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Unitymedia-Protestgruppe Südwestfalen macht weiter Druck

Unitymedia-Protestsprecherin Frauke Nolting

Frauke Nolting ist Sprecherin der Unitymedia.Protestgruppe Südwestfalen. Video: Hartwig Sellmann
Video: Hartwig Sellmann Mo, 13.11.2017, 06.07 Uhr

Unitymedia-Protestsprecherin Frauke Nolting

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Kreis Olpe.   Die Unitymedia-Protestgruppe Südwestfalen will den Druck gegen den Kabelnetzbetreiber aufrechterhalten. Sprecherin Frauke Nolting im Interview.

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Mehr als fünf Monate nach der Gründung der Unitymedia-Protestgruppe Südwestfalen und Zusagen des Kabelnetzbetreibers, die Situation im Kreis werde sich nach baulichen und technischen Eingriffen spürbar verbessern, hagelt es aus einigen Teilen des Kreises immer noch erhebliche Proteste. Von andauernden Störungen im Netz ist die Rede, nur teilweise ist eine Besserung zu vermelden.

400 Follower und Likes auf Facebook

Wir hatten Gelegenheit, mit Frauke Nolting, der führenden Stimme der Protestgruppe, über den aktuellen Stand der Dinge zu sprechen: „Wir haben aktuell rund 400 Follower und Likes auf unserer Facebook-Seite. Der Leidensdruck vieler Leute ist immer noch enorm. Es melden sich aber auch Unitymedia-Nutzer von außerhalb der Gruppe, die die gleichen Probleme haben und uns um Rat fragen.“

Spürbar besser geworden sei die Situation zumindest eine Zeit lang in Lennestadt, ebenso im Raum Olpe. Gute Phasen wechselten sich aber mit solchen ab, „wo gar nichts mehr geht.“

Nachdem der Kabelnetz-Betreiber mit einem sogenannten „Node-Split“ für den Raum Olpe/Wenden eine Wende zum Guten versprochen hatte, bat Nolting am Freitag Vormittag auf der Facebook-Seite der Protestgruppe erneut um Rückmeldungen. Bereits bis zum Abend gingen fast 20 Kommentare ein - überwiegend wenig freundlich (siehe gesonderte Box), überwiegend aus dem Raum Lennestadt, einige wenige aus der Region Olpe/Wenden und Umgebung.

In Lennestadt umfangreicher Tiefbau

In Lennestadt, so Nolting, solle der Node-Split „erst Anfang des kommenden Jahres fertig sein.“ Dort seien auch umfangreichere Tiefbauarbeiten notwendig, für die Genehmigungen erforderlich seien, habe Unitymedia angedeutet, deshalb dauere es dort auch länger. Behoben worden sei bereits vor einigen Monaten der von Unitymedia festgestellte Wasserschaden im Leitungsnetz zwischen Attendorn und Lennestadt. „Nachdem das erledigt und eine Schar Techniker unterwegs war, so Nolting, „war es in Lennestadt eine Zeit lang auch ruhig.“

Das habe sich zwischenzeitlich wieder geändert: „Vor allem Maumke und Meggen ist wieder stark betroffen. Aber auch wir in Kirchveischede hatten heute noch zwei Stunden Sendepause.“ Was im Büro Stillstand bedeute.

Kritik am Kundenservice

Ziel der Protestgruppe sei es deshalb, den Druck aufrecht zu erhalten: „Es gibt immer noch viel zu tun.“ Nicht nur die Störungen seien ein Thema, auch der Kundenservice: „Der ist teilweise unter aller Kanone. Man hängt bis zu einer Stunde in der Warteschleife.“ Und wenn man jemand an die Strippe bekomme, „haben die teilweise keinen Plan, lesen irgendwelche vorgefertigten Antworten ab.“ Mitunter erhalte die Protestgruppe Erfahrungsberichte, dass „Leute auch regelrecht beleidigt worden sind.“

Warum Frauke Nolting weiter mit Unitymedia streitet

Die Sprecherin der Unitymedia-Protestgruppe Südwestfalen gibt nicht auf. Video: Hartwig Sellmann
Warum Frauke Nolting weiter mit Unitymedia streitet
Video: Hartwig Sellmann

Da sei es kein Wunder, dass manche Gruppenmitglieder irgendwann die Geduld verlören und den Vertrag mit Unitymedia kündigten. Nolting: „Wie viele genau das bisher sind , kann ich nicht beziffern. Es kommt aber vor, dass Unitymedia die Kündigungen nicht akzeptiert und die Leute weiter Ärger haben.“

Appell an Mitglieder: Nicht aufgeben

Nolting appelliert an ihre Gruppen-Mitstreiter, nicht aufzugeben. Sie könne die Leute zwar verstehen, würde sich aber wünschen, dass der Protest auch zahlenmäßig stabil bleibe. Deshalb der Appell: „Ich wünsche mir, dass alle bei der Stange und Mitglied unserer Gruppe bleiben.“

Presseerklärung von Unitymedia 

Helge Buchheister, Pressesprecher von Unitymedia, erklärte auf Anfrage zur aktuellen Situation: „Die beiden geplanten ,Nodesplits’ in Olpe und Wenden wurden planungsgemäß durchgeführt. Offen ist noch die Netz-Erweitung in Lennestadt, die vom Umfang der Arbeiten und im Hinblick auf die Anbindung komplexer ist und daher erst Anfang des nächsten Jahres durchgeführt werden kann.

Nach Kritik: Unitymedia will Probleme im Kreis Olpe beheben
Bis Ende November werden wir in Lennestadt vorab als vorbereitende Maßnahme durch eine neu in Betrieb genommene Verstärkertechnik eine zusätzliche Zuführung unseres Signals zum betroffenen Fibernode realisieren können, wodurch die Qualität unserer Dienste insgesamt besser werden wird.

Mit dem Ergebnis in Wenden sind wir nicht vollumfänglich zufrieden. Deshalb haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, dort einen weiteren Nodesplit vorzunehmen. Wir werden die Anzahl der zum Netzabschnitt gehörenden Kunden also noch weiter verringern, so dass an den Fibernodes allen Kunden mehr Kapazität zur Verfügung steht - wir verbreitern die Datenautobahn nochmals.

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