Bürgerinitiative fordert Baustopp

„Am Ahm werden Fakten geschaffen“

Der Landschaft am Ahm drohen erhebliche Eingriffe. Die Gräben und Erdwälle für die neue 10-kV-Stromleitung markieren bereits eine noch gar nicht beantragte Erweiterungsfläche für spätere Jahrzehnte.

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Der Landschaft am Ahm drohen erhebliche Eingriffe. Die Gräben und Erdwälle für die neue 10-kV-Stromleitung markieren bereits eine noch gar nicht beantragte Erweiterungsfläche für spätere Jahrzehnte. Foto: IKZ

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Letmathe.  Die Letmather dürften sich bei „Enervie“ für die aufgeschütteten Erdwälle auf dem Ahm bedanken. Können sie doch jetzt endlich genau sehen, wie nah der Hohenlimburger Steinbruch einmal an den Dümpelacker heranrücken soll.

Der Energieversorger hat einen langen Graben ausbaggern lassen, um neue 10-kV-Erdkabel zu verlegen. Sie sollen im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme die alten Kabel zwischen Oege und Elsey ersetzen. Das aus Letmather Sicht Bemerkenswerte daran: Die alten Kabel verlaufen mitten durch das Steinbrucherweiterungsgebiet. Die neu ausgehobenen Gräben aber „umgehen“ nicht nur diese Erweiterungsfläche. Sie „schlagen“ vom Umspannwerk Oege bis zum Wasserbehälter Steltenberg einen noch viel größeren Bogen, der Platz lässt für eine spätere abermalige Ausdehnung des Steinbruchs.

Aus Sicht der „Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm“ ist das erschreckend. „Hier werden Fakten geschaffen für eine landschaftsfressende Maßnahme, die weit über die jetzt genehmigte Steinbrucherweiterung hinausgeht“, erklärte die Vorsitzende der Initiative, Monika Langmann, auf Anfrage. Es entstehe der Eindruck, als ob man den Kalkwerken die Option für eine nochmalige Erweiterung in den nächsten Jahrzehnten auf keinen Fall verbauen möchte. Die Initiative bemängelt überdies, dass die Stadt Iserlohn bei der Genehmigung der Erdkabelverlegung außen vor geblieben ist

Mit all dem ist die Bürgerinitiative alles andere als einverstanden, zumal sie ja mit Hilfe der Stadt Iserlohn gegen die Steinbrucherweiterung klagt. Sie fordert einen sofortigen Baustopp. Kritisch fragt sie, wie die Behörden des Märkischen Kreises dazu kommen, eine solche Maßnahme zu genehmigen. Schließlich gelte doch der Grundsatz, dass Eingriffe in Natur und Landschaft möglichst schonend ausfallen müssten. Eine kürzere Trasse, die keinen großen Bogen schlägt, wäre somit vorzuziehen gewesen. Außerdem sei die aktuell geplante Steinbrucherweiterung noch nicht rechtskräftig. Der Ausgang des Klageverfahrens hätte also erst einmal abgewartet werden müssen, beziehungsweise die Kabelverlegung nur unter Vorbehalt genehmigt werden dürfen. Wobei für die Nutzung der weiträumigeren Optionsfläche noch gar kein Antrag gestellt sei, auch wenn sie im Hagener Flächennutzungsplan schon als Abbaufläche gekennzeichnet sei.

Die Firma „Enervie“ hatte bei einem Pressetermin in Hohenlimburg darauf hingewiesen, dass die 50 Jahre alten Leitungen aus wirtschaftlichen Gründen ausgetauscht werden müssten. Bei einer Erweiterung des Steinbruchs hätten die alten Leitungen ohnehin entfernt werden müssen, während die neue Trasse von einer möglichen Erweiterung nicht mehr betroffen sei. Diese Sanierungsmaßnahme sei von den Behörden ordnungsgemäß genehmigt worden und werde bis Ende des Jahres abgeschlossen.

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