Comedy

Komiker Bernd Stelter steht auf Olpe

Bernd Stelter bei seinem Auftritt im Rahmen des Programms „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“.

Foto: Kai kitschenberg

Bernd Stelter bei seinem Auftritt im Rahmen des Programms „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“. Foto: Kai kitschenberg

Olpe.   Bernd Stelter philosophiert in seinem Bühnenprogramm über die Ehe. Am 24. November tritt der Komiker in der Stadthalle auf. Mario Barth findet er langweilig

Bernd Stelter aus Unna ist Karnevalist, Komiker und Fernsehmoderator in Personalunion. Der 56-Jährige widmet sich aktuell seinem Lieblingsthema: Dem bisweilen schwierigen Miteinander von Frau und Mann.


Herr Stelter, herzlichen Glückwunsch nachträglich zur Silberhochzeit! Wie haben Sie den Ehrentag denn verbracht?
Bernd Stelter:
Es war ein rauschendes Fest! Ich saß mit meiner Frau und einer Pulle Champagner an der Nordsee und die hat gerauscht.


Was haben Sie Ihrer Frau geschenkt?
Nichts. Wir waren einfach alleine im Urlaub, ganz für uns und das war das Geschenk schlechthin.


Welche ist die wichtigste Erkenntnis nach 25 Jahren Ehe?
(lacht) Jaaa. . . Es gibt diesen wunderbaren Satz von meinem Kollegen Blacky Fuchsberger, der mir sehr nahe gegangen ist: ‘Das Geheimnis einer guten Ehe sind die vier V’s: verstehen, vertrauen, verzeihen, verzichten.’ Ein Satz zum Niederknien.


Gibt es eine bestimmte Gewichtung dieser V’s?
Ich sag’s mal so: Wenn ein Haus vier tragende Wände hat und zwei davon fangen an zu wackeln, dann wird es kritisch. Aber: Fuchsberger sagt auch: ‘Gut, dass wir nie getrennt waren.’ Sehen Sie, meine Frau kommt nur selten mit, wenn ich auf Tournee bin.
Belastet das Ihre Ehe?
Nein, im Gegenteil, ich glaube, das ist gut so. Die Fuchsbergers mussten sich immer sehen. Meine Frau und ich müssen das nicht. Wenn ich drei Tage auf Tournee war, dann reicht mir das Handy nicht mehr, dann will ich meine Frau in den Arm nehmen. Das führt dazu, dass nach 25 Jahren Ehe auch noch Sehnsucht da ist.


Es ist also einfach, mit einem Reisenden zusammen zu sein?
Das weiß ich nicht, wenn Sie so gestrickt sind wie zum Beispiel Hardy Krüger - von dem weiß ich, dass er bei Lesungen seine Frau immer dabei hat - dann stört Sie das Reisen. Aber ich finde es toll, dass ich meiner Frau etwas erzählen kann, wenn ich nach Hause komme.


Kennen Sie den Spruch „Eine glückliche Ehe ist eine, in der sie ein bisschen blind und er ein bisschen taub ist“?
(lacht) Loriot.


Richtig! Ist da etwas dran?
Ach, nein, das würde ja wieder bedeuten, dass die Männer schlunzig angezogen sind und die Frauen nur Blödsinn erzählen. Das ist mir zu altmodisch. Wobei ich sagen muss: Lieber einen guten Freund verlieren als einen guten Spruch.


Haben oder hatten Sie jemals Angst, dass aus Ihrer Ehe mal die Luft raus sein könnte?
Natürlich. Ich hab’ einen Vergleich, auf den ich sehr stolz bin. Ich bin mal nachts um vier Uhr aufgestanden, weil ich die Idee hatte: Eine Ehe ist nicht wie eine Bratwurst braten, von beiden Seiten braun und fertig. Womit kann man eine Ehe vergleichen? Und dann hatte ich die Idee: Ehe ist wie eine Schweizer Uhr zusammenzusetzen.


Warum das?
Diese vielen Zahnräder und Häkelchen und dann klemmt sich der Uhrmacher die Lupe ins Auge und fängt an, die Schräubchen zu drehen. Wenn er nur ein einziges mal niest, dann fängt er wieder von vorne an. Was ich damit sagen will: Eine funktionierende Ehe ist harte Arbeit. Aber diese Arbeit macht Spaß. Das kann ganz wunderbar sein, denn zu zweit alt zu werden ist viel schöner als alleine.


Ist das Eheleben spießig?
Nein, so ist es eben nicht. Es ist doch viel langweiliger und weniger fordernd zu sagen: Och joa, dann trennen wir uns eben. Ehe ist eine anspruchsvolle und schöne Sache.


Sie haben schon öfter betont, dass Sie kein Comedian sind. Warum ist Ihnen das wichtig?
Comedians rennen zwei Stunden über die Bühne und erzählen irgendetwas, Hauptsache, es ist witzig. Das ist mir zu eintönig.


Finden Sie Mario Barth langweilig?
Ja, allerdings. Ich möchte nicht groß über Kollegen reden. Aber ich finde, nur zu lachen ist langweilig.


Es wird in Ihrem Programm also auch ernst?
Ja, ich rate den Leuten zum Beispiel, dass Verliebte nicht heiraten sollen. Die Leute fragen sich ‘was erzählt der da?’. Nun, wenn man verliebt ist, ist man bekloppt. Psychologen vergleichen das Verliebtsein mit einer Zwangsneurose. Und wer bekloppt ist, sollte keine Verträge schließen und die Ehe ist halt ein Vertrag.


Kommen wir wieder zum Lustigen: Womit bringen Sie Ihre Frau zum Lachen?
Meine Frau und ich lachen am meisten über Unzulänglichkeiten von Menschen. Erstmal über die eigenen, aber auch die unserer Kinder, und im ganz normalen Leben, also beim Restaurantbesuch, an der Tankstelle, eben überall.


Zum Beispiel?
Wenn jemand im Restaurant versucht, ein Hähnchen mit Messer und Gabel zu essen. Der Knigge höchstpersönlich hat gesagt: Nimm das Ding in die Hand und fertig ist die Laube. Ganz typisch war auch ein WhatsApp-Bild, das ich neulich bekommen habe. Eine Frau steht mit einem Feuerlöscher am Auto und möchte den Reifen aufpumpen. Darüber lach’ ich mich scheckig.
Sie sind ja durch und durch Westfale. Wie kommt Ihr Humor im Sauerland an?
Gut! Ich lebe ja in der Nähe des Sauerlandes. Bevor es mich nach Köln und Bonn verschlagen hat, habe ich 20 Jahre in Unna gelebt. Dort ist man nach zehn Kilometern schon am Haarstrang und von da an wird der Tonfall ein anderer. Ich schlüpfe in meinen Programmen ja seit Längerem schon auch in die Rolle eines Sauerländers. Aktuell ist er bei der Silberhochzeit seines Nachbarn und hält dort die Festrede.


Welchen Eindruck haben Sie von Olpe?
Olpe ist Party pur! Das Olper Schützenfest ist etwas ganz Besonderes und ich war da auch schon ein paarmal. Die Olper können richtig Party machen, das kann ich Ihnen sagen...

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