Gastronomie

Aus für Dröschedes letzte Kneipe

Es wird vermutlich das letzte Mal gewesen sein, dass ein Gast das „Haus Potthoff“ betritt.

Foto: Kevin Pinnow

Es wird vermutlich das letzte Mal gewesen sein, dass ein Gast das „Haus Potthoff“ betritt. Foto: Kevin Pinnow

Dröschede.   Haus Potthoff hat seit Donnerstag geschlossen – und macht wohl auch nie wieder auf

Gastwirt Joachim Mansfeld hat lange um den Fortbestand von „Haus Potthoff“ gekämpft, selbst drei Herzinfarkte konnten den 60-Jährigen nicht stoppen. Unermüdlich stand er Tag für Tag hinter dem Tresen, zapfte Bier, unterhielt sich mit den Gästen. Doch jetzt hat er den Kampf endgültig verloren. Am Donnerstag gingen die letzten Biere über die Theke, ab heute ist die traditionsreiche Gastwirtschaft geschlossen.

„Es ist einfach nicht mehr angenommen worden“, nennt Joachim Mansfeld das Hauptproblem. Trotz angeblicher Trends, dass junge Leute wieder häufiger Kneipen aufsuchen würden, blieb es im „Haus Potthoff“ oftmals leer. Aber auch der Gesundheitszustand des Wirtes spielt bei der Entscheidung, die seit Dienstag endgültig steht, eine entscheidende Rolle. Drei Herzinfarkte hat er erlitten, zwei leichtere einen schweren. Schon damals hatte die Kneipe für einige Tage geschlossen, laut Mansfeld der Genickbruch.

„Danach ist zu viel erzählt worden, was nicht stimmt.“ Unter anderem, dass die Gaststätte schon komplett geschlossen wäre. Seitdem sei es abwärts gegangen, auch nach den Klarstellungen in der Presse und in Gesprächen mit Gästen habe es sich nicht gebessert. Anhand der Umsätze sei das Ende dann irgendwann abzusehen gewesen. „Die Kneipe bringt einfach nicht mehr das Geld ein“, bringt es der Wirt auf den Punkt.

Wie geht es mit der Immobilie nun weiter?

Das habe nun auch der Vermieter der Immobilie, die Eigentümergesellschaft Lemmer, eingesehen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier noch mal eine Gaststätte geben wird. Aber ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wie es mit der Immobilie weitergeht“, erklärt Joachim Mansfeld.

Genauso wenig kann er derzeit sagen, wie es für ihn und seine Frau Jeanette weitergehen soll. Erst vor zwei Wochen erlitt auch sie einen Herzinfarkt, nun das Aus des gemeinsamen Gasthofes. „Ich habe schon bei den Herzinfarkten meines Mannes mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuschmeißen“, gibt Jeanette Mansfeld zu. Ob sie gemeinsam noch einmal etwas eröffnen, steht in den Sternen.

Mit der Schließung von „Haus Potthoff“ verliert Dröschede nun also seine letzte Kneipe. „Das war vorauszusehen, dass das so kommt“, sagt einer der letzten Gäste, die am Donnerstag noch einmal auf ein Bier vorbeigekommen sind. Eine große Abschlussfeier gab es nicht, dafür sei auch die Zeitspanne zwischen Entscheidung und dem letzten Öffnungstag zu kurz gewesen. Auch für große Gefühle war bislang noch keine Zeit. „Momentan fühle ich noch sehr wenig“, sagt Joachim Mansfeld. Der vielleicht letzte Wirt von Dröschede.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik