Auszeichnung

Gesamtschule Finnentrop: Ein iPad für jeden zweiten Schüler

Schülerinnen der Bigge-Lenne Gesamtschule arbeiten im Unterricht am I-pad. Hier schauen Bürgermeister Dietmar Heß und Gabriela Pantring von der NRW-Bank den Mädchen über die Schulter.

Schülerinnen der Bigge-Lenne Gesamtschule arbeiten im Unterricht am I-pad. Hier schauen Bürgermeister Dietmar Heß und Gabriela Pantring von der NRW-Bank den Mädchen über die Schulter.

Foto: Flemming Krause / WP

Finnentrop.  Schule wird für ihre Ausstattung und ihren Lernanspruch mit dem „Gute Schule 2020“-Qualitätssiegel ausgezeichnet. Rund 470.000 Euro abgerufen.

Auf den Tischen der Klasse 10b in der Bigge-Lenne Gesamtschule in Finnentrop liegen am Montagmorgen weder Stift noch Papier. Diese Utensilien braucht es im Fach Arbeitslehre und Wirtschaft, zumindest zu Beginn der Unterrichtsstunde, auch nicht.

Dafür schauen die Schüler gebannt und konzentriert auf die iPads, die vor ihnen liegen. Beim „Planspiel Börse“ versuchen sie, möglichst sinnvoll zu wirtschaften – möglicherweise durch den Ankauf von Lufthansa-Aktien? Das ist den Jugendlichen bei diesem Online-Börsenlernenspiel selbst überlassen.

„Unsere Schüler finden die allerbesten Voraussetzungen vor, um die so wichtigen digitalen Kompetenzen zu erlangen“, freut sich Karolina Jeremias, Vertreterin von Schulleiter Thorsten Vietor, über die digitale Infrastruktur an ihrer Schule. Der Umgang mit den iPads und die sinnvolle Nutzung dieser Geräte, beispielsweise mit dem „Planspiel Börse“, zahlt auf diesen Anspruch ein. Nicht umsonst verfügt die Gesamtschule mittlerweile über 240 iPads für ihre etwa 490 Schüler. Hinzu kommen 30 Klassenräume, die mit Beamern und Apple-TVs ausgestattet sind. Und dank des Glasfaserausbaus gehört in jedem Klassenraum schnelles Internet längst zur Tagesordnung. Ideale Voraussetzungen also.

470.000 Euro abgerufen

Vom Himmel gefallen ist diese Ausstattung selbstredend nicht. Die Gemeinde Finnentrop, bekanntlich Schulträger, profitiert vielmehr vom Förderprogramm „Gute Schule 2020“, aus dem die Verantwortlichen aus dem Rathaus etwa 470.000 Euro abgerufen und weitestgehend in die beschriebene Digitalisierung der Gesamtschule investiert haben. Für diesen Digitalisierungsanspruch ist die Schule jüngst mit dem Qualitätssiegel „Gute Schule“ der NRW Bank, die gemeinsam mit dem Land das Förderprogramm 2017 aufgelegt hat, ausgezeichnet worden.

„Dieses Förderprogramm ist eines unserer wichtigsten. Damit verschaffen wir Schülern in NRW bessere Lernbedingungen und investieren gleichzeitig in die Zukunft unseres Landes“, freute sich Gabriela Pantring, Vorstandsmitglied der NRW Bank, bei einem kurzen Besuch der Finnentroper Gesamtschule. Dank und Lob erntete sie von Bürgermeister Dietmar Heß. Er betonte: „In der Abwicklung ist dieses Programm richtig gut und sehr kommunalfreundlich. Es hilft uns enorm bei der digitalen Ausstattung unserer Schule.“ Der Gemeinde stehen bei diesem Förderprogramm über einen Zeitraum von vier Jahren (2017 bis 2020) insgesamt 800.000 Euro zur Verfügung. Theoretisch auch für bauliche Sanierungsmaßnahmen der hiesigen Schulen. Das Programm ist für die Kommunen kostenfrei, weil das Land alle Tilgungsleistungen sowie gegebenenfalls anfallende Zinsen übernimmt.

Blatt und Stift bleiben wichtig

Da hat die Gemeinde Finnentrop natürlich gerne zugeschlagen. Zum Wohlgefallen der Schüler, wie beispielsweise von Milena D’Alessandro. Die 16-Jährige weiß: „Mit diesen iPads haben wir die Möglichkeit, schnell und einfach an Informationen zu kommen. Das ist doch cool.“ Nichtsdestotrotz gebe es noch viele Situationen und Fächer, in denen Blatt und Papier notwendig seien. Um sich Notizen zu machen. Und Sitznachbarin Amra Kandic (15) ergänzt: „Die Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle. Es wird alles moderner. Gut, dass wir den Umgang in der Schule trainieren.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben