Urteil

Erwürgter Mitschüler aus Wenden: Urteil ist rechtskräftig

Silivia Sünnemann (rechts),stellvertretende Pressesprecherin des Landgerichtes Siegen, verkündet den Medienvertretern das Urteil.

Silivia Sünnemann (rechts),stellvertretende Pressesprecherin des Landgerichtes Siegen, verkündet den Medienvertretern das Urteil.

Foto: Roland Vossel / WP

Wenden/Siegen.  Nach der Verteidigung legt auch Staatsanwaltschaft keine Revision im Fall des getöteten Schülers von Wenden ein. Urteil ist jetzt rechtskräftig.

Nach Verteidiger Martin Kretschmer verzichtet jetzt auch die Staatsanwaltschaft auf die Einlegung einer Revision gegen das Urteil im Fall des getöteten Schülers von Wenden. Das teilte Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss, Pressesprecher der Siegener Staatsanwaltschaft, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Damit ist das Urteil nun rechtskräftig und der Weg frei für den wegen Totschlags zu siebeneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilten 15-Jährigen in die Unterbringung in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus.

Er hatte gestanden, seinen Mitschüler (16) Ende Oktober 2018 in Wenden wegen nicht erwiderter Liebe erwürgt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre wegen Mordes und die Verteidigung sechs Jahres wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge bzw. Totschlags gefordert. Die Nebenklage hatte sich der Staatsanwaltschaft angeschlossen.

„Die Begründung des Gerichtes, warum es Totschlag war, ist nachvollziehbar und offensichtlich nicht angreifbar. Zudem liegt das Strafmaß nicht unwesentlich unter dem Antrag des Kollegen. Entscheidend ist, dass jetzt die Unterbringung angeordnet wird“, sagte Oberstaatsanwalt von Grotthuss.

Jetzt in Psychiatrie

Bereits unmittelbar nach dem Urteil hatte Verteidiger Martin Kretschmer angekündigt, dass es für ihn keinen Grund für eine Revision gibt. Das Wichtigste sei, dass der Teenager jetzt möglichst schnell die Hilfe bekomme, die er dringend benötige. Es würden erhebliche Persönlichkeitsprobleme vorliegen. Über die Notwendigkeit einer Unterbringung in der Psychiatrie waren sich alle Verfahrensbeteiligte in dem nicht-öffentlichen Prozess einig gewesen. Durch die Rechtskraft des Urteils kann die Unterbringung jetzt schnell über die Bühne gehen. Schon in ein paar Wochen kann der 15-Jährige in eine spezielle Einrichtung für Jugendliche eingewiesen werden. Dort kann dann an seiner Persönlichkeitsstörung therapeutisch gearbeitet werden.

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