Prozess

Toter Schüler in Wenden: Angeklagter und Opfer sehr beliebt

Mit Flatterband hatte die Polizei in Wenden in einem Waldstück nahe des Schulzentrums ein Gebiet abgesperrt.

Mit Flatterband hatte die Polizei in Wenden in einem Waldstück nahe des Schulzentrums ein Gebiet abgesperrt.

Foto: Roland Weihrauch

Wenden/Siegen.   Am dritten Prozesstag im Totschlagprozess von Wenden haben 14 Mitschüler im Landgericht als Zeugen ausgesagt.

Zeugen aus der Wendener Gesamtschule mussten am dritten Tag im nicht-öffentlichen Totschlag-Prozess vor dem Siegener Landgericht aussagen.

Von den insgesamt 15 Zeugen waren es 14 Mitschüler, die in Begleitung ihrer Eltern im Landgericht erschienen. Vor allem der Anblick des 15-jährigen früheren Mitschülers auf der Anklagebank im Gerichtssaal muss für sie sehr belastend gewirkt haben. Der damals noch 14-Jährige soll Ende Oktober 2018 den 16-Jährigen, der ebenfalls die Gesamtschule besucht hatte, erwürgt haben.

Angeklagter hatte sich schon vor der Tat geoutet

Die Schüler aus der gleichen Jahrgangsstufe sollten bei der Verhandlung im Jugendschwurgericht unter dem Vorsitz von Richterin Sabine Metz-Horst beschreiben, wie sie die beiden Mitschüler in der Vergangenheit wahrgenommen haben.

Nach Informationen dieser Zeitung beschrieben sie den Angeklagten und das spätere Opfer, wie schon bei ihren damaligen Vernehmungen bei der Polizei, als sehr freundlich, nett und in der Schule als durchaus beliebt. Der Angeklagte habe sich schon deutlich vor der Tat als homosexuell geoutet und sich dazu bekannt, dass er Gefühle für den 16-jährigen Mitschüler hat.

Der Prozess wird am 28. Mai fortgesetzt.

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