Jahreshauptversammlung

Ahm-Bürgerinitiative stellt Eilantrag

Im Gesellschaftsraum bei „Schulte im Ostfeld“ hielt die Bürgerinitiative ihre Jahreshauptversammlung ab, zu der Monika Langmann 16 Mitglieder begrüßte.

Im Gesellschaftsraum bei „Schulte im Ostfeld“ hielt die Bürgerinitiative ihre Jahreshauptversammlung ab, zu der Monika Langmann 16 Mitglieder begrüßte.

Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Die Erweiterung des HKW-Steinbruchs soll dadurch verhindert werden. Und gute Chancen rechnet sich die Bürgerinitiative auch aus.

Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Ahm als Natur- und Erholungsraum (BI) ahnte nicht, als sie ihre Jahreshauptversammlung auf den 11. Oktober legte, dass sich die Ereignisse rund um diesen Termin, um den Ahm, die Hohenlimburger Kalkwerke (HKW) und deren Steinbruch überschlagen würden. Und so standen die in den vergangenen vier Monaten erteilten Genehmigungen und eingereichten Klagen auch im Mittelpunkt des Abends, an dem sich 16 Mitglieder bei Schulte im Ostfeld einfanden.

Die Grundstimmung war angespannt aber optimistisch, nachdem der Stadtrat zwei Tage zuvor einstimmig beschlossen hatte, dass die Stadt Iserlohn die BI bei ihren Anliegen, die Steinbrucherweiterung zu verhindern, unterstützen möge – in welcher Form auch immer (wir berichteten). Die Chronologie der Ereignisse war natürlich Bestandteil des Rückblicks der Vorsitzenden Monika Langmann auf die wichtigsten Aktivitäten und Daten dieses Jahres. So sprach sie die von der Stadt Hagen erteilte Genehmigung zur Steinbruch-Erweiterung vom 20. Juni an, ebenso die Einreichung einer zunächst vorläufigen Klage durch die BI am 23. Juli, woraus am 17. August eine offizielle Klage wurde.

Antrag würde Genehmigung außer Kraft setzen

Darauf reagierte die Stadt Hagen am 2. Oktober mit der Erlaubnis zum sofortigen Vollzug, wodurch die aufschiebende Wirkung der BI-Klage aufgehoben wurde. Sie wird „in diesen Tagen“, wie Thomas Meiwes, Experte für Planungs- und Umweltrecht in den Reihen der Initiative, bekanntgab, einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Arnsberg stellen. Dadurch soll den HKW das Recht genommen werden, zur Tat zu schreiten. Der Schritt der BI ist laut Meiwes keineswegs so selbstverständlich wie es den Anschein hat. „Wir haben lange überlegt, was nun zu tun ist, weil eine erneute Klage nur eine aufschiebende Wirkung hat. Aber wir haben uns dafür entschieden, weil wir eindeutige Signale an die Politik, an die Letmather und an die Bezirksregierung senden wollen. Und außerdem: Wer ,A‘ sagt, muss auch ,B‘ sagen.“

Hinter der Klage steckt zunächst die Hoffnung, Zeit zu gewinnen. „Die Urteilslandschaft hat sich zuletzt deutlich zugunsten des Naturschutzes verschoben, siehe Hambach“, betonte Meiwes. Vor allem aber sieht er Chancen, tatsächlich erfolgreich zu sein und nicht nur symbolische Duftmarken zu setzen. Er spricht den sogenannten Gebiets-Entwicklungsplan an, aus dem hervorgeht, welche Gebiete für künftige Abgrabungen vorgesehen sind. „Die Stadt Hagen hat den Kalkwerken eine Abbau-Erlaubnis erteilt, die über den im Gebiets-Entwicklungsplan festgeschriebenen Bereich hinausgeht“, sagte Meiwes nach der Jahreshauptversammlung auf Nachfrage.

Vorstand einstimmig wiedergewählt

Die Versammlung drehte sich nicht ganz zu 100 Prozent um die Auseinandersetzung mit den Kalkwerken. Dass der Vorstand mit Monika Langmann an der Spitze, Cornelia Rittmeier als zweite Vorsitzende und Margarete Dittrich als Schatzmeisterin geschlossen und einstimmig wiedergewählt wurde, geriet beinahe zur Randnotiz. Einstimmig wurde auch Andreas Habbel zum Kassenprüfer gewählt. Und nach dem erfolgreichen Waffelverkauf im Rahmen des Late-Night-Shoppings möchten die Mitglieder die Passanten auf der Hagener Straße nun regelmäßig an Samstagen mit Waffeln versorgen, Auftakt ist heute von 10.30 bis 13 Uhr. Von dem Geld soll letztendlich der Ahm in seiner jetzigen Form erhalten werden. Dass Spenden für die gerichtliche Auseinandersetzung dringend benötigt werden, sagte Monika Langmann so deutlich wie wahrscheinlich nie zuvor: „Klagen ist teuer und kostet gerne mal zwischen 15 000 und 25 000 Euro.“ Der aktuell heiße Konflikt überstrahlte alles.

Kein Friede zwischen BI und HKW in Sicht

Die Mitglieder Dr. Meinolf Henning und Hans Niggemann meldeten sich zu Wort und wiesen auf die hohe Frequentierung des Ahm durch Spaziergänger, mit und ohne Hund, und Dauerläufer hin. „Und die kommen sowohl aus Letmathe, als auch aus Hohenlimburg“, merkte Dr. Henning an. Niggemann drückte seinen Unmut über verschiedene Störaktionen und um Veranstaltungen der BI aus. „Und uns halten sie vor, wir seien nicht gesprächsbereit.“

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