drei Züge einer anderen Schulform „sehr unwahrscheinlich“, urteilt Peters. Für eine Privatschule aber, bei der Eltern einen Eigenanteil je nach Gehaltsstufe zahlen sollen, gilt keine Schülerzahl-Beschränkung (obwohl auch da das Land die Haupt-Finanzierung übernimmt).

Einen Neubau müsste die Gemeinde Weeze als Schulträger komplett übernehmen, „mit Re-Invest aus der Miete“, sagt Kämmerer Peters. Es sei unrealistisch, dass ein privater Investor als Förderer bereit wäre, ein Haus zu bauen, bei dem keine auskömmliche Miete zu erwarten sei.

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