Modernisierung

Bahnhof bleibt Baustelle bis 2019

Seit Monaten hat es an der Unterführung keinen Baufortschritt mehr gegeben.

Foto: Oliver Bergmann

Seit Monaten hat es an der Unterführung keinen Baufortschritt mehr gegeben. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Die Deutsche Bahn hält die Fertigstellung des Bahnhofs Letmathe im Laufe dieses Jahres kaum für realisierbar. Die Arbeiten begannen im Sommer 2015.

Eine Überraschung ist es zwar längst nicht mehr, aber trotzdem wirkt der Moment der Bekanntgabe von offizieller Seite wie ein Schock: Die Deutsche Bahn hält es kaum für möglich, dass der Bahnhof Letmathe noch in diesem Jahr fertiggestellt wird.

Das geht aus einem Antwortschreiben der Konzern-Pressestelle an die heimische Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag (SPD) hervor, die selbst bei der Bahn eine Anfrage zum Stand der Sanierungasarbeiten gestellt hatte. Darin heißt es unter anderem weiter: „Zum einen sei festgestellt worden, dass die Bausubstanz der Personenunterführung qualitativ schlechter als angenommen ist.

Ohne Sperrpausen kein fertiger Mittelbahnsteig

Da im Bestand gebaut werde, ließe sich trotz gründlicher Planung der tatsächliche Zustand leider nicht immer im Voraus feststellen. Dadurch sei eine zusätzliche Stützkonstruktion erforderlich geworden, die geplant und genehmigt werden musste.“ Bereits als im Herbst 2015 der Baufortschritt erstmals ins Stocken geriet, wurden Stimmen laut, nach denen die Personenunterführung eigentlich abbruchreif sei. Die Bahn dementierte damals, und wollte auch von einem Baustopp nichts wissen.

Als weiteren Grund gibt die Pressestelle die Einrichtung von Sperrpausen an. Sie sind nötig, um den Mittelbahnsteig fertigzustellen. Eine Sperrpause sei im vergangenen Jahr zwar genehmigt gewesen, sie hätte aber auf Grund eines Kältereinbruchs nicht genutzt werden können. Im Zuge des deutlichen Anstiegs des Bau- und Modernisierungsvolumens an den Bahnhöfen in NRW hätten weitere Sperrpausen mit Rücksicht auf die Auswirkungen für die Reisenden nicht genehmigt werden können. Hoffnung machte die Bahn dann erneut im Herbst vergangenen Jahres: Der damaligen Mitteilung zufolge fehlte lediglich der Anschluss der Beleuchtung an eine 50-Hertz-Anlage. „Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, folgt der Abnahmeprozess und der Halt der Züge kann dann verschoben werden.“

Beobachtungen rund um die Belauchtungsanlage

Dass die Fahrgäste bis heute darauf warten, wieder im Bereich der Bahnsteig-Zugänge ein- und aussteigen zu können, hat laut Bahn mit einem Diebstahl zu tun. Die Langfinger hatten es ausgerechnet auf das Kabel abgesehen, das zum Anschluss der Beleuchtung nötig war.

Augenzeugen wollen die Lampen allerdings schon leuchten gesehen haben – deutlich vor dem vergangenen November. „Wir haben über mehrere Tage hinweg beobachtet, dass die Beleuchtung angebracht und wieder demontiert worden ist“, sagte vor knapp einem Jahr ein Anlieger auf Nachfrage der Heimatzeitung. Auf die erneut aufgeschobene Fertigstellung ist inzwischen mit der Reparatur der Behelfsunterstände reagiert worden. Für die vielen Fahrgäste, die den Bahnhof Letmathe täglich bei Wind und Wetter nutzen, ist das ein schwacher Trost. Der Weg zu den Zügen bleibt lang.

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