Gymnasium

Besonderes Raketen-Feuerwerk zum Jubiläum

Letmathe.   Das Gymnasium Letmathe feierte sein 50-jähriges Bestehen mit einem großartigen Schulfest mit vielen Attraktionen.

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Spektakuläre Raketenstarts, ein beeindruckender Poetry-Slam-Wettbewerb, Kletterturm, Theater, Modenschauen, jede Menge Musik und dazu demonstrierende „Hippies“ – vom Schulfest, mit dem am Samstag das 50-jährige Bestehen des Letmather Gymnasiums gefeiert wurde, wird man sicherlich noch in einigen Jahren, ja wenn nicht gar Jahrzehnten sprechen.

Im Mittelpunkt stand die Präsentation der Ergebnisse, die die 684 Schüler zusammen mit ihren 64 Lehrern in den drei vorangegangenen Projekttagen unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ erarbeitet hatten. Welche Folge eine solche Zeitreise haben kann, wurde deutlich, kaum dass am Samstag der Bratwurst-Verkauf begonnen hatte: „Meat is murder“ („Fleisch ist Mord“) stand unter anderem auf den Protest-Plakaten mehrerer „Hippies“.

Fast ein halbes Jahrhundert nach Woodstock war Politik-Lehrer Dirk Baron mit 13 Oberstufen-Schülern in die Zeit der „Blumenkinder“ eingetaucht. „Wir wollten mehr wissen über das Lebensgefühl gerade auch von Kindern und Jugendlichen zur Zeit der Gründung unserer Schule.“ Musiklehrer Konrad Dickhaus sorgte für die passende Musik mit LPs von den Beatles, den Rolling Stones, The Who und Simon & Garfunkel aus der schuleigenen Sammlung. Politische Aussagen von Jimi Hendrix & Co. wurden analysiert, ein Zelt in VW-Bulli-Form besorgt, T-Shirts gebatikt und vegane Plätzchen gebacken. „Und wir demonstrieren, wo es nötig ist“, sagte Baron mit einem Augenzwinkern. So geplant am Grillstand, und auch mal ganz spontan mit einem „Make love, not war“-Schild bei den insgesamt 30 Raketenstarts auf dem Schulhof.

„Silver Lightening 1“ hatte sogar einen Fallschirm

Wobei die aber keinerlei kriegerischen Hintergrund hatten, sondern vielmehr das Feuerwerk zum Jubiläum symbolisieren sollten, wie Physiklehrer Christian Tilly erklärte, der mit seiner Kollegin Judith Noll den Workshop anbot, der bereits bei den letzten Projekttagen 2014 begeistert hatte. 30 Schüler aus Klasse 6 bis 9 machten sich diesmal ans Bauen und Testen von mindestens zwei der aus PET-Flaschen bestehenden Wasserraketen, die mit bis zu 8 bar Luftdruck „geladen“ wurden.

So wie die mit einer Länge von 2,16 Metern größte von Marc-Kevin Klein. Der Zwölfjährige aus der Klasse 8a hatte darin neben sieben Flaschen sogar noch einen Fallschirm eingebaut, der am Ende eines bis in etwa gut 40 Meter Höhe reichenden und elf Sekunden langen Fluges zumindest so rechtzeitig auslöste, dass der Aufprall der „Silver Lightening 1“ neben dem Schulhof gemindert wurde. Auch beim zweiten Durchgang hatte Marc-Kevin, der Ingenieur werden möchte, mit der etwas kleineren „Lightening 2“ und 7,5 Sekunden die Nase vorn, knapp vor Eric Repp (Klasse 9c) und Paul Otschipka (9b) mit 7 sec. und Jannik Schonefeld und Max Kreinberg (beide 7c) mit 6,4 sec., die auch schon bei den ersten Starts auf dem Treppchen gelandet waren.

Zwei Durchgänge gab es auch bei der Premiere des Poetry-Slam-Wettbewerbs in der Aula. 15 Schüler aus Klasse 9 bis Stufe Q2 hatten mit ihren Deutschlehrerinnen Michaela Tolle und Melanie Hughes sowie mit Mariam Haeuser vom westfalenweiten Slam-Schul-Projekt „Sprich dich aus“ (das auch noch mit Karsten Stracke am Samstag den Moderator stellte) zunächst einmal Schreibübungen gemacht, dann mehrere Texte verfasst und den Auftritt mit dem ihrer Meinung nach stärksten geübt. Der 15-jährige Luca Ströhmann überzeugte dabei beispielsweise im zweiten Durchgang mit seinen Gedanken über Geld die Zuschauerjury so sehr, dass er die Höchstpunktzahl bekam und jetzt weiter „slammen“ will, und die Schule überlegt, dass in einem Literaturkurs anzubieten.

Das waren nur drei von 36 Projekten, die am Samstag präsentiert wurden. Dazu kamen unter anderem noch die Essen- und Getränke-Stände, an denen rund 100 Eltern mithalfen, eine Tombola, deren 500 garantierte Gewinnlose in 68 Minuten verkauft waren, Musik (so zum Beispiel mit den Bands „O’Phrenic“, „Rabbit“ und „2Feelings“) und zum Abschluss noch die Übertragung des Derbys. Mit dem Unentschieden konnten Schulleiter Peter Wiedemeier (Schalke-Fan), sein Stellvertreter Tobias Hommel (neu­tral) und Oberstufenkoordinator Siegfried Buss (BVB, aber noch mehr Roosters) dann gut leben. Mit dem gelungenen Ablauf des Festes, der guten Resonanz und Stimmung zeigten sie sich sehr zufrieden. Einziger Wermutstropfen: Der für Freitagabend geplante Auftritt von Prof. Dr. Metin Tolan hatte leider kurzfristig aus organisatorischen Gründen abgesagt werden müssen, wird aber im Frühjahr nachgeholt.

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