Sondern

Sondern: Regionale-Paradies weitgehend unantastbar

Im Gebiet des Regionale-Projekts in Sondern darf nur etwas mit Zustimmung der Bezirksregierung verändert werden. Auch das Planungsbüro A 24 aus Berlin wird eingebunden. Der Charakter des Entwurfes soll erhalten bleiben. Ein Hindernis, das offenbar nicht alle auf dem Schirm hatten.

Im Gebiet des Regionale-Projekts in Sondern darf nur etwas mit Zustimmung der Bezirksregierung verändert werden. Auch das Planungsbüro A 24 aus Berlin wird eingebunden. Der Charakter des Entwurfes soll erhalten bleiben. Ein Hindernis, das offenbar nicht alle auf dem Schirm hatten.

Foto: Josef Schmidt

Sondern.   Mehrere Baustellen im Regionale-Gebiet rund um Bahnhof und Seeufer. Veränderungen sind problematisch.

Gerade mal ein halbes Jahr ist es her, da jubelten alle Beteiligten über die Einweihung des Regionale-Projektes „Seeufer Sondern“. Die Endlos-Geschichte schien ihr Happy End gefunden zu haben. Das letzte Kapitel ist aber offenbar doch noch nicht geschrieben. Denn die städtische Bauverwaltung und das Dorf sehen sich bereits mit den nächsten Baustellen konfrontiert.

Da ist zum einen die Biggesee-Schifffahrt, die auf der Anlegestelle eine Überdachung für etwa 50 Menschen errichten möchte, damit die Gäste, die mit der Weißen Flotte über die Bigge schippern wollen, vor Regen oder Sonne geschützt sind. Problem: Die Schifffahrts-Gesellschaft reichte bereits zwei Entwürfe bei der Stadt ein, was jedoch nur mit Kopfschütteln quittiert wurde. Baudezernentin Judith Feldner verweist auf ästhetische Probleme. Man müsse Rücksicht auf die Vorstellungen des Büros A 24 (Berlin) nehmen, das den Entwurf des gesamten Projektes erstellt und sich mit den eingereichten Plänen nicht habe anfreunden können. Feldner: „Einer der beiden Entwürfe war auch aus meiner Sicht unpassend.“ Hintergrund: Auch aus fördertechnischen Gründen dürfe die grundlegende Zielrichtung des von Bund und Land geförderten Entwurfes von A 24 nicht durch nachträgliche Veränderungen entwertet werden. Feldner: „Da spielt möglicherweise das Urheberrecht des planenden Büros mit hinein. Wir sind aber im Gespräch mit A 24 und versuchen, eine Lösung zu finden.“ Es gehe darum, einen Entwurf zu finden, der zum Konzept von A 24 passe. Wolfgang Keseberg von der Biggesee Schifffahrt bestätigte die Absicht zur Überdachung, wollte zu dem Vorgang selbst aber nichts sagen.

Noch kein Pächter

Gravierender als diese ästhetischen Meinungsverschiedenheiten ist für Sonderns Ortsvorsteher Martin Moseler, dass der von der Stadt sehenswert umgebaute und sanierte Kiosk im Regionale-Gebiet nach wie vor geschlossen ist. Moseler: „Gerade mit Blick auf bald nahende sonnige Wochenenden ist es sehr schade, dass es noch keinen Pächter für den Kiosk gibt. Eltern und deren Kinder, die die neuen Spielgeräte hier nutzen, würden das Angebot sicherlich gerne wahrnehmen.“

Judith Feldner bestätigt die grundsätzlichen Schwierigkeiten, Pächter für gastronomische Betriebe zu finden: „Wir verhandeln derzeit. Der Kiosk an dieser Stelle spielt eine touristisch wichtige Rolle. Das ist uns bewusst.“ Auch hier hatte sich ein Problem aufgetan, da ein potenzieller Bewerber offenbar eine Überdachung für eine Art Biergarten hatte errichten wollen. Aber auch die stieß wieder nicht auf Begeisterung der Planer. Diplom-Ingenieur Sebastian Pötter (A 24) hielt den Ball mit Blick auf die geplanten Überdachungen allerdings flach: „Man muss da vorsichtig rangehen, bevor man Tatsachen schafft.“

Judith Feldner versicherte im Gespräch mit unserer Zeitung, die Stadt strebe Kompromisse an und sei zuversichtlich, dass das gelinge.

Großflächige Veränderungen im Regionale-Gebiet, klärte die Baudezernentin auf, würden aber auch auf Widerstand der Bezirksregierung stoßen: „Es gibt eine Zweckbindung, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt.“ Im Klartext: Das Fördergeld von Bund und Land sei an den eingereichten Entwurf von A 24 gekoppelt.

Bolzplatz muss weichen

Deshalb ist der Stadt und dem Dorf auch der Weg verstellt, den derzeitigen Bolzplatz vom Rosenweg an den Rand des Regionale-Gebietes zu verlegen, im Moment die innerdörfliche Baustelle Nummer drei. Denn der Bolzplatz soll einem kleinen Baugebiet weichen (sieben Baugrundstücke), aber nicht völlig aus dem Dorf verschwinden. Martin Moseler: „Platz genug wäre ja im Regionale-Gebiet gewesen. Da das aber nicht geht, haben wir eine Fläche in der Nähe des Ruhrverbands-Pumpenhauses im Auge, Nähe Minigolfplatz.“

Für das Dorf sei das kleine Baugebiet extrem wichtig, so Moseler: „Es gibt mehrere Interessenten, die dort bauen möchten. Darunter auch Bewohner, die sich ehrenamtlich für das Dorf engagieren, die möchten wir unbedingt hier halten.“

Judith Feldner kann das verstehen: „Wenn aus dem Dorf ein umsetzbarer Vorschlag für den Bolzplatz kommt, beginnen wir mit der Planung.“ Ein Bebauungsplan werde dann sofort eingeleitet. Wenn alles planmäßig laufe, sei Baurecht im Jahr 2020 denkbar.

Lesen Sie zum Thema auch

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben