Wirtschaft

Aus Kottmann wird Unisan

Bald ein Foto von historischem Wert: Der Schriftzug der Kottmann Technology GmbH in Dröschede wird im Zuge der Übernahme durch Uniwell verschwinden.

Foto: Michael May

Bald ein Foto von historischem Wert: Der Schriftzug der Kottmann Technology GmbH in Dröschede wird im Zuge der Übernahme durch Uniwell verschwinden. Foto: Michael May

Dröschede.   Die Uniwell GmbH aus Bayern hat das Dröscheder Unternehmen übernommen. Allmählich wird der Name Kottmann verschwinden.

Das heimische Unternehmen Kottmann mit Sitz im Dröscheder Gewerbegebiet Zur Helle ist von der fränkischen Uniwell Rohrsysteme GmbH & Co. KG übernommen worden. Das meldete am Freitag das Branchenportal „Haustechnikdialog.de“. Beide Unternehmen sind mit Rohr- und Schlauchsystemen auf dem internationalen Markt vertreten.

Zwischen beiden habe es seit den 2000er Jahren eine Zusammenarbeit im Produktionsbereich gegeben, die sich vor drei Jahren zu einer Partnerschaft ausweitete. „Ziel ist es, unsere Marktposition auszubauen“, begründete der für die einzelnen Standorte verantwortliche Uniwell-Geschäftsführer Tim Friedl. Um die Kottmann-Geschäfte wird er sich künftig gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Marc Meyer kümmern.

Produkte laufen vorerst weiter unter Kottmann

Geplant sei, Kottmann als eigenständige Uniwell-Tochter mit dem Produktionsstandort Dröschede bestehen zu lassen – allerdings unter neuem Namen, wie die Heimatzeitung aus den Unternehmen erfuhr. Friedl: „Aus Kottmann wird zukünftig die Unisan Schlauchsysteme GmbH, während die Produkte zunächst den bisherigen Namen behalten werden.“ Dadurch werde die Bedeutung der Kottmann-Produkte für den sanitären Bereich hervorgehoben werden. Das Unternehmen Uniwell existiert inzwischen seit 28 Jahren und produziert neben seinem nördlich von Bamberg gelegenen Stammsitz Ebern außerdem in der tschechischen Stadt Zdikov. „An beiden Standorten beschäftigen wir jeweils rund 200 Mitarbeiter.“

Nach Unternehmensangaben beträgt der Jahresumsatz etwa 40 Million Euro. Für Kottmann arbeiten nach Auskunft von Marketingleiterin Isabella Burchardt momentan etwa 100 Mitarbeiter am Standort Iserlohn und weitere 60 in Bulgarien. Der Umsatz soll 2015 bei 16 Millionen Euro gelegen haben. Das Unternehmen kann in diesem Jahr auf eine 60-jährige Geschichte zurückblicken. Hinter ihnen liegen turbulente Jahre. Im Herbst 2011 wurde über das Kottmann-Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet und zwischenzeitlich gehörte es zu einer Investorengruppe in Bad Kreuznach.

„Seit Längerem sind wir wieder inhabergeführt und aus dem Gröbsten raus“, sagt die Marketingleiterin. Die Zukunftsaussichten seien gut. „Es besteht ein Bauboom, deshalb sind unsere Produkte gefragt.“ Friedl schließt Verlagerungen zwischen den Kottmann-Standorten Dröschede und Plovdiv in Bulgarien allerdings nicht aus, betont aber, dass zunächst alles bleibe wie es ist. Das gelte auch für die Ansprechpartner am Standort Dröschede. Lediglich das von Uniwell genutzte EDV-System werde momentan schon auf Kottmann übertragen.

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