Energieeinsparung

Uedem bekommt neue Heizungen

Auch das Uedemer Bürgerhaus hat eine neue Heizungsanlage bekommen: innogy-Vertreter Markus Stäb, Carsten Jahns, Frank Parlings, Bürgermeister Rainer Weber und Christian Cordes nahmen sie in Betrieb.

Auch das Uedemer Bürgerhaus hat eine neue Heizungsanlage bekommen: innogy-Vertreter Markus Stäb, Carsten Jahns, Frank Parlings, Bürgermeister Rainer Weber und Christian Cordes nahmen sie in Betrieb.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Uedem.  Uedem hat einen Vertrag mit dem Energieversorger innogy SE geschlossen und erhält peu à peu für seine Liegenschaften neue Heizungsanlage.

Wenn Uedems Bürgermeister Rainer Weber dieser Tage über das neueste Prestigeprojekt seiner Gemeinde spricht, gerät er ins Schwärmen. „Hier haben wir eine Investition in die Zukunft getätigt“, sagt der Verwaltungschef. Ihm zu Folge handele es sich bei dem Projekt gar um eine „niederrheinische Wärmeoffensive“. Was Weber meint: Der Energieversorger innogy SE hat im Rahmen einer europäischen Ausschreibung der Gemeinde einen Auftrag zur umfassenden Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude erhalten. Konkret handelt es sich dabei unter anderem um die Uedemer Grundschule, die Sporthallen, das Rathaus sowie der Bauhof.

Verträge für bis zu zwei Jahrzehnte

Bei einem garantierten Nutzungsgrad wird innogy in den nächsten Jahren sichere Wärme liefen. Die Verträge für die Gebäude sind auf bis zu zwei Jahrzehnte angelegt. „Ein besonderer Vorteil liegt darin, dass wir bei innogy alles aus einer Hand bekommen – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb“, sagt Rainer Weber.

Hier gibt es mehr Artikel und Bilder aus Kleve und Umland Bei dem Projekt wird der Ansatz des Energie-Einspar-Contracting angewandt. Das Ziel solcher Verträge ist die Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden, ohne dass der Eigentümer (in diesem Fall die Gemeinde) eigene Kapazitäten bereitstellen und Investitionsmittel aufwenden muss. Dazu kommt: Der Gemeinde wird eine Garantie auf Energieeinsparungen geboten. „Dieses Projekt entlastet den Haushalt und schafft Raum für andere Investitionen“, erklärt Weber. Insgesamt handelt es sich in Uedem um neun Gebäude, die künftig von innogy betreut werden. Die öffentliche Hand zahlt monatliche Raten, darin enthalten sind alle Kosten der Erneuerung der Heizungsanlagen, der Wartung sowie der Gaslieferung.

Heizungen der Uedemer Liegenschaften werden modernisiert

In den kommenden fünf Jahren wird das Essener Unternehmen daher einen großen Teil der Heizungsanlagen in Uedemer Liegenschaften modernisieren. Zum Einsatz sollen dabei hocheffiziente Gasbrennwertkessel sowie zwei Mini-Blockheizkraftwerke kommen. „Hier wird alles auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Wenn ich mir beispielsweise die Regelmethoden oder die Echtzeitüberwachung dieser Heizungen ansehe, sorgt das bei mir für Faszination“, sagt Weber.

Ein Beispiel für die moderne Technologie: Sollte nachts im Rathaus noch das Licht brennen, ohne dass sich Mitarbeiter in diesem aufhalten, können die Verwaltungsbeamten künftig automatisch von der Anlage eine Notiz darüber bekommen und das Licht ausschalten. Dazu kommt: Die Blockheizkraftwerke stellen neben der Wärme auch Strom zur Verfügung, der direkt ins örtliche Netz gespeist werden soll.

Mini-Kraftwerke sparen CO2 ein

„Mit der Modernisierung der Heizungsanlagen setzt die Gemeinde Uedem auf eine ökologisch zukunftsweisende Technologie“, sagt innogy-Vertreter Markus Stäb. Ihm zu Folge würden die neuen Anlagen für bedeutende Energie- und damit Kosteneinsparungen sorgen. Allein durch die Gasbrennwertanlagen und die Mini-Kraftwerke könnten zudem bis zu 165 Tonnen Co2 eingespart werden. Für Weber ist das ein gewichtiges Argument, das Contracting einzugehen: „Wir haben bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit diesen Modellen gemacht. Klimapolitisch ist unsere Gemeinde ohnehin schon gut aufgestellt, hiermit gehen wir nun den nächsten Schritt.“ Zudem begegne seine Gemeinde mit dem Großprojekt auch dem Kostendruck ob der Energiewende. Allerdings fügt er an: „Geldlich bemerkt man die Einsparungen kaum, da die Strompreise so stark gestiegen sind.“

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