Infrastruktur

Bahnhof: Tristesse nimmt kein Ende

Obwohl noch kein Fahrgast unter dem neuen Bahnsteigdach auf einen Zug gewartet hat, musste es bereits repariert werden.

Obwohl noch kein Fahrgast unter dem neuen Bahnsteigdach auf einen Zug gewartet hat, musste es bereits repariert werden.

Foto: Oliver Bergmann

Genna.   Die Deutsche Bahn macht weiterhin keine klaren Angaben zum Baufortschritt.

Die Züge kommen und fahren, wenn auch manchmal etwas verspätet. Viel ärgerlicher: Sie sind nach wie vor das Einzige, was abgesehen vom Güterverkehr am Bahnhof Letmathe in Bewegung ist. Dabei keimte Ende Januar Hoffnung auf. Bei einem Ortstermin, an dem auch die Zweckverbände Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Ruhr-Lippe (ZRL) in Letmathe teilnahmen, wurde von diesen noch gesagt, man wolle den Druck auf die Bahn erhöhen und dadurch eine schnellere Fertigstellung erwirken (wir berichteten). Drei Monate später ist die Lage unverändert trist.

„Die DB tut sich auch uns gegenüber mit einer Erklärung für den schleppenden Baufortschritt schwer“, sagt NWL-Sprecher UIi Beele. Es sei von Problemen mit beauftragten Unternehmen und Materialdiebstählen die Rede. Doch das ist nichts, was die Letmather nicht schon einmal gehört hätten. Auf ein gestohlenes Kabel führte die Bahn beispielsweise im November 2017 zurück, dass die Züge noch nicht wieder im überdachten Bereich des Mittelbahnsteigs nahe den Treppen halten.

Bahn hält Fertigstellung in diesem Jahr für unrealistisch

Eine entsprechende Anzeige ist bei der Polizei allerdings nie eingegangen. „Im Juni soll der Haltebereich wieder dorthin verlegt werden“, berichtet Beele. Das habe die Bahn zuletzt gegenüber dem NWL geäußert. Dazu gehörte auch die Ankündigung, die Aufzüge bis zum Ende dieses Jahres einbauen zu lassen. Beele sagte, man drücke die Daumen, dass es diesmal klappe. „Aber wir sind skeptisch.“

Diese Haltung ist offenbar auch angebracht, denn auf die jüngste Anfrage zum Stand der Dinge erneuerte ein Bahnsprecher die Aussage, die schon zu Jahresbeginn für Resignation sorgte: „Derzeit gehen wir von einer Fertigstellung der Maßnahmen nicht vor Ende 2018 aus.“ Untätig sei man auf Konzernseite nicht, heißt in der schriftlichen Antwort außerdem. „Aktuell konsolidieren die Projektverantwortlichen die nächsten Schritte, um den Pflasterbelag sowie die finale Beleuchtung am Mittelbahnsteig zu erstellen. Außerdem werden die weiteren Schritte geplant, um die Aufzüge in Betrieb zu nehmen sowie den Halt der Züge am Mittelbahnsteig zu verlegen.“

Das sind allerdings Äußerungen, die seit zwei Jahren getätigt werden und die in den Ohren der Reisenden inzwischen wie Hohn klingen. Erreicht worden sei nach Bahnangaben außerdem, dass „alle am Bau Beteiligten das Erscheinungsbild und die Sauberkeit der Baustelle spürbar verbessert“ hätten.

In Vergessenheit ist der Bahnhof nicht geraten

Zudem seien im April am Dach des Mittelbahnsteigs kurzfristig mehrere Mängel behoben worden, darunter Undichtigkeiten. Kleine Arbeiten sind tatsächlich nicht zu leugnen. Seit Ende des Winters kann die Treppe zwischen Unterführung und Hausbahnsteig wieder in voller Breite genutzt werden, die provisorischen Unterstände sind repariert worden und das Wasserproblem in der Unterführung ist nach Bekanntwerden zeitnah beseitigt worden.

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