Sturmschäden

B 236-Vollsperrung: 200 Bäume drohten am Schälk umzustürzen

Kein Durchkommen: Zwischen Dienstagabend und Mittwochmittag blieb die Letmather Straße (B 236) zwischen Letmathe und Ergste gesperrt, nachdem ein Baum auf ein Auto gestürzt war.

Kein Durchkommen: Zwischen Dienstagabend und Mittwochmittag blieb die Letmather Straße (B 236) zwischen Letmathe und Ergste gesperrt, nachdem ein Baum auf ein Auto gestürzt war.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Letmathe.  Nachdem am Dienstag ein Baum auf ein Auto gestürzt war, wurde die Letmather Straße gesperrt. Bis Mittwochmittag fällten Arbeiter vor allem Eschen.

Die Sturmböen am Dienstagabend haben im Waldgebiet am Schälk zahlreiche geschwächte Bäume getroffen, von denen einer auf ein Auto stürzte. In Folge blieb die B 236 zwischen Dienstagabend und Mittwochmittag gesperrt. Ein Arbeitertrupp von Straßen NRW war zusammen mit einer durch den betroffenen Forsteigentümer beauftragten Fachfirma über Stunden mit schwerem Gerät im Einsatz, um alle vom Umstürzen bedrohten Bäume zu fällen und die Straße zu sichern.

Dienstag, gegen 18 Uhr: Ein Sturmtief mit heftigen Böen zieht über weite Teile von Nordrhein-Westfalen hinweg. Entlang der B 236 zwischen Letmathe und Ergste stehen viele Eschen, die unter dem trockenen Sommer gelitten haben und von denen viele nachhaltige Schäden davongetragen haben. Ein Autofahrer kommt mit dem Schrecken davon, als ein Baumstamm auf das Dach seines Mazda stürzt, den Sachschaden beziffert die Polizei später mit 2000 Euro. Zufällig fährt direkt hinter ihm ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes, so dass nicht nur die Polizei, sondern praktisch sofort auch Straßen NRW als zuständiger Straßenbaubetrieb Meldung über den Vorfall erhält.

Bagger mit Spezialgreifer ermöglicht schnelles Fällen

Der Landesbetrieb sorgt auf Anweisung des Ordnungsamtes dafür, dass die Straße zwischen dem Abzweig zur Grürmannsheide am Gasthof „Zum Schälk“ und der Einmündung Tiefendorfer Straße und der gleichnamigen Bushaltestelle gesperrt wird. Zu groß ist die Gefahr durch weitere vom Umstürzen bedrohte Bäume – 200 hängen am seidenen Faden, befürchtet die Feuerwehr.

Am Mittwochmorgen rücken Arbeiter mit Kettensägen und schwerem Gerät an, ein Fällbagger mit einem so genannten Harvesterkopf: „Da ist unten eine Klinge dran, damit kann der die Baumstämme knacken. Das ist eine immense Arbeitserleichterung“, erklärt Vorarbeiter Dirk Kollöchter von Straßen NRW. Zumindest Bäume direkt an der Straße können auf diese Weise sehr zeiteffizient gefällt und aufgestapelt werden. Spätestens ab der dritten oder vierten Reihe müssten jedoch Arbeiter zu Fuß und von Hand ran: Mit der Kettensäge. Der Ruf „Baum fällt!“ wechselt sich alle paar Minuten ab mit dem charakteristischen Rascheln stürzender Bäume, gefolgt von einem dumpfen Aufprall.

Währenddessen ist für viele Autofahrer an der halbseitigen Sperrung am Abzweig Grürmannsheide oder spätestens wenige Kilometer weiter Schluss. Der Fahrer eines BMWs bemerkt die Absperrung erst im letzten Moment, legt eine Vollbremsung hin und kommt mit quietschenden Reifen zum Stehen. Der Fahrer eines Lastwagens auf dem Weg nach Ergste ignoriert die Sperrung des rechten Fahrstreifens und steht wenig später frustriert vor der Vollsperrung. Ein unerschrockener Radfahrer fährt bis kurz vor den Bagger, steigt ab und schiebt seinen Drahtesel geduckt unter einer Esche durch, die gerade über die Fahrbahn gefallen ist. Im Radio ist zu hören, die Sperrung werde sich noch über Tage hinziehen – eine Schreckensnachricht für die vielen Pendler, die diese Route täglich nutzen. Auch die Buslinie 5 der MVG ist betroffen.

Vorfälle häufen sich, aber Ella und Kyrill waren schlimmer

Am Mittwoch jedoch können die Pendler aufatmen, denn bis zum Mittag haben sich die beiden Teams über eine Distanz von mehreren hundert Metern durch den Wald gearbeitet. Einsätze dieser Art sind derzeit keine Seltenheit, aber es könnte schlimmer sein, meint Dirk Kollöchter: „Ich erinnere mich an Ella und Kyrill, das waren ganz andere Dimensionen. Wir hatten zuletzt häufig das Glück, dass die Bäume von der Straße weg gekippt sind.“ Das Holz des Forstbesitzers werde in der nächsten Zeit von einer Fachfirma gehäckselt und entsorgt.

Ende November war die Oeger Straße zwischen Letmathe und Hohenlimburg auf ähnliche Weise betroffen, wegen vom Umstürzen bedrohter Bäume blieb die Straße für mehrere Tage gesperrt. Verletzte waren bislang nicht zu beklagen.

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