Auch kritische Stimmen

Architekten-Wettbewerb in Olpe: Das Los muss entscheiden

Der Architektenwettbewerb für das neue Rat- und Bürgerhaus, das den alten Bahnhof (Mitte) integrieren oder ihn ersetzen wird, nimmt weitere Hürden. Am Dienstag werden 16 von 25 Ingenieurbüros ausgelost.

Der Architektenwettbewerb für das neue Rat- und Bürgerhaus, das den alten Bahnhof (Mitte) integrieren oder ihn ersetzen wird, nimmt weitere Hürden. Am Dienstag werden 16 von 25 Ingenieurbüros ausgelost.

Foto: Josef Schmidt / WP

Olpe.  Per Los werden am Dienstag 16 von 25 teilnehmenden Architekturbüros ermittelt, die Olpe ein schönes, neues Rat- und Bürgerhaus planen sollen.

Der Architektenwettbewerb für das neue Olper Rat- und Bürgerhaus nimmt eine weitere Hürde: Am kommenden Dienstag, 26. Mai, wird per Los entschieden, welche weiteren Architekturbüros teilnehmen dürfen. Zur Erinnerung: Neun Büros waren vorausgewählt worden, drei davon haben ihren Sitz in der Stadt Olpe: Ehrengruber, Ohm & Ohm und Stinn. Insgesamt nehmen 25 Büros am Wettbewerb teil, 16 müssen folglich noch zugelost werden.

„Es liegen inzwischen 345 Bewerbungen von Büros aus halb Europa vor. Wir werden insgesamt aber nur 25 Büros zur Teilnahme zulassen, da sonst der Aufwand für das Preisgericht nicht mehr zu bewältigen sein wird“, erklärt die Technische Beigeordnete der Kreisstadt, Judith Feldner.

Livestream

Zur Form der Auslosung sagt Bürgermeister Peter Weber: „Trotz der vielen Lockerungen in anderen Bereichen möchten wir ungern eine öffentliche Veranstaltung da durchführen, wo es zu vermeiden ist. Es ist deshalb geplant, die Auslosung als Livestream zu übertragen.“

Die Informationen für den Zugang zu dem Livestream wird die Kreisstadt ab Montag, 25. Mai, auf der städtischen Homepage bzw. auf der Internetseite neueweichen.de veröffentlichen und anschließend dort auch das Ergebnis bekanntgeben. Die Ziehung der Teilnehmerlose werden vier Schüler der städtischen Grundschulen übernehmen.

Peter Weber: „Es war mir ein besonderes Anliegen, unseren Nachwuchs an dieser Stelle auch in das Verfahren einzubinden zu können. Mit dem Neubau stellen wir am alten Bahnhofsstandort nämlich sprichwörtlich die Weichen dafür, dass sich die heute noch sehr jungen Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auch in Zukunft hier wohl fühlen können. Die große Anzahl der Bewerber freut den Bürgermeister: „Die Anzahl von 345 Bewerbungen spricht für das Projekt und für den Standort Olpe. Mit derart vielen Bewerbungen hatte ehrlich keiner von uns gerechnet.“

Auch mehrere kritische Stimmen

Rückblick Ende April: Vor dem positiven Beschluss des Stadtrates für den Auslobungstext des Architekten-Wetttbewerbes konnten Bürger auf der städtischen Internetseite neueweichen.de ihre Meinung zum Verfahren kundtun. Neben positiven Kommentaren machten kritische Stellungnahmen deutlich, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Fokus rücken und manchem Olper die Lust auf ein neues Rathaus mit Museum verhagelt. Tenor: Bei wegbrechenden Steuereinnahmen sei ein teures Rathaus sei fehl am Platz.

So heißt es in den Kommentaren unter anderem: „Bei einem Projekt dieser Größenordnung, welches einige hier noch nicht bezifferte, weitere Millionen verschlingen wird, (...) gebe ich zu bedenken, dass man als Bürger der Stadt Olpe derzeit andere Sorgen hat, als sich in irgendeiner Form an diesem Prozess zu beteiligen. Viele Einzelhändler, Angestellte und Arbeiter sind finanziell schwer von der Corona-Krise betroffen und haben um ihre Existenz zu fürchten, daher ist meine persönliche Einschätzung, dass der Architektenwettbewerb zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt voran getrieben wird und der Beschluss durchaus in den Herbst hätte gelegt werden können… .“

Bedenken wegen Wirtschaftskrise

Die finanziellen Sorgen ziehen sich wie ein Roter Faden durch die kritischen Meinungsäußerungen.

Weitere Kostprobe: „Aufgrund der drohenden Wirtschaftskrise, die (...) auch nicht vor Olpe halt machen wird, habe ich meine Bedenken, ob es noch richtig ist, die Planung für das Bürgerhaus in der Geschwindigkeit voranzutreiben, wie angestrebt wird. An der Aufwendung von 25,5 Millionen Euro plus X Euro für den Abriss des Rathauses trotz wegbrechender Gewerbesteuereinnahmen festzuhalten, finde ich bedenklich… .“

- „25 Millionen sind ganz schön mutig (...) Aufwand (Kosten) und Ertrag (Nutzen für den Bürger) stehen dabei absolut nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zueinander. Möchte sich jemand aus der Stadtverwaltung ein Denkmal setzen?“

- „Bis Corona war ich Fan des Projekts. Da die kommende Rezession wahrscheinlich tiefer als die Rezession von 1929/1930 sein wird, erscheint es mir nun sinnvoll, diese Entscheidung …. bis zum Herbst hinauszuzögern.“

„Ist es zu verantworten, in der jetzigen Krise ein solches Projekt weiter zu verfolgen? (...). Man sollte zur Zeit die Pläne auf Eis legen und abwarten, wie sich die Corona-Krise und ihre Folgen entwickeln.“

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