Haushaltsplan 2020

Drolshagen will groß investieren, aber auch Schulden machen

Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof (rechts) und Kämmerer Rainer Lange stellten den Haushaltsplanentwurf 2020 vor. Großinvestitionen stehen vor der Tür.

Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof (rechts) und Kämmerer Rainer Lange stellten den Haushaltsplanentwurf 2020 vor. Großinvestitionen stehen vor der Tür.

Foto: Foto: Josef Schmidt / WP

Drolshagen.  Fast sieben Millionen Euro sollen investiert werden. 4,5 Millionen Euro neue Schulden stehen zumindest im Haushaltsplan.

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Über ein Kuriosum kann eine Stadt wie Drolshagen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, tatsächlich schmunzeln, wie Kämmerer Rainer Lange gestern bei der Vorstellung des Haushaltsplanes 2020 bestätigte: „Für die Kassenkredite, die wir Ende des Jahres auf 4 Millionen Euro zurückführen wollen, zahlen wir nicht nur keine Zinsen, wir bekommen sogar Geld dafür.“ Wenngleich zwar Minimalzinsen unter 0,1 Prozent, aber immerhin. Eine Vorstellung, die Kämmerer früherer Jahrzehnte nicht hätten glauben wollen. Auf der anderen Seite muss die Stadt für Kredite auch nur Minimalzinsen von unter einem Prozent zahlen, wenn sie investieren will.

Umfangreiche Investitionen

Womit man bei den für die Bürger der Rosestadt interessantesten Themen der Haushaltsvorstellung angekommen ist: 2020, so steht es auf der To-Do-Liste der Rathausmitarbeiter, wenn der Stadtrat den Vorschlägen folgt, soll für fast 7 Millionen Euro investiert werden. Dafür plant Kämmerer Lange eine Kreditaufnahme von 4,5 Millionen Euro. Getilgt werden 2020 1,03 Mio. Euro, so dass die Netto-Neuverschuldung auf 3,47 Mio. Euro bilanziert wird.

Ob diese Summe allerdings tatsächlich auch ausgegeben wird, steht in den Sternen. Häufig werden Baumaßnahmen aus unterschiedlichsten Gründen verschoben. Rückblick: 2017 sollten 580.000 Euro Schulden laut Plan gemacht werden, 2018 1,85 Mio. Euro, 2019 2,3 Mio. Euro. Nichts von dem wurde Realität, so Kämmerer Lange.

330.000 Euro Planungskosten für Schulen

Die kostenintensivsten Investitionen für 2020 sind im Straßen- und Wegebau vorgesehen (2,75 Mio. Euro), für den Kanalbau (1,19 Mio. Euro) und die Sanierung der Bahnbrücke Wenkhausen (400.000 Euro). Die Renaturierung der Rose, der Brachtpe und der Krummenau sollen 175.000 Euro kosten, 530.000 Euro die Erschließung und der Kanalbau „Unterm Sportplatz“.

Auffallend hoch ist der Ansatz allein für Planungskosten für die Sanierung der Sekundarschule und der Sporthalle Herrnscheid. Hier stehen stolze 330.000 Euro im Plan, was auf eine mehrere Millionen teure Baumaßnahme in der Zukunft hinweist.

Kostenansatz für Hallenbad fehlt

Bei alledem taucht noch nirgends eine Kostenposition für das Hallenbad auf, dessen Sanierung von einem Gutachter bekanntlich mit rund 7 Mio. Euro kalkuliert wurde.

Bürgermeister Uli Berghof: „In Sachen Hallenbad steht eine politische Entscheidung noch aus. Das Betongutachten liegt noch nicht vor. Auch davon hängt ab, ob ein Abriss unvermeidlich ist. Deshalb konnte noch nichts einkalkuliert werden.“

Überschüsse 2,5 Mio. Euro

Positiv vermerkte der Bürgermeister, dass in den zurückliegenden Jahren Überschüsse erwirtschaftet worden seien, die die Stadt mit Blick auf künftige kostspielige Investitionen gut gebrauchen könne: Der Blick sei zu richten auf das Hallenbad (eventuell), die Feuerwehrhäuser, das Rathaus, die Sekundar- und Grundschule. Überall gebe es erheblichen Sanierungsbedarf. Allein 2016, 2017 und 2018 habe die Stadt rund 2,5 Millionen gut gemacht, für 2019 sei die ,schwarze Null’ angestrebt, für 2020 ein Plus von rund 250.000 Euro. Die Rücklage, also der Sparstrumpf der Stadt, sei mit 2,5 Mio. Euro wieder gefüllt. Berghof: „Sollte sich diese positive Entwicklung verstetigen, wäre mir um das, was vor uns liegt, nicht bange. Zins und Tilgung für aufzunehmende Kredite, ohne die es nicht gehen wird, wären gedeckt.“

In Sachen Windenergie-Planung will Berghof auf eine Vorrangzonenplanung ganz verzichten. Im Haushalt sei deshalb kein Geld für solche Planungen enthalten. Grund: Solche Pläne hätten seit 2012 nicht in einem Fall vor Gericht standgehalten. Berghof: „Am Ende entscheiden die Gerichte, und seit 2012 stets gegen die Kommunen. Viel Geld wäre damit umsonst ausgegeben.“

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