Binnenschifffahrt

Tuckern auf dem Rhein ohne Ruß und Gestank

Die Binnenschiffer-Messe in Kalkar beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Umwelt“.

Die Binnenschiffer-Messe in Kalkar beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Umwelt“.

Foto: FFS

Kalkar.   Am 26. September findet in Kalkar die einzige deutsche Fachmesse für Binnenschifffahrt statt. Mehrere Hotels in der Umgebung sind ausgebucht.

Am Anfang, vor fünf Jahren, waren alle noch skeptisch, ob das wohl etwas wird: eine Fachmesse für Binnenschifffahrt in Kalkar. Heute sind Messe und Standort etabliert. „Anfangs hatten wir noch einige Denkfehler“, gibt Projektmanager Leon Westerhof zu. Er hat sich ausgiebig mit der Materie vertraut gemacht, mit Vertretern von Verbänden, Vereinen und Firmen gesprochen und verfügt nun über das, was vermutlich auch die zahlreichen Fachbesucher erwarten: ein Netzwerk.

Am 26. September öffnet die zweitägige Messe STS (Shipping Technics Logistics) auf dem Gelände des Wunderlands Kalkar wieder ihre Pforten. Das Thema, das auch einige der inzwischen 237 Aussteller aus Deutschland, den Niederlanden und vielen anderen europäischen Ländern abbilden, lautet: Umwelt. „Hierzu wird es am zweiten Tag auch mehrere Fachvorträge geben“, so Westerhof. Hochkarätige Referenten sind auch beim „Forum Binnenschifffahrt“ angesagt, dem wichtigsten Branchentreffen des Jahres. Das fand früher mal in Duisburg oder anderen großen Städten statt. Seit vier Jahren hat es seinen Standort in Kalkar – während der Messe.

Probleme mit der Motorenrichtlinie

„Es gibt zahlreiche Probleme in der Binnenschifffahrt“, berichtet Hans-Wilhelm Dünner, Geschäftsführer und Herausgeber des Branchenmagazins „Schifffahrt und Technik“. Er organisiert das Forum und thematisiert dort beispielsweise die Problematik der neuen EU-Motorenrichtlinie. „Werften nehmen derzeit keine Neuaufträge an, weil die Motorenhersteller nicht garantieren können, dass die neuen Motoren auch die erforderlichen Zertifikate bekommen“, erzählt er. Mit Reinhard Klingen, dem Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr, ist auf dem Forum der Ansprechpartner für diese Fragen vertreten.

In den drei Messehallen präsentieren die Aussteller zwei Tage lang alle relevanten Neuerungen zur Güter- und Personenschifffahrt, zu Werften, Häfen und Installationstechnik. „Viele Aussteller laden Kunden ein und lassen sie hier übernachten“, freut sich Westerhof. „Dieses Jahr gibt es so viele Buchungen, dass wir niemanden mehr unterbringen können und darum schon fünf Hotels in der Umgebung ausgebucht sind.“ Zwischen den beiden Messetagen wird es die große Messeparty „Dock & Rock“ geben, die die Schiffsausrüster Frank und Ralf Wittig aus Duisburg nun schon zum wiederholten Mal ausrichten. Im letzten Jahr feierten mehr als 600 Aussteller, Kunden und Besucher. „Hier gibt es eine einmalige Lokalität“, schwärmt Frank Wittig.

Großes Interesse am Wunderland

Und die wird wohl auch weiterhin so existieren wie bisher. Davon ist zumindest Wunderland-Geschäftsführer Han Graat Obbink überzeugt. Zwar wolle Eigentümer Hennie van der Most die Einrichtung verkaufen, weshalb derzeit viele Interessenten Kalkar besuchten. „Ich gehe aber davon aus, dass es noch viele Jahre so weitergeführt wird, wie es jetzt ist.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben