Kultur

Alltagsgeschichten mit überraschender Pointe

Thomas Spitzer bot einen sehr unterhaltsamen Abend.

Foto: Wolfgang Meutsch

Thomas Spitzer bot einen sehr unterhaltsamen Abend. Foto: Wolfgang Meutsch

Genna.   Poetry-Slammer Thomas Spitzer präsentierte sich als Kabarettist im ausverkauften „Bahnsteig 42“.

Ein Kleinod für Kleinkunst in Letmathe ist das Café „Bahnsteig 42“, das am Donnerstag erneut zum Veranstaltungsort für einen vergnüglichen Abend wurde. Die Redaktion von „Caput“, dem pfiffigen Magazin, das von Menschen mit und Menschen ohne Behinderungen herausgegeben wird, hatte den Wortkünstler Thomas Spitzer eingeladen und freute sich schon im Vorfeld, dass die Veranstaltung ausverkauft war.

Zunächst begrüßte jedoch Pascal Wink in gewohnter Weise die Gäste - dabei nicht wenige, die schon zum Stammpublikum gehören. Er machte auf das eben erschienene Kulturprogramm für das zweite Halbjahr aufmerksam, in dem sich weitere interessante Künstler verschiedenster Genres an diesem besonderen Ort, genaugenommen der kleinen Bahnhofshalle, ein Stelldichein geben. Seit fast drei Jahren betreiben die Iserlohner Werkstätten den „Bahnsteig 42“, der sich mit viel Charme in Letmathe etabliert hat.

Dann trat Thomas Spitzer selber auf, ein Sprachakrobat, der in den vergangenen Jahren zunehmend bekannter geworden ist, sich dabei vor allem durch Poetry-Slam einen Namen gemacht hat. Von seiner Slam-Kunst präsentierte Spitzer, anders als erwartet, leider an diesem Abend nichts, sondern plauderte locker in kabarettistischer Manier und kam „von Hölzken auf Stöcksken“, wie eine Zuhörerin es treffend beschrieb.

Ein junger Mann philosophiert über das Älterwerden

Roter Faden war das „Älterwerden“, wobei Spitzer, noch nicht ganz 30, in seiner direkten Art feststellte, dass man ihm bei der Wahl dieses Themas fast Zynismus unterstellen könne – und musterte verschmitzt das zumeist etwas ältere Publikum, das ihm diesen Spott keineswegs übel nahm. Im Gegenteil mischten einzelne Zuhörende gerne kommentierend mit.

Spitzer erzählte gut beobachtete Alltagsgeschichten, manchmal mit überraschender Pointe. Dabei er berichtete er über die Städte, in denen er gelebt hat, und die dortigen Gepflogenheiten, würzte so manche Schilderung auch mit schwarzem Humor, philosophierte über das Zugfahren, Schweizer Taschenmesser und seine sauerländer Oma. Auch nahm er die WC-Anlagen-Kette „Sanifair“ aufs Korn, etwa die Komik in deren Werbeslogan „Entspannt shoppen“. Schließlich kamen Kostproben aus zweien seiner Bücher zu Gehör und sorgten für viel Gelächter.

So bot Thomas Spitzer mit seinem Programm einen entspannten, unterhaltsamen Abend, zu dessen guter Atmosphäre letztlich auch das frühsommerliche Wetter beitrug. Mancher trat in der Pause gerne nach draußen, gut versorgt mit Leckereien oder einem Glas Wein aus dem Café.

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