Interview

Ann-Cathrin Feldmann: Interview mit Attendorner „Bufdine“

Seit Sommer dieses Jahres arbeitet Ann-Cathrin Feldmann bei der Stadt Attendorn als "Bufdine"

Seit Sommer dieses Jahres arbeitet Ann-Cathrin Feldmann bei der Stadt Attendorn als "Bufdine"

Foto: Flemming Krause / WP

Attendorn.  Die Stadt Attendorn sucht händeringend nach einem neuen „Bufdi“. Eine Stelle ist derzeit vakant. Was auf den potenziellen Kandidaten zukommt:

Die Attendorner Stadtverwaltung sucht fieberhaft nach einem neuen „Bufdi“ bzw. einer „Bufdine“. Der oder die Jugendliche würde im Sozialamt vor allem in der Flüchtlingshilfe mitarbeiten. „Die Arbeit als Bufdi wird niemals langweilig und bringt täglich neue Menschen und Erfahrungen mit sich. Zudem stellen sich den Bufdis vielfältige Aufgaben, die sie in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen bewältigen. Sie haben die Möglichkeit, Büroarbeit und außendienstliche Tätigkeiten zu kombinieren und kennenzulernen“, wirbt die Verwaltung auf ihrer Internetseite. Übrigens gibt es für die Arbeit auch ein kleines Taschengeld. Wir haben mit Ann-Cathrin Feldmann, die seit dem 1. Juli dieses Jahres für genau ein Jahr als „Bufdine“ bei der Stadt angestellt ist, über ihre tägliche Arbeit gesprochen. Und darüber, warum sie überhaupt als „Bundesfreiwilligendienstler“ begonnen hat.

Warum haben Sie sich für diesen Freiwilligendienst bei der Stadt entschieden?

Ann-Cathrin Feldmann: Um mein volles Fachabitur zu erlangen, brauche ich mindestens ein halbes Jahr praktische Erfahrung in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung. Das Jahr im Bundesfreiwilligendienst in einem Rathaus zu absolvieren, bot sich dabei an. Ich bin froh, diese Entscheidung so getroffen zu haben.

Mit welchen Aufgaben haben Sie täglich zu tun?

Als Bufdi bin ich für die Betreuung von Flüchtlingen in Attendorn zuständig, damit die Integration dieser Menschen möglichst optimal gelingt. Unsere Aufgaben sind sehr abwechslungsreich, wobei der persönliche Kontakt zu den Flüchtlingen und deren Beratung an erster Stelle steht. Darüber hinaus stellen wir Bustickets aus, halten Listen am PC aktuell, fahren in die Unterkünfte und helfen bei Problemen, die für uns alltäglich sind, Asylbewerber aber alleine nicht bewältigt bekämen. Zudem arbeiten wir sehr viel mit der Möbelbörse Attendorn zusammen. Das macht sehr viel Spaß.

Gibt es Bereiche, die Sie federführend vorantreiben?

Aktuell sind wir zwei Bundesfreiwilligendienstleistende, die sich die Arbeit teilen. Wir betreuen zum Beispiel Listen aller Unterkünfte, aus denen die Belegung hervorgeht, oder erheben Fragebögen mit den Flüchtlingen, eine Art Kompetenzanalyse, und halten diese auf dem aktuellsten Stand.

Welche Aufgabenbereiche bereiten Ihnen besonders viel Freude?

Aufgaben, die Asylbewerbern das Leben hier erleichtern und ihnen eine Freude bereiten, machen mir viel Freude. Alles in allem kann ich sagen, wenn man ein gutes und starkes Team an seiner Seite hat, macht einem jede Aufgabe viel Freude.

Gibt es Dinge, die zwar getan werden müssen, aber nicht zu Ihren Lieblingsaufgaben zählen?

Die einzige Aufgabe, die mir nicht so viel Freude bereitet, ist, verlassene Zimmer zu betreten, wenn diese nicht sauber hinterlassen werden.

Wie stark werden Sie in die Arbeit der Verwaltung eingebunden?

Wie jedes Amt ist das Sozialamt sehr breitgefächert. Wir kommen hier mit verschiedenen Gesetzen in Kontakt, die zu verschiedenen Entscheidungen führen. Unsere Aufgaben werden so verteilt, dass wir möglichst viele Bereiche und Kollegen des Rathauses kennenlernen können. Die Sachbearbeiter der Leistungsgewährung erklären uns häufig, wie eine Berechnung der Leistung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zustande kommt. Dadurch, dass die Koordinatorin für das Ehrenamt neben uns das Büro hat, werden wir teilweise in die Betreuung der Ehrenamtlichen eingebunden.

Können Sie sich vorstellen, auch künftig bei der Stadt zu bleiben?

Am 1. September 2020 werde ich ein duales Studium beim Kreis Olpe starten. Durch die verschiedenen Bereiche, die ich bisher in meinem BFD-Jahr kennenlernen konnte, freue ich mich schon sehr auf meine Ausbildung.

Was machen Sie eigentlich, wenn Sie mal nicht im Rathaus an Ihrem Arbeitsplatz sitzen?

In meiner Freizeit trainiere ich zwei Showtanzgruppen des TV Attendorn. Zudem verbringe ich viel Zeit mit meinen Freunden.

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