Letmathe. „Wohltätigkeitswanderer“ machen auf ihrem Weg in die Bundeshauptstadt in Letmathe Station und staunen über die Waldschule.

Viel Neues sehen und hören, frische Luft genießen und gleichzeitig Gutes für andere tun. Das alles lässt sich prima miteinander verbinden, wenn man von Hohenlimburg über Letmathe nach Iserlohn wandert. 16 Frauen und Männer haben dies gestern bei nasskaltem Wetter getan. Die „Lady Lions“ aus Langenfeld, die vom Rheinland aus in 100 Etappen nach Berlin wandern, streiften auf ihrer neunten Etappe das Märkische Sauerland.

Jeder kann beliebig viele Etappen mitwandern, wenn er für mindestens fünf Euro eine Teilnehmernadel erwirbt. Da dieses Geld dem Kinderhilfswerk „Friedensdorf Oberhausen“ zugute kommt, spenden die meisten wesentlich mehr. Die Teilnehmerzahl schwankt je nach Wetter. Seit der Startetappe wurden rund 400 Teilnehmer gezählt und etwa 25 000 Euro eingenommen, auch Sponsorengelder. Das lässt auf eine stolze Summe hoffen, wenn die Lady Lions mit „Gefolge“ in Berlin eintreffen. Soweit zum Kapitel Gutes tun.

Nirgendwo kann man besser Deutsch lernen als im Wald

Nun zum Thema „Neues sehen und hören“: Als ersten Zielpunkt in Letmathe hatten die 16 Wohltätigkeits-Wanderer die Waldschule MK an der Humpfert angesteuert. Unterwegs dorthin erfuhren sie von ihrem Etappenführer Johannes Klopocki, dass sie gerade ihre Wanderschritte über einzigartige geologische Formationen lenkten. „Es gibt nur drei Stellen auf der Welt, wo Gesteinsschichten aus Karbon und Devon gleichzeitig ans Tageslicht treten“, erklärte der Hohenlimburger, „in China, in Frankreich und hier bei uns.“

Noch viel mehr zu staunen gab es für die Langenfelder Ladys dann in der Diorama-Halle der Waldschule. Von präparierten Hirschen und Wildschweinen umgeben, hörten sie , dass der Wald ein wunderbarer Sprachlernort für Migranten und Flüchtlinge ist. Aus dem Munde von Waldlehrer Axel Dohmen vernahmen sie, dass man offenbar nirgendwo besser Deutsch lernen kann als an der frischen Luft zwischen Buchen, Fichten und Eichen. Die steigende Nachfrage nach „Sprachcamps“ im Wald beweise es. Auch Vizebürgermeister Thorsten Schick wies in einer Begrüßungsansprache die Wandergäste auf die Erfolge und die Bedeutung der Waldschule hin. Übrigens wird bei Veranstaltungen im Wald auch mit Begeisterung am Lagerfeuer gekocht und gebacken, wie Dohmen weiter erzählte. „Besonders beliebt und lecker sind Brennnessel-Chips“.

Für die Gäste lagen zwar keine Brennnessel-Chips zum Probieren bereit, dafür aber hatte der Lionsclub Iserlohn-Letmathe ein kleines Büffet mit erlesenen Köstlichkeiten vorbereitet – beispielsweise aromatische Tomätchen in einem Gebäckschälchen mit heimischem Bärlauch. Der hiesige Lionsclub begleitet die Wanderer übrigens durchs Iserlohner Stadtgebiet bis nach Hemer hinein, wo der dortige Club die Betreuung übernimmt. Zum Besichtigungsprogramm gehören die Dechenhöhle, der Danzturm und das Felsenmeer.

Die Tagesetappe am heutigen Mittwoch führt von Iserlohn über Hemer nach Menden. Wer mitwandern und Gutes tun möchte, sollte sich um 9.30 Uhr am Hotel Campus-Garden einfinden und fünf Euro (oder mehr) mitbringen.