Wolfsgebiete

Wolf im Kreis Borken: Wolfsgebiet Schermbeck könnte wachsen

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In Wolfsgebieten können Halter von Nutztieren Geld für Schutzmaßnahmen bekommen – etwa für Herdenschutzhunde.

In Wolfsgebieten können Halter von Nutztieren Geld für Schutzmaßnahmen bekommen – etwa für Herdenschutzhunde.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Im Kreis Borken gibt es seit mindestens sechs Monaten einen Wolf. Das Wolfsgebiet Schermbeck könnte deshalb bald erweitert werden.

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium prüft in den Kreis Borken. Das bestätigte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage der Redaktion. Damit würde die sich bisher überwiegend im Kreis Wesel befindende Zone erheblich erweitert werden. Möglich wäre aber auch, dass im Raum Borken ein eigenständiges Wolfsgebiet eingerichtet wird – es wäre dann das fünfte in Nordrhein-Westfalen.

Wolf im Kreis Borken: Gebiet Schermbeck könnte wachsen

Im Kreis Borken hält sich nach Angaben des Ministeriums bereits seit mindesten sechs Monaten , er wurde demnach bisher dreimal genetisch nachgewiesen. Damit gilt das Gebiet in den Wäldern der Hohen Mark nördlich der Lippe zwischen Reken und Haltern am See nach den bundeseinheitlichen Standards bereits als Wolfsterritorium. Das entsprechende Gebiet befindet sich rund 20 Kilometer von Schermbeck beziehungsweise Hünxe entfernt, wo es bisher die meisten Wolfssichtungen gab.

Im Gegensatz zu den Schermbecker Wölfen ist GW2347 bisher nicht durch Übergriffe auf Haus- oder Nutztiere aufgefallen, heißt es vom Ministerium. Es sei aber wahrscheinlich, dass die im Kreis Wesel lebenden Tiere und der Rüde im Kreis Borken bereits Kenntnis voneinander genommen haben. „Allerdings sind Wolfe ‘territorial’, ein etabliertes Wolfsrudel duldet im allgemeinen keine fremden Wölf in seinem Territorium“, heißt es vom Umweltministerium. Die Entscheidung darüber, ob das Wolfsgebiet Schermbeck in Richtung Osten erweitert wird, soll im Laufe der nächsten Monate fallen, heißt es.

Das Umweltministerium NRW hat für Gebiete, in denen Wölfe nachgewiesen sind, gesonderte Fördermöglichkeiten geschaffen: In Landschaftsräumen, die als sogenannte „Wolfsgebiete,“ „Pufferzonen“ und „Wolfsverdachtsgebiete“ ausgewiesen sind, haben Tierhalterinnen und -halter die Möglichkeit, bei Herdenschutzmaßnahmen vom Land finanziell unterstützt zu werden.

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Der Landrat des Kreises Borken, Kai Zwicker (CDU), sagte jetzt der Rheinischen Post, der Wolf habe in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft wie dem Münsterland, dem angrenzenden Ruhrgebiet und dem Niederrhein nichts verloren. Aus Naturschutzsicht sei die Wiederansiedlung ein Erfolg, zitierte die Zeitung zudem den Landrat des Kreises Recklinghausen, Bodo Klimpel (CDU). Wölfe seien aber Raubtiere, Sicherheit müsse immer vorgehen. „Angesichts der Vorfälle mit Nutztieren kann ich die Sorgen der Bürger sehr gut nachvollziehen.“ Im Juni war auch im Kreis Olpe ein Wolf nachgewiesen worden. Das Tier war in einem Waldgebiet in Attendorn gesichtet worden. Nähere Angaben gab es beim Landesamt für Umwelt- und Naturschutz (Lanuv) NRW seitdem nicht. (mit dpa)

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