Wasserqualität sinkt

Bürgerversammlung Oberveischede.   Am 10. Januar 2017 war in Oberveischede eine Bürgerversammlung mit verschiedensten Themen. Ein Thema, dass die Oberveischeder Bürger am meisten aufregt, ist die geplante CP-Anlage (chemisch-physikalische Anlage) zur Aufbereitung von gefährlichen und ungefährlichen flüssigen Stoffen, unter anderem Klebstoffen. Diese Anlage soll ca. 70 Höhenmeter oberhalb der Trinkwassergewinnungsanlage von Oberveischede entstehen, Entfernung zirka 1000 Meter. Da Flüssigkeiten gerne bergab fließen, ist es fast vorprogrammiert, dass irgendwann das Trinkwasser von Oberveischede verschmutzt wird. Wenn es mal brennt, dann ist die Feuerwehr von Oberveischede bestimmt schnell zur Stelle. Dass danach das Löschwasser und/oder der Löschschaum den Berg runter fließen inkl. aller möglichen Chemikalien, ist bestimmt auch kein Problem, zumindest nicht für den Olper Bürgermeister und den Stadtrat. Die Oberveischeder kaufen danach im ersten Schritt Wasser in Flaschen, im zweiten Schritt wird das Wasser irgendwann wieder die Grenzwerte einhalten. Der Qualitätsverlust für das Wasser wäre gigantisch. Rechtlich ist natürlich alles in Ordnung. Auf der Bürgerversammlung hat man gemerkt, dass der Bürgermeister Jurist ist. Die Klebstoffverarbeitung und die Verarbeitung von sonstigen chemischen Stoffen ist im Regelfall mit hohen Brandrisiken behaftet, auch Remondis und der Bürgermeister sollten sich dieser Tatsache bewusst sein. Der Wasserbeschaffungsverband Oberveischede hat in den letzten Jahren etwa 300 000 Euro in neue Anlagen investiert, um supersauberes Trinkwasser für die Oberveischeder zur Verfügung zu stellen, dass scheint für den Stadtrat kein Problem zu sein. Laut Zeitungsbericht will Remondis etwa 50 000 Tonnen in dieser Anlage verarbeiten, das sind 50 000 Tonnen, die angeliefert werden und 50 000 Tonnen, die wieder abtransportiert werden, also insgesamt 100 000 Tonnen. Diese 100 000 Tonnen werden vermutlich zum größten Teil über die Biggebrücke von und zur Autobahn transportiert. Wenn jemals ein Lkw mit Metallteilen in den Biggesee stürzt, dann wäre das schlimm, wenn aber einer der vielen Remondis Lkw mit flüssigen Abfällen in den Biggesee stürzt, dann wäre das eine Katastrophe. Da unser Bürgermeister sich ein neues Rathaus wünscht, braucht er natürlich eine Menge neue Steuereinnahmen. Wir in Oberveischede freuen uns nicht, wenn der Bürgermeister mit den Steuereinnahmen von Remondis das neue Rathaus bezahlen möchte und im gleichen Atemzug unser Trinkwasser bedroht ist. Mir stellt sich die Frage „Was denken Politiker, wenn sie solche Entscheidungen treffen?“ Zur Zeit läuft nur die Planung, aber Remondis hat gute Anwälte und die Stadt Olpe hat ebenfalls Anwälte beauftragt. Mir hat sich in der Bürgerversammlung der Eindruck aufgedrängt, dass die Anwälte, die für die Stadt Olpe arbeiten, den klaren Auftrag haben alles „wasserdicht“ zu machen, um die Anlage auf jeden Fall bauen zu können. Zum Schluss bleiben noch die Abwässer von Remondis, die in einer Kläranlage aufbereitet werden müssen, davon wird es eine ganze Menge geben. Die Abwässer von Remondis werden die Grenzwerte einhalten, aber Abwässer von Haushalten sind mit Sicherheit unproblematischer. Jörg Thomas, Oberveischede

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Am 10. Januar 2017 war in Oberveischede eine Bürgerversammlung mit verschiedensten Themen. Ein Thema, dass die Oberveischeder Bürger am meisten aufregt, ist die geplante CP-Anlage (chemisch-physikalische Anlage) zur Aufbereitung von gefährlichen und ungefährlichen flüssigen Stoffen, unter anderem Klebstoffen. Diese Anlage soll ca. 70 Höhenmeter oberhalb der Trinkwassergewinnungsanlage von Oberveischede entstehen, Entfernung zirka 1000 Meter. Da Flüssigkeiten gerne bergab fließen, ist es fast vorprogrammiert, dass irgendwann das Trinkwasser von Oberveischede verschmutzt wird.


Wenn es mal brennt, dann ist die Feuerwehr von Oberveischede bestimmt schnell zur Stelle. Dass danach das Löschwasser und/oder der Löschschaum den Berg runter fließen inkl. aller möglichen Chemikalien, ist bestimmt auch kein Problem, zumindest nicht für den Olper Bürgermeister und den Stadtrat. Die Oberveischeder kaufen danach im ersten Schritt Wasser in Flaschen, im zweiten Schritt wird das Wasser irgendwann wieder die Grenzwerte einhalten. Der Qualitätsverlust für das Wasser wäre gigantisch. Rechtlich ist natürlich alles in Ordnung. Auf der Bürgerversammlung hat man gemerkt, dass der Bürgermeister Jurist ist.
Die Klebstoffverarbeitung und die Verarbeitung von sonstigen chemischen Stoffen ist im Regelfall mit hohen Brandrisiken behaftet, auch Remondis und der Bürgermeister sollten sich dieser Tatsache bewusst sein.


Der Wasserbeschaffungsverband Oberveischede hat in den letzten Jahren etwa 300 000 Euro in neue Anlagen investiert, um supersauberes Trinkwasser für die Oberveischeder zur Verfügung zu stellen, dass scheint für den Stadtrat kein Problem zu sein.


Laut Zeitungsbericht will Remondis etwa 50 000 Tonnen in dieser Anlage verarbeiten, das sind 50 000 Tonnen, die angeliefert werden und 50 000 Tonnen, die wieder abtransportiert werden, also insgesamt 100 000 Tonnen. Diese 100 000 Tonnen werden vermutlich zum größten Teil über die Biggebrücke von und zur Autobahn transportiert. Wenn jemals ein Lkw mit Metallteilen in den Biggesee stürzt, dann wäre das schlimm, wenn aber einer der vielen Remondis Lkw mit flüssigen Abfällen in den Biggesee stürzt, dann wäre das eine Katastrophe.


Da unser Bürgermeister sich ein neues Rathaus wünscht, braucht er natürlich eine Menge neue Steuereinnahmen. Wir in Oberveischede freuen uns nicht, wenn der Bürgermeister mit den Steuereinnahmen von Remondis das neue Rathaus bezahlen möchte und im gleichen Atemzug unser Trinkwasser bedroht ist.


Mir stellt sich die Frage „Was denken Politiker, wenn sie solche Entscheidungen treffen?“ Zur Zeit läuft nur die Planung, aber Remondis hat gute Anwälte und die Stadt Olpe hat ebenfalls Anwälte beauftragt.


Mir hat sich in der Bürgerversammlung der Eindruck aufgedrängt, dass die Anwälte, die für die Stadt Olpe arbeiten, den klaren Auftrag haben alles „wasserdicht“ zu machen, um die Anlage auf jeden Fall bauen zu können. Zum Schluss bleiben noch die Abwässer von Remondis, die in einer Kläranlage aufbereitet werden müssen, davon wird es eine ganze Menge geben. Die Abwässer von Remondis werden die Grenzwerte einhalten, aber Abwässer von Haushalten sind mit Sicherheit unproblematischer.


Jörg Thomas, Oberveischede

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