Gerissenes Reh

Wolf in Olpe nachgewiesen: „Nicht in Panik verfallen“

An einem toten Reh in Olpe wurde Wolfs-DNA festgestellt.

An einem toten Reh in Olpe wurde Wolfs-DNA festgestellt.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Kreis Olpe.  Der Wolf ist zurück im Kreis Olpe. Das bestätigte das LANUV nach der Untersuchung eines toten Rehs. Jäger und Förster mahnen zu Gelassenheit.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat den Nachweis eines Wolfes in Olpe bestätigt. Anhand einer Speichelprobe konnten Experten des Forschungsinstituts Senckenberg in Gelnhausen eine Wolfs-DNA an einem toten Reh, das Mitte Mai gefunden wurde, nachweisen. Über Identität, Herkunft und Geschlecht des Wolfes liegen keine Informationen vor, teilte das LANUV mit.

Totes Reh im Raum Dahl-Friedrichsthal entdeckt

Laut Marc Muckenhaupt vom Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland sei das tote Tier im Raum Dahl-Friedrichsthal entdeckt worden. Unmittelbare Konsequenzen habe dieser Nachweis aber nicht. Sollte der Wolf, der anhand des sichergestellten Genetikmaterials nun zweifelsfrei zuzuordnen ist, allerdings weitere Male „zuschlagen“, sei nicht auszuschließen, dass der Kreis Olpe zum Wolfsgebiet ausgewiesen wird. Doch davon sei derzeit noch keine Rede.

Genauso wenig liege nun eine Bedrohungslage vor, erklärte ein Pressesprecher des LANUV auf Nachfrage: „Wen soll der Wolf denn bedrohen? Natürlich wandern Wölfe durch die Landschaft auf der Suche nach Futter.“ Aber sie meiden die Nähe zum Menschen.

Dennoch rät das Landesamt zur Vorsicht. Im Fall der Fälle sollte man weder das Tier anfassen noch füttern und auch nicht weglaufen, sondern stehen bleiben und so lange abwarten, bis sich der Wolf von alleine zurückzieht. „Man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht, etwa durch lautes Ansprechen, man kann in die Hände klatschen oder mit den Armen winken“, heißt es dazu auf der Internetseite des LANUV.

Richtiges Verhalten bei einer Wolfsbegegnung

Marc Muckenhaupt ergänzt: „Menschen passen nicht ins Beuteschema des Wolfes, wir sind zu groß. Normalerweise ist der Wolf schon wieder weg, bevor man ihn zu Gesicht bekommt.“ Gelassen reagiert auch Ulrich Keine auf die Nachricht des Wolfrisses.

Wolf unterliegt nicht dem Jagdrecht

Der Attendorner Jäger erklärt auf Nachfrage, dass die Jägerschaft schon länger davon ausgeht, dass der Wolf das Kreisgebiet durchquert. „Für uns ist das nichts Neues und wir reagieren völlig entspannt darauf. Wir sehen keinen Grund, in Panik zu verfallen oder gar aktiv zu werden.“ Das können die Jäger auch gar nicht, denn der Wolf unterliegt nicht dem Jagdrecht.

Sorgen müssten sich lediglich Beisitzer von Schafen oder Damwild machen. Diese sollten sich gut überlegen, ob sie den Schutz ihrer Tiere etwa durch höhere, elektrisch geladene Zäune ausbauen. Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung eben jener wolfsabweisender Elektrozäune würden auch gefördert, erklärt dazu das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Haustier-Risse durch den Wolf werden entschädigt

Und: In Nordrhein-Westfalen würden Haustier-Risse, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, zu 100 Prozent entschädigt. Informationen zu den möglichen Förderhöhen geben die Bezirksregierungen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben