Kirche

Attendorn: Ehemalige Josefskirche wird leergeräumt

Unser Bild entstand am Montag beim Verladen von Chorgestühl.

Unser Bild entstand am Montag beim Verladen von Chorgestühl.

Foto: Meinolf Lüttecke

Attendorn.  Die Kirche weicht einem Kindergarten und einem Gebäude für die Jugendhilfe. Seit Montag verlassen Beichtsuhl und Co. das Gotteshaus.

Nach der kürzlich erfolgten Ankündigung, dass die ehemalige Josefskirche einem Kindergarten sowie einem Gebäude für die Jugendhilfe weichen wird, wurde am Montagmorgen mit dem Abtransport der sakralen Kunstgüter begonnen. Die ehemaligen Josefskirche war zwischenzeitlich ein Depot des Diözesanmuseums.

Da die teilweise sehr „sperrigen“ Kunstgegenstände - unter anderem Beichtstühle, Chorgestühl und ein Leichenwagen aus alter Zeit – erheblichen Platz auf dem LKW des Paderborner Spediteurs Hartmann einnehmen, rechnet Kundenberater Marius Siebrecht noch mit dem Abtransport bis Ende Januar. Die Einlagerung erfolgt Zug um Zug im großen Zentraldepot für Kunstgüter in Paderborn.

Zwei Außenlager im Erzbistum Paderborn

Kunsthistorikerin Ulrike Frey, die aus Paderborn angereist war, konstatierte, dass vor ein paar Jahren, nach der Profanierung der Josefskirche im Jahre 2013, die Kunstgegenstände mit viel Aufwand hierhin transportiert wurden und das Lager jetzt schon wieder aufgelöst wird. Dennoch sei sie froh, jetzt alles in Paderborn zu haben.

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Nach der Auflösung des Außendepots in Attendorn wird es noch zwei Außenlager im Erzbistum Paderborn geben. Die ehemalige Altarausstattung von St. Josef wird, ebenso wie die Glocken, nicht mitgenommen, so Ulrike Frey im Gespräch mit unserer Redaktion. Das bedeutet, dass der Tabernakel mit dem „Brennenden Dornbusch“ und das passende Ambo, beide sakralen Gegenstände standen auch schon im Sauerländer Dom, sowie das große Bronzekreuz einer neuen Bestimmung zugeführt werden.

Für Glocken ist ein neuer Einsatz gefunden

Der Bildhauer und gebürtige Attendorner Karl-Josef Hoffmann (†) hat diese Werke damals geschaffen. Dazu Dechant Andreas Neuser auf Anfrage: „Wir arbeiten zur Zeit am Verbleib der Prinzipalstücke aus der Josefskirche.“ Für die vier Bronzeglocken mit den Namen Bonifacius, Hildegard, Franziskus und Anna, die vor fast 50 Jahren in der Glockengießerei Petit & Edelbrock in Gescher (Münsterland) unter Teilnahme zahlreicher Attendorner und dem damaligen Pfarrer Johannes Klinkhammer gegossen wurde, ist ein neuer Einsatz gefunden. Dechant Neuser bestätigte das: „Die Glocken sind schon unter.“

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Bleibt dann der Zelebrationsaltar, der zur Zeit noch an seinem angestammten Platz steht. Große Teile der Kirchenausstattung der Ex-Josefskirche wurden bereits im Laufe der Zeit verteilt: Die Statue des Heiligen Josef soll an die Josefskirche erinnern und ist ebenso wie die Gottesmutter im Sauerländer Dom untergekommen. Der Kreuzweg kam in die Kirche von Lichtringhausen, für die Bänke fand sich eine polnische Gemeinde und die Feiht-Orgel erklingt zur Ehre Gottes seit einigen Jahren in der Slowakei.

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