Diakonie

Altenbetreuung nachhaltig geprägt

Bei der Diakonie ist es eine schöne Tradition, leitende Mitarbeiter wie Jürgen Kafczyk im Rahmen eines Gottesdienstes zu verabschieden und ihnen dabei auch einen persönlichen Segen mit auf den Weg zu geben, wie hier durch Pfarrer Martin Wehn.

Foto: Michael May

Bei der Diakonie ist es eine schöne Tradition, leitende Mitarbeiter wie Jürgen Kafczyk im Rahmen eines Gottesdienstes zu verabschieden und ihnen dabei auch einen persönlichen Segen mit auf den Weg zu geben, wie hier durch Pfarrer Martin Wehn. Foto: Michael May

Oestrich.   Jürgen Kafczyk, Chef der 14 Diakonie-Pflegezentren in Iserlohn, Hemer, Schwerte, Fröndenberg, Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis, wurde in den Ruhestand verabschiedet.

„Eine lange Ära“ bei der Diakonie Mark-Ruhr, so der theologische Vorstand Pfarrer Martin Wehn, ging am Freitagvormittag im Diakoniezentrum Oestrich zu Ende: Mit Jürgen Kafczyk wurde der Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet, der die DMR-Altenbetreuung „nachhaltig geprägt“ habe bis zum heutigen Tag mit ihren insgesamt 14 Pflegezen­tren zwischen Hemer und Hattingen, zwischen Breckerfeld und Fröndenberg-Frömern, in denen sich rund 1000 Mitarbeiter um mehr als 1200 Menschen kümmern.

Vier der Seniorenwohnheime wurden in seiner Verantwortung errichtet: der Neubau des Hauses Hermann-von-der-Becke in Hemer (2005), das Meta-Bimberg-Haus in Hennen (2007), das Hans-Jürgen-Janzen-Haus in Fröndenberg (2009) und eben das in Oestrich (2010). Zudem hat Kafczyk drei Häuser kernmodernisieren lassen, so zuletzt zwei Heime in Hattingen und Breckerfeld, und er hat die Planungen für den Umbau von drei weiteren Häusern in Schwerte, Hattingen und Wetter auf den Weg gebracht, damit auch sie innerhalb der kommenden zwei Jahre die Einzelzimmerquote von 80 Prozent erfüllen. „Pflegeheime zu bauen bzw. zu modernisieren, ist mein Hobby geworden“, sagte der Sümmeraner dann auch mit einem Schmunzeln im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Das Wichtigste für ihn in den 27 Jahren in leitender Funktion bei der Diakonie war immer das Wohl der Bewohner, wie auch der kaufmännische Geschäftsführer Volker Holländer feststellte: „Alle Vorhaben, Pläne, Maßnahmen und Konzepte haben Sie immer konsequent vom älteren Menschen her gedacht. Welche Möglichkeiten gibt es – auch bei noch so eingeschränktem Budget für Bau, Ausstattung und Betrieb – das Maximale an Qualität für die Bewohner zu erreichen?“ Das sei die Leitfrage gewesen, bei der stets auch ein möglichst großes Maß an Individualität für den Einzelnen berücksichtigt werden sollte. Visionär sei die von Kafczyk und Helmut Bernhardt, dem langjährigen EKS-Geschäftsführer, verfolgte Strategie gewesen, an fast jedem Standort neben „Altenpflegeheimen mit einem außergewöhnlichen Standard“ auch Senioren-Servicewohnungen zu errichten. Mit Stolz könne Kafczyk, so Holländer, nicht nur auf ein erfülltes Berufsleben zurückschauen, sondern auch auf das, was er zusammen „mit einem tollen Leitungsteam und motivierten Mitarbeitern wesentlich mit geschaffen und gestaltet hat und was noch lange Bestand haben wird.“ Die Diakonie verliere einen „absolut loyalen, kompetenten und erfolgreichen Geschäftsführer und einen tollen verlässlichen, stets hilfsbereiten und humorvollen Kollegen“.

„Sie haben Ihren Beruf nicht nur mit großer Fachkompetenz und Umsicht ausgeübt, sondern vielmehr Ihre Aufgabe als Berufung verstanden, für die Menschen da zu sein und Orte zu schaffen, wo die Menschen mit Leib und Seele, mit einem guten Gefühl zuhause sind“, lobte Superintendentin Martina Espelöer als Vorsitzende des DMR-Verwaltungsrates. Mit seinem Fachwissen sei Jürgen Kafczyk immer „ein wichtiger Mitstreiter bei der Weiterentwicklung der Pflegelandschaft im Märkischen Kreis“ gewesen, sagte der stellvertretende Landrat Lutz Vormann.

Diese und noch viele weitere lobende Worte von Mitarbeitern und Wegbegleitern fand Jürgen Kafczyk „überwältigend“. Denn für ihn sei die Arbeit eine Selbstverständlichkeit gewesen. Mehr als 100 Prozent zu geben, war für den heute 63-Jährigen nie eine Frage, für seine leitenden Mitarbeiter war er immer erreichbar. „Denn wenn man sich um hochbetagte Menschen kümmert, kann es zu Situationen kommen, in denen das notwendig ist.“ Er freue sich, dass viele Visionen in den vergangenen 27 Jahren Wirklichkeit wurden, so dass Altenheime heute „Orte der Begegnung“ und eng eingebettet in das Leben der Kirchengemeinde seien. „Ex­trem wichtig“ sei ihm seit seiner Ausbildung und bis heute die Verbesserung der Situation Demenzkranker. Jürgen Kafczyk dankte den „vielen tollen Menschen“, die ihn begleitet hätten, und ganz besonders natürlich seiner Frau Sabine und seinen drei Söhnen.

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