Diebstahl

Appell an Dieb: „Bitte gib uns den Hospiz-Bulli wieder!“

Der gestohlene Vereinsbulli vom Deutschen Kinderhospizverein wird schmerzlich vermisst. 

Der gestohlene Vereinsbulli vom Deutschen Kinderhospizverein wird schmerzlich vermisst. 

Foto: Deutscher Kinderhospizverein

Olpe.   Der Diebstahl des Transporters des Deutschen Kinderhospizvereines in Olpe sorgt weiterhin für Empörung. Bislang fehlt von dem Fahrzeug jede Spur.

Es ist eine Tat, die nicht nur im Kreis Olpe für Aufruhe sorgt. Ein Sprinter des Deutschen Kinderhospizvereines Olpe wird gestohlen. Ein Fahrzeug, das genutzt wird, um unheilbar kranke Kinder und Jugendliche im Rahmen von Ausflügen und Ferienfreizeiten eine Freude zu bereiten. Die Berichterstattung der WESTFALENPOST hat die Menschen mobilisiert. Mehr als 5000 Mal wurde der Artikel in den sozialen Medien geteilt, fassungslose Stimmen kamen auf. Doch wie geht es nun weiter? Flehender Appell an den Dieb.

Bestürzte Gesichter in den Reihen des Deutschen Kinderhospizvereines mit Sitz in Olpe. Paul Quiter vom geschäftsführenden Vorstand sowie Silke Keller und Melanie Zeppenfeld (Öffentlichkeitsarbeit) haben sich am Mittwoch zusammengesetzt. Eine Lösung muss her. Momentan müssen sie sich damit behelfen, entsprechende Fahrzeuge zu mieten. Doch eines steht fest: Langfristig braucht der Verein einen Ersatz, um den Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Erkrankungen weiterhin die Ausflüge ermöglichen. Ihre Wunschvorstellung: Der Täter zeigt sich reumütig, und stellt den auffällig folierten Sprinter mit der Aufschrift „Deutscher Kinderhospizverein e. V.“ irgendwo ab: „Wir hoffen, wenn der Dieb diese Zeilen liest, plagt ihn sein schlechtes Gewissen“, hebt Quiter hervor.

Spur verliert sich am 28. Februar

Appell an Diebe: Gebt uns den Hospiz-Bulli zurück

Deutscher Kinderhospizverein kann auf den 50.000 Euro teuren und durch Spenden finanzierten Transporter nicht verzichten.
Appell an Diebe: Gebt uns den Hospiz-Bulli zurück

Paul Quiter ist seit acht Jahren im geschäftsführenden Vorstand, seit vier Jahren fungiert er als Sprecher. Noch nie hat es so einen Vorfall gegeben. Er selbst hat einen Sohn, der lebensverkürzend erkrankt ist. „Ich finde, das ist eine riesen Schweinerei, dass man so ein Auto klaut“, entrüstet er sich. „Diese Kinder sind doch durch ihre Krankheit ohnehin schon bestraft. Und jetzt das noch.“

Zur Erinnerung: Der Sprinter, der mit bunten Bildern spielender Kinder und Luftballons foliert ist, stand auf dem Hinterhof des Vereinsgebäudes „In der Trift“ in Olpe. Wann genau die bislang unbekannten Täter den Mercedes Sprinter mit dem Kennzeichen OE-KV 10 entwendet haben, ist unklar. Über die Karnevalstage und aufgrund des schlechten Wetters fanden keine Veranstaltungen statt, weshalb der Vereins-Bulli nicht benötigt wurde. Aufgefallen ist der Diebstahl erst am Montag. Als groben Zeitrahmen hatte die Polizei daher die Tage zwischen dem 20. Februar und 11. März angegeben. Laut Melanie Zeppenfeld hat sich jetzt aber eine Mitarbeiterin gemeldet, die das Fahrzeug am Donnerstag, 28. Februar, „auf jeden Fall“ noch gesehen hat.

Der Sprinter im Wert von 40.000 Euro war ein durch Spendengelder finanziertes Geschenk der Deutschen Kinderhospiz-Stiftung zum 25-jährigen Jubiläum im Sommer 2016. Weitere 10.000 Euro wurden in den Umbau reingesteckt. Schließlich musste der Mercedes-Bulli den Bedürfnissen der jungen Fahrgäste angepasst werden, mit Rampe und allem drum und dran. Vier Rollstuhlfahrer finden im Inneren Platz. Doch selbst das reichte oft für die Ausflüge nicht, so dass vor Ort noch ein weiteres Fahrzeug gemietet werden musste. Nicht nur, weil die Teilnehmerzahl oft höher ist. Immerhin müssen die Pflegematerialen, Rollstühle, Kreativmaterialien – wie Instrumente und Farben – immer mitreisen.

Nachdem klar war, dass der Sprinter tatsächlich gestohlen wurde, war die Fassungslosigkeit groß. „Wir konnten es gar nicht glauben“, sagt Silke Keller. Nun steht der Kinderhospizverein vor einer großen Herausforderung. Für die bald anstehende einwöchige Ferienbegegnung in Much werden Fahrzeuge gemietet. Doch auch das ist nicht so einfach. Die Angebote passender Transporter ist sehr übersichtlich. Aber Keller betont: „Es wird nichts abgesagt. Wir wollen den Kindern die geplanten Freizeiten ermöglichen.“

Große Hilfsbereitschaft

Doch so groß die Fassungslosigkeit auch ist: Paul Quiter und sein Team freuen sich über die Hilfsbereitschaft der Menschen. Erste Spendenangebote kamen auf. Ein Gastronom aus dem Siegener Raum möchte Konzerte anbieten, den Erlös spenden. Nur ein konkretes Transporter-Angebot fehlt noch. Sollte der Bulli nicht wieder auftauchen, muss der Verein einen neuen beschaffen. Schließlich stehen bundesweit 50 Akademieangebote auf dem Jahresplan. Ferienfreizeiten und Familienseminare gehören dazu.

Noch keine konkreten Hinweise

Die Ermittlungen der Polizei laufen noch. Laut Polizeihauptkommissar Michael Klein gibt es keine konkreten Hinweise. Bislang könne nur spekuliert werden. Es sei möglich, dass das Auto ins Ausland transportiert werden soll. Vielleicht sei es aber auch einfach irgendwo abgestellt worden. Nicht auszuschließen ist, dass die auffällige Folierung entfernt wurde. „Wir bitten ausdrücklich um Hinweise“, sagt Klein im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Tatmotiv sei weiterhin unklar. Hinweise darauf, dass mit der Aktion dem Kinderhospizverein geschadet werden sollte, gibt es nicht.

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