Gesamtschule

Jetzt auch Abi in Wenden möglich

Dieter Karrasch an seinem Schreibtisch in der Gesamtschule Wenden. Der Konrektor freut sich auf den Start der gymnasialen Oberstufe.

Dieter Karrasch an seinem Schreibtisch in der Gesamtschule Wenden. Der Konrektor freut sich auf den Start der gymnasialen Oberstufe.

Foto: Roland Vossel / WP

Wenden.  Die Gesamtschule Wenden startet nach den Ferien mit der gymnasialen Oberstufe. 69 Schülerinnen und Schüler sind angemeldet.

Es ist eine Erfolgsgeschichte. 2013 startete die Gesamtschule in Wenden mit 136 Schülerinnen und Schülern. Jahr für Jahr ging es weiter voran. Und nun ist es geschafft: Im kommenden Schuljahr beginnt die gymnasiale Oberstufe. In Wenden geht ein Traum in Erfüllung, den man vor zehn Jahren kaum für möglich gehalten hätte: In der südlichsten Kommune des Kreises Olpe kann man jetzt auch Abitur machen. „Das ist die Krönung. Da bin ich persönlich stolz drauf. Aber das geht nur mit einem gut funktionierenden Kollegium. Wir haben immer gemeinsam für die gymnasiale Oberstufe gearbeitet“, betont Dieter Karrasch, stellvertretender Leiter der Wendener Gesamtschule, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Beim Blick in den Rückspiegel berichtet der in Frenkhausen lebende Konrektor: „Früher kam bei Elternabenden immer als erste Frage: Glauben Sie denn, dass es hier die gymnasiale Oberstufe gibt? Ich habe dann immer gebetsmühlenartig gesagt: Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, würde ich nicht hier stehen.“

Umfangreiches Angebot

848 Schülerinnen und Schüler werden zum Schuljahr 2019/2020 die Gesamtschule Wenden besuchen, 69 davon die erste gymnasiale Oberstufe. „Das ist eine gute Ausgangssituation. Mit dieser Zahl kann man vernünftig arbeiten. Wir haben das komplette Repertoire im Angebot“, so Karrasch. Zur Erklärung: Erst ab 40 Schüler genehmigt die Bezirksregierung die gymnasiale Oberstufe. Da liegen die Wendener deutlich darüber. Es habe nach der Februar-Prognose Spannung geherrscht, wie viele Schüler mit Q-Vermerk sich denn auch tatsächlich anmelden: „Als die 69 da stand, war ich persönlich schon tiefenentspannt.“

Im Januar 2018 habe man sich an der Gesamtschule die ersten Gedanken über die nun nach den Sommerferien beginnende Oberstufe gemacht, so Karrasch: „Wir haben den Fächerkanon überlegt, aber es war ja immer noch offen, wie viele Anmeldungen es gibt. Aber dadurch, dass wir über 60 liegen, können wir jetzt ein umfangreiches und üppiges Angebot machen.“ Die Wahl der Leistungskurse habe man ans Ende der Einführungsphase gelegt: „Wir werden mit den Schülern nach einem halben Jahr sprechen. Deutsch, Englisch und Mathe, dazu eine Gesellschaftswissenschaft wird es sicher als Leistungskurs geben. Die restlichen Angebote sind noch offen. Wir konnten die Schüler bei uns ja nicht zum Schnuppern in vorhandene Kurse schicken. Die Kinder konnten sich noch kein Bild machen. Deshalb haben wir die Wahl an den spätestens möglichen Zeitpunkt gelegt.“

Unterrichtsfach Technik

Einmalig in der Region Südsauerland ist das neue Fach Technik in der gymnasialen Oberstufe. Hier beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler in der Einführungsphase mit Steuerungs- und Regeltechnik am Beispiel der Haustechnik. Es werden zunächst die Grundlagen der Elektronik vermittelt und praktisch umgesetzt. Dem schließen sich Simulationen von digitalen Schaltungen am Computer an. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, freut sich der Konrektor. Techniklehrer Christian Halbe hat einen Zertifikationskurs für die Oberstufe absolviert. Zudem bietet die Gesamtschule Wenden Sport

als viertes Abiturfach an.

Personell sei man in Wenden gut ausgestattet für die Oberstufe, so Karrasch: „Bis auf Kunst haben wir für jedes Fach eine S 2-Kollegin bzw. einen S 2-Kollegen.“ Drei Lehrerinnen sind in diesem Jahr zusätzlich eingestellt worden. Ein großes Lob zollt der Konrektor Petra Knowles, die als Oberstufenleiterin fungieren wird: „Sie hat sehr viel Erfahrung aus ihrer früheren Tätigkeit an einem Gymnasium. Bei einem neuen System ist es wichtig, zu wissen, auf was man achten muss, damit man nicht in Fallen tappt.“ Mit Julia Cruz-Fernandez kommt ab 1. August eine neue Schulleiterin für die erkrankte und mittlerweile aus dem Schuldienst ausgeschiedene Melanie Vetter.

Das Erfolgsmodell Gesamtschule Wenden beruhe auch auf der großartigen Unterstützung durch den Schulträger, die Gemeinde Wenden, unterstreicht Karrasch: „Wenn man nicht um jeden Cent kämpfen muss, kann man zielgerichteter arbeiten.“

Umbaumaßnahmen

Die Räumlichkeiten reichen für das nächste halbe Jahr aus, dann muss aber etwas passieren: „Für die Einführungsphase reicht es noch. Dann wird es aber eng“, so Karrasch. Bei der Gemeinde Wenden laufen die Planungen für Umbaumaßnahmen und Neugestaltung des Außengeländes bereits auf Hochtouren.

Nicht zuletzt zollt Dieter Karrasch auch den Schülerinnen und Schülern ein dickes Lob: „Sie haben eine tolle Entlassfeier auf die Beine gestellt. Auch der Zehnersturm war vorbildlich. Die Wasserschlacht bei 30 Grad konnte man gut ertragen. Sie haben von sich aus alles weggeräumt. Das Gelände war hinterher sauberer als vorher. Es ist toll, wenn junge Menschen das von sich aus machen. Das ist Teil der Erziehungsarbeit des Kollegiums und des Elternhauses. Da sind wir stolz drauf.“

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