Szene

Ansteckendes Album „Lichterloh“

Jan Zimmers Band „Blockrudel „feierte Release-Konzert zum Erscheinen des neuen Albums „Lichterloh“.

Jan Zimmers Band „Blockrudel „feierte Release-Konzert zum Erscheinen des neuen Albums „Lichterloh“.

Foto: Cornelia Merkel

Letmathe.  „Blockrudel“-Idole brennen musikalisches Rap- und Hip-Hop-Feuerwerk ab.

Bei der neuen CD „Lichterloh“ ist der Titel Programm. Die heimische Deutschrap-Band „Blockrudel“ um den Letmather Drummer Jan Zimmer brannte bei der Vorstellung ihres zweiten Albums am Samstag ein musikalisches Feuerwerk ab.

Die Stimmung im coolen Eventclub der ehemaligen Rock- und Pop-Fabrik an der Hagener Straße kochte, da konnten auch XXL-Ventilatoren nicht viel ausrichten. Bei Saunatemperaturen feierten die Fans ihre Idole Basti, Marcel, Mila und Jan, die in ihren neuen Liedern mit nachdenklichen, sentimentalen, lustigen und frechen Texten das Lebensgefühl von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachzeichnen.

Und das mächtig laut. So laut, dass etliche Fans gerne zugriffen, als eine Kiste mit Gehörschutzstöpsel rumgereicht wurde. Die Front-Rapper Serious M (Ernst Meier) und Tänzer (Sebastian Gröne) warten mit Sängerin Mila in Liedern wie „Randale“, „Lichterloh“, „Weit weg“, „Tag X“, „die Welt geht kaputt“ und „Schüsse aus der Geisterstadt“ mit ehrlichen Texten über Gewalt, Drogen, Schulprobleme, Lebenskrisen und kleine Fluchten auf. In dem schweißtreibenden Konzert gaben die Rapper alles. Bassmann Sebastian Geber griff als Gastmusiker im die Saiten.

Im Lied „Kindsköpfe“ philosophierten sie über das schwere Leben und den Wunsch nochmal Kind zu sein. Sie machen modernen Hip-Hop mit einer poppigen Note, der das Publikum ansteckt, das tanzend und singend mitgeht und die Arme im Takt hin- und herwiegt. „Ihr seid mächtig textsicher. Das ist echt geil“, lobte Serious M die überwiegend jungen Fans. Sie kennen auch die Lieder des ersten Albums „Taub und Blind“, wie sich an diesem „Blockrudel“-Party-Abend immer wieder zeigte.

Sein charismatischer Rapper-Kollege Tänzer reichte eine Kiste mit Äpfeln ins Publikum – wieder eine sympathische Geste des „Blockrudels“, das eine starke Beziehung zu seinen Fans besitzt, die überwiegend aus der näheren Umgebung stammen. Umgekehrt reichten Bewunderer Wasserflaschen zur Erfrischung der Musiker auf die Bühne. Um Liebe, Freundschaft, Familie, Geborgenheit und Sicherheit geht es in dem hitverdächtigen Lied „Safe“, das Ohrwurmqualität besitzt.

Bandscheibenvorfall mit fetten Beats überspielt

Dass Jan Zimmer bis einen Tag vor dem Konzert noch mit einem Bandscheibenvorfall laboriert hatte, weil er bei der Vorbereitungen zu dem Konzert zu kräftig angepackt hatte, war ihm in seiner teil-verglasten Schlagzeug-Kabine auf der Bühne nicht anzumerken. Mit fetten Beats gab er die fetzige Marschrichtung vor. Kollege Tänzer kokettierte hin- und herwippend mit der Kreuzbandriss-Schiene auf der Bühne.

Ganz vorne feierten die jüngsten Fans, unter ihnen auch der achtjährige Till Hauschild, der zum Finale mit auf die Bühne durfte. Der stolze Stepke sang mit seinem Gitarrenlehrer Sebastian Gröne aus der Rock- und Pop-Fabrik und den „Blockrudel“-Rappern nochmal „Lichterloh“.

Bis spät in die Nacht umlagerten die Fans mit Autogrammwünschen und machten viele Selfies mit den glücklich wirkenden Musikern. Jan Zimmer und seine Kollegen zeigten sich begeistert von den vielen positiven Rückmeldungen ihrer Fans, die zu dem tollen Album und dem starken Auftritt gratulierten. „Die liebste Rap-Band aus NRW“, wie sie sich „Blockrudel“ selber bezeichnet, ist in ihrer melodischen Kombination aus Deutschrap mit hip-hoppigen und rockigen Sounds nicht vergleichbar mit den in die Schlagzeilen geratenen Echo-preisgekrönten Skandalrappern Kollegah und Farid Bang. Auch wenn es beim „Blockrudel“ nicht alles lieb und „Ponyhof“ ist.

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