Soziales

Silvia Volpert: Für das Gefühl von Weihnachten

Silvia Volpert ist die Leiterin der Sammelstellen im Kreis Olpe, wo bald wieder Weihnachtspäckchen für Kinder in Not gesammelt werden.

Silvia Volpert ist die Leiterin der Sammelstellen im Kreis Olpe, wo bald wieder Weihnachtspäckchen für Kinder in Not gesammelt werden.

Foto: Verena Hallermann

Olpe.  Silvia Volpert ist die gute Seele der Aktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“ im Kreis Olpe.

Ein paar Päckchen sind schon fertig. Kisten voller Pullis, Mützen und Schals stehen bereit. Alles selbst gestrickt und feinsäuberlich nach Größen sortiert. Schließlich sollen die Kinder in den osteuropäischen Ländern etwas Passendes für die kalten Wintermonate bekommen. Silvia Volpert sitzt in dem kleinen Raum des Schulgebäudes in der Imbergstraße in Olpe. Sie ist die Leiterin der Sammelstellen im Kreis Olpe, wo ab dem 29. Oktober wieder Weihnachtspäckchen für Kinder in Not abgegeben werden können. Doch wer ist die Frau eigentlich, die sich seit Jahren für die Stiftung „Kinderzukunft“ engagiert?

Anderen geht es schlechter

Silvia Volpert ist 49 Jahre alt. Sie kommt gebürtig aus Drolshagen, wohnt mittlerweile in Olpe. Seit neun Jahren setzt sie sich für die bundesweite Stiftung für Kinder in Not „Kinderzukunft“ ein, leitet die Sammelstellen des Kreises Olpe jetzt bereits im vierten Jahr. „Es ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl, für andere etwas Gutes zu tun“, sagt sie.

Die gelernte Kauffrau hat selbst kein einfaches Leben. Seit zehn Jahren ist sie Rentnerin. Eine lange Krankengeschichte bestimmt ihren Werdegang. Krebs. Und dennoch richtet sie ihren Blick auf die Menschen, denen es schlechter geht. „Ich habe doch alles, was ich brauche“, sagt Volpert und lächelt. „Ich lebe und habe ein Dach über dem Kopf. Andere haben viel weniger.“

Annahme ab 29. Oktober

Die Aktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“ dauert in diesem Jahr vom 28. Oktober bis zum 29. November (Annahme im Kreis Olpe ab 29. Oktober). Bundesweit gestalten Menschen Schuhkartons mit Geschenkpapier, befüllen die Schatzkisten mit Kuscheltieren, Schulheften, Kleidung, Schokolade oder auch Zahnpasta. Alles das, was arme Kinder in Rumänien, Bosnien und Herzegowina sowie in der Ukraine brauchen. Dinge, die ihnen zu Weihnachten eine Freude bereiten. Die bunten Schuhkartons gehen an Mädchen und Jungs, die dort in den Waisenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Kindergärten oder in den Elendsvierteln der Städte und Dörfer leben.

Noch ist der Raum im Schulgebäude in der Imbergstraße relativ leer. Volpert weiß aber, dass sich dort bald unzählige Pakete stapeln werden. Denn die Menschen im Kreis Olpe sind fleißige Päckchen-Packer. Im vergangenem Jahr haben es 1502 Schuhkartons in die Sammelstellen geschafft.

Gleich viel für jedes Kind

Silvia Volpert und ihr Team schauen sich jedes Weihnachtsgeschenk an. Manchmal packen sie ein wenig um, es soll ja jedes Kind ungefähr gleich viel bekommen. Außerdem wird abgelaufene oder kaputte Ware ersetzt. „Ich bin quasi das ganze Jahr über auf Schnäppchen-Jagd“, erzählt Volpert. „Wir kaufen von den Spendengeldern Zupackmaterial, das wir in den Kartons bei Bedarf verteilen.“ Sie freut sich über ihr „wirklich tolles Team“, die Unterstützung von Sponsoren („Wir freuen uns über jeden, der uns zum Beispiel mit Schreibbedarf unterstützt“) und die vielen Frauen, die sich das Jahr über hinsetzen, um warme Kleidung für die Kinder zu stricken. Die Strickwaren werden bei Bedarf in den Schatzkartons verteilt – so, dass überall etwas zum Wärmen, zum Waschen, zum Spielen, zum Naschen, zum Fühlen (Kuscheltiere etc.) und zum Lernen dabei ist.

Am Ende der Sammelaktion werden die Geschenkpäckchen von einer Spedition der Stiftung abgeholt. Zunächst geht die Reise nach Gründau in die Sammelstelle. Mit Lkw werden die Schuhkartons dann in die osteuropäischen Länder gebracht. Die Transportkosten muss die Spedition teilweise selbst stemmen. Volpert regt an, in den Kartons drei Euro beizulegen. „Das würde schon sehr helfen“, sagt sie.

Viele schöne Momente

Es sind viele schöne Momente, die die Helfer erleben. Im Kreis Olpe beteiligen sich rund 70 Menschen in den einzelnen Sammelstellen an der Aktion. Hin und wieder gibt es eine Reaktion seitens der beschenkten Kinder und Familien. Eine Helferin bekam mal eine Antwort auf einen Brief, den sie mit in den Schuhkarton gelegt hatte.

Doch auch vor Ort ist die Anteilnahme groß. Als letztes Jahr die Spedition kam, um die Päckchen abzuholen, haben spontan Flüchtlinge mit angepackt, erzählt Volpert. „Das war das Gefühl von Weihnachten“, sagt sie. „Auch bei den Menschen, die die Päckchen packen, merkt man, dass es oft die sind, die am wenigsten haben, die aber umso mehr geben.“

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