Bahnhofssanierung

Am Bahnhof wird wieder gearbeitet

Sobald der Mittelbahnsteig nicht mehr im dunklen Abseits steht, sollen dort wieder Züge halten und nicht mehr nur durchrauschen. 

Sobald der Mittelbahnsteig nicht mehr im dunklen Abseits steht, sollen dort wieder Züge halten und nicht mehr nur durchrauschen. 

Foto: Oliver Bergmann

Genna.   Der „Marsch nach Hohenlimburg“ soll bald der Vergangenheit angehören.

Es geht tatsächlich voran: Seit Montag wird die Sanierung des Bahnhofs Letmathe fortgesetzt. Und es kommt für die Reisenden noch besser: „Wir arbeiten zunächst daran, den Halt der Züge wieder in den bereits sanierten Bahnsteigbereich zu verlegen. Das muss bis Ende des Jahres funktionieren.“ Ein mit dem Projekt vertrauter Experte, der gegenüber der Heimatzeitung diese Auskunft gab, ergänzte: „Das hat oberste Priorität, weil Abellio sonst nicht mehr mitmacht.“

Das private Eisenbahnunternehmen, das seit 2007 den Personenverkehr auf der Ruhr-Sieg-Strecke und damit auch durch den Bahnhof Letmathe unterhält, formulierte es in einer schriftlichen Stellungnahme nicht so scharf. Druck sei nicht ausgeübt worden. Vielmehr sei die nun eingetretene Entwicklung „auf viele Gespräche und gute Zusammenarbeit zurückzuführen“. Weiter teilte Abellio mit, dass man stets im engen Austausch mit den Kollegen der DB Netz stehe und selbstverständlich jegliche Arbeiten begrüße, die der Sanierung der Infrastruktur dienen, um die Fahrgäste weiterhin sicher und pünktlich ans Ziel bringen zu können.

Gleismagneten sorgen für Sicherheit

In diesen Tagen werde zunächst damit begonnen, einen Kabelkanal zu bauen, so dass die Beleuchtung am neuen Bahnsteigdach angeschlossen und eingeschaltet werden könne. „Vorarbeiten“ nennt die Deutsche Bahn diesen Schritt. Eine Konzernsprecherin bestätigte die bevorstehende Verlagerung des Haltebereichs, damit sei allerdings nicht vor Ende Dezember 2018 zu rechnen. Bis es soweit ist, muss noch der Einbau neuer Gleismagneten erfolgen. Sie kontrollieren, ob der Lokführer die Haltesignale im Bahnhof beachtet und ob die vorgegebene Geschwindigkeit eingehalten wird. Die Arbeiter wollen jedoch aufs Tempo drücken. Zwar werde momentan noch nicht in der Nacht gearbeitet, darüber könne aber zu einem späteren Zeitpunkt neu entschieden werden. „Eventuell passiert das ab November. Es hängt davon ab, wie wir voran kommen“, hieß es am Dienstag vor Ort. Bei allem Ärger über den weit von den Zugängen entfernten Halt der Züge haben Bahnfahrer ihren Humor nicht verloren. „Um einsteigen zu können, muss man ja bis Hohenlimburg laufen“, heißt es seit Jahren.

Auch der Personentunnel ist noch nicht in dem Zustand, wie ihn sich die Deutsche Bahn wünscht. „Die Decke muss noch verkleidet, der Boden gefliest und die Wände müssen verkleidet werden“, so die weitere Auskunft des Mannes, der um Anonymität gebeten hat. Lediglich während die Fliesen verlegt werden, müsse die Unterführung nochmal halbseitig gesperrt werden. Weitere Einschränkungen hätten die Fahrgäste nicht zu befürchten. Auch mit bösen Überraschungen für die Arbeiter rechnet der Experte nicht. „Die haben wir hoffentlich schon alle hinter uns.“ Keine Überraschung ist, dass am neuen Bahnsteigbereich bereits Frostschäden behoben werden müssen, weil die Steine vor zwei Jahren während einer Frostperiode verbaut wurden.

Ab Anfang 2019, so der Plan, werde sich dann den Aufzügen gewidmet. Bei ihnen wird aber bereits jetzt um Geduld gebeten. „Es ist nicht so, dass wir sie einbauen und alles ist sofort gut. Es folgen anschließend noch die Abnahme und eine längere Phase von Prüfläufen.“ Sie könne sich durchaus bis April/Mai hinziehen.

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