Intercity-Halt Letmathe

Auftrieb für Letmathe und Iserlohn

Letmathe bekommt direkten Anschluss an Großstädte - hier ein Intercity bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof

Letmathe bekommt direkten Anschluss an Großstädte - hier ein Intercity bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof

Foto: Deutsche Bahn AG

Letmathe.   Der Intercity, der ab 2019 Letmathe mit etlichen Großstädten direkt verbinden soll, wird als Bereicherung für ganz Iserlohn gesehen, gibt aber auch Anlass, über Verbesserungen im Bahnumfeld nachzudenken.

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Münster - Siegen, Frankfurt - Heidelberg - Karlsruhe: Letmathe bekommt ab Dezember 2019 per Intercity direkten Anschluss an bedeutende Großstädte. Dies ist zumindest erklärtes Ziel eines neuen Fernverkehrskonzepts der Deutschen Bahn, das in Iserlohn und vor allem in Letmathe Freude und Optimismus ausgelöst hat.

Ein Sprecher der Bahn in Düsseldorf hat gestern noch einmal auf Anfrage der Heimatzeitung bestätigt, dass der Bahnhof Letmathe Intercity-Station auf der Strecke Münster - Karlsruhe werden soll. Ein weiterer Fernverkehrshalt in Iserlohn sei nicht vorgesehen, heißt es weiter. Wie der Stadtbahnhof Iserlohn an den Intercity-Verkehr angeschlossen werden soll, ließ der Bahnsprecher offen. Unbeantwortet blieb auch die Frage, in welchen Zeitabständen der Intercity verkehren und wie lange die Fahrtzeit etwa bis Münster oder Frankfurt dauern wird. Das alles müsse noch im Detail abgestimmt werden.

Dessen ungeachtet sprach die CDU-Ratsfraktion bereits von einer „richtungsweisenden Entscheidung“, die auch den übrigen Bahnstrecken im Stadtgebiet Auftrieb geben werde. Besonders auf der Strecke über Schwerte nach Dortmund bestehe Nachholbedarf. Die CDU beantragt deshalb, Vertreter der Deutschen Bahn und des Zweckverbandes Ruhr-Lippe zu einer Verkehrsausschuss-Sitzung einzuladen.

Großberndt spricht von Zukunftsbahnhof für Iserlohn

Geradezu begeistert zeigt sich Rainer Großberndt, 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft Letmathe: „Iserlohn bekommt in Letmathe einen Bahnhof der Zukunft.“ Der Intercity sei eine Bereicherung für ganz Iserlohn, unterstreiche aber besonders den Aufwärtstrend für Genna. Großberndt sieht den Intercity im Zusammenhang mit dem Lenneradweg, der neuen Promenade und allen Attraktionen, die Letmathe zu bieten hat, von Kiliansdom bis Dechenhöhle.

Allerdings stellt der zweite Mann der Werbegemeinschaft auch die kritische Frage, ob sich durch den Intercity-Verkehr die ohnehin schon langen Wartezeiten am Bahnübergang in Genna noch vergrößern werden. „Schon jetzt sollte man über eine Über- oder Unterführung nachdenken“, so Großberndt.

Auch die CDU macht sich Gedanken über eventuell notwendige Verbesserungen. „Denkbar wären zusätzliche Park-and-Ride-Plätze“, heißt es im Antrag an den Verkehrsausschuss. Über Fragen wie Parkplätze, Fahrradabstellplätze und Fahrkartenverkauf werde es Gespräche mit der Stadt geben, versicherte die Bahnpressestelle. Noch stehe nicht fest, welches Zugmodell eingesetzt werde. Aber je nach Länge müsse geprüft werden, ob die Bahnsteiglänge ausreicht und wie sich die Wartezeiten an den Übergängen verändern. Die neuen Intercity würden auf jeden Fall mehr Komfort bieten als Nahverkehrszüge: Platzreservierungen auch für Fahrräder, bequemere Sitzabstände, verstellbare Sitze, WLAN sowie Snack- und Getränkeservice. Dass die Letmather Bahnsteiganlagen ab Juni 2015 umfassend saniert werden, steht übrigens unabhängig vom Intercitykonzept seit langem fest.

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