Lössel. Die Lösseler Ortsvereine haben wieder einen Adventsmarkt auf die Beine gestellt, der viele Leute anzog. Im Hintergrund gibt es ein Problem.

Bei Feiern ist normalerweise zum Start noch nicht viel los, deswegen kommen Gäste auch gerne etwas später, wenn zum Geburtstag oder ähnlichem geladen wird. Das widerspricht natürlich ein gutes Stück der typisch deutschen Pünktlichkeit. Das zeigte sich auch am vergangenen Wochenende beim Adventsmarkt in Lössel. Zu spät kommen ist dort keine Option und so war der Dorfplatz bereits zum Start sehr gut gefüllt.

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Möglich machten das die Lösseler Ortsvereine, die am Samstag an und in der Begegnungsstätte den Geschmack der vielen Besucher getroffen hatten. Bei Glühwein, Bier, Kinderpunsch, Würstchen und Reibeplätzchen konnten Handwerkliches und Gebasteltes erworben werden. Während Iserlohn im Durchschnitt auf Weihnachtsmärkten 3,50 Euro für den Glühwein nimmt, gab es das wärmende Getränk in Lössel für 2,50 Euro zu erstehen. Die Warteschlange am Stand war entsprechend lang. Gleiches galt auch bei den Speisen. Genuss gehört für die Lösseler zum Adventsmarkt eben dazu.

Lösseler Adventsmarkt war für die ganze Familie interessant

Stefan Köhler, Vorsitzender der Ortsvereine, war wieder zufrieden mit dem Markt: „Wir haben viele Familien hier und auch für Kinder ist das sehr interessant. Die Leute kommen zum Plaudern her. Wir haben gemerkt, dass das nach Corona sehr wichtig wurde. Der Bedarf ist groß.“ Das Wetter sorgte für den zusätzlichen Flair. Kalt, aber trocken, dazu etwas Schnee auf dem Boden.

Wir haben viele Familien hier und auch für Kinder ist das sehr interessant. Die Leute kommen zum Plaudern her. Wir haben gemerkt, dass das nach Corona sehr wichtig wurde. Der Bedarf ist groß.
Stefan Köhler, Vorsitzender Ortsvereine Lössel

In der Begegnungsstätte wartete wieder ein Basar mit neun Ständen, an denen es die unterschiedlichsten selbst hergestellten Waren gab. Außerdem gab es erneut eine kleine Tombola, die der Förderverein des Kindergartens Lössel veranstaltete. Wer sich ein Los kaufte, konnte verschiedene gespendete Sachpreise gewinnen. Der Erlös kommt dem Förderverein zugute. Wenn das nicht Ansporn genug war, gab spätestens der Slogan „Jedes Los ein Gewinn“ den letzten Schubs. Das schien nicht nötig zu sein, denn das Gedrängel am Stand war riesig.

Hobby-Imker Norbert Pusch überzeugt auf dem Adventsmarkt

Mitten im Getümmel waren auch zahlreiche Kinder, die sich den Weg durch die Menge bahnten. Stellenweise verkauften sie auch Gebackenes und Gebasteltes, um ihren Beitrag zu leisten. Die anderen genossen einfach die Auswahl. Zum Beispiel bei Hobby-Imker Norbert Pusch, der unter anderem Honig-Lollis verkaufte. „Ich hätte gerne vier Lollis“, sagt ein Junge, während er zehn Euro hochhielt. Nachdem er mit Hilfe seiner Mutter die Ware abgezählt hatte, war er auch schon wieder unterwegs. Das Wechselgeld interessierte in dem Alter offenbar noch nicht. Für Pusch nichts Neues. „Ich komme seit sechs oder sieben Jahren vom Rhoden her und man kennt sich mittlerweile. Die Lollis gehen immer gut weg. Hier herrscht jedes Mal eine tolle Atmosphäre.“

Das finden auch Peer Witt und seine Frau Nicole, die mit ihren Söhnen Jasper und Justus das erste Mal zu Besuch auf dem Adventsmarkt waren. „Wir wollten vergangenes Jahr schon kommen. Es ist sehr schön hier. Es herrscht eine schöne Atmosphäre und das alles auf einem so kleinen Fleck. Wir kommen gerne wieder“, sagt der Familienvater.

Lösseler Ortsvereine könnten vor dem Umbruch stehen

Im kommenden Jahr wird die Planung des Adventsmarkts vor einer Herausforderung stehen. Die beiden Vorsitzenden der Lösseler Ortsvereine, Stefan Köhler und Kathrin Jäger, werden die Posten nicht wieder einnehmen und mehr im Hintergrund zur Verfügung stehen. „Wir werden sehen, wie es weitergeht. Wir brauchen junge Leute, die bereit sind, sich langfristig zu engagieren. Aber es ist sehr schwer, diese zu finden. Ich glaube, der Wille ist da, aber sie trauen sich das vielleicht nicht zu“, erklärt Köhler, der mittlerweile seit 17 Jahren den Vorsitz inne hat. Der Adventsmarkt sei deswegen aber nicht gefährdet.