Konzert

Ganz großes Kino beim Konzert des Spielmannszuges Wenden

Der Spielmannszug Wenden hatte zum „Fernsehabend“ eingeladen und landete bei den Zuschauern damit selbst einen Blockbuster.

Der Spielmannszug Wenden hatte zum „Fernsehabend“ eingeladen und landete bei den Zuschauern damit selbst einen Blockbuster.

Foto: Birgit Engel

Wenden.  Mit stehenden Ovationen wurde der Spielmannszug Wenden empfangen. Zum 111-jährigen Jubiläum präsentierten die Musiker ein tolles Konzert.

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Schon bevor das Konzert begann, ahnte man: Das wird großes Kino. Es gab keine Reihenbestuhlung, sondern Tische und Bewirtung, auf der Bühne war eine Wohnzimmerszene aufgebaut und vor ihr warteten 53 (noch leere) Stühle für die Musiker - für sieben davon war es der erste großer Auftritt -, die bei ihrem Einzug schon mit stehenden Ovationen vom Publikum begrüßt wurden. Ein Zeichen für große Sympathien. Und Vorschusslorbeeren für einen Abend, der unter dem Titel „Ein Fernsehabend mit dem Spielmannszug Wenden“ schlussendlich in jeder Hinsicht begeistern sollte.

Eine originelle Show

„Unser 111-jähriges Bestehen ist ein guter Anlass, einmal wieder ein Konzert zu geben. Aber nicht eines wie jedes, sondern ein lockerer Abend mit Freunden, mit Filmen und Musik, lachen und feiern“, begrüßte der Vorsitzende Patrick Kersting die Gäste im vollbesetzen Saal der Aula der Gesamtschule, dem sogenannten Wohnzimmer der Gemeinde Wenden.

Nun, das Konzert war wirklich etwas Besonderes. Es war eine multimediale originelle Show mit einer überzeugenden Dramaturgie. Dazu gehörten eine als Theaterstück inszenierte Moderation ebenso wie Video-Einspieler, konzipiert á la „der gespielte Witz“, die an bekannten Orten – beim örtlichen Friseur, im Schuhgeschäft, auf der Straße – selbst gedreht waren oder auf Material aus den Archiven zurückgriffen und beim Publikum für viel Vergnügen sorgten. Filmausschnitte begleiteten das Musikprogramm, bestehend aus einer gelungenen Mischung von Blockbuster- und Serien-Soundtracks. Von „Wickie und die starken Männer“ bis zum „A-Team“, von der nostalgischen Romanze „Die Deutschmeister“ mit Romy Schneider bis zu „Musik ist Trumpf“ mit dem großen Harald Juhnke.

Anspruchsvolle Unterhaltungsmusik

Dass Spielmannszüge heute längst auch anspruchsvolle Unterhaltungsmusik für sich entdeckt haben, bewies der Verein unter der Leitung von Tambourmajor Steffen Häner mit Bravour. Das Konzept aber brachte auch neue Akzente. „Als wir überlegt haben, ein Konzert zum 111-Jährigen zu geben, sprudelten die Mitglieder nur so vor Einfällen. Zwischenzeitlich haben wir wirklich überlegt, ob es nicht zu ausgefallen ist“, sagte der Vorsitzende Patrick Kersting im Gespräch mit der WP.

Dass Mut und Kreativität belohnt werden, beweist der Effekt: ein - wie gesagt – absolut begeistertes Publikum. Originell, frisch, mit vielen Ideen, modern und jung – Nachwuchssorgen haben die Wendener keineswegs - ist der 1908 gegründete Verein heute in allerbester Form und kann mit Stolz zurückblicken auf eine über einhundertjährige Geschichte, die mit 24 Männern begann. Als diese sich zusammenfanden, um die Schützenbruderschaft St. Severinus Wenden wieder aufleben zu lassen, wurde damit nicht nur eine auf das Jahr 1460 zurückgehende Tradition fortgesetzt, sondern es war auch die Geburtsstunde des „Trommler - und Pfeiferkorps“ in Wenden.

Unter den Gästen war auch Ehrentambourmajor Bernward Arens, der dem Spielmannszug 1956 beitrat und bis 1989 aktiv dabei war. Wer an dem Abend noch zu Gast war: Vertreter aus dem Vorstand der Elterninitiative für krebskranke Kinder Siegen e.V. Der Erlös des Konzertes - gesammelt als freie Spenden – geht nämlich an diese.

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