Stadtentwicklung

Besserer Verkehr und der Bahnhofsvorplatz als Kronjuwel

Im Fokus der Stadtplaner steht der Bereich zwischen Bergstraße (Süden), Schwerter Straße (Westen), Berliner Allee (Norden) und Flehmestraße (Osten).

Im Fokus der Stadtplaner steht der Bereich zwischen Bergstraße (Süden), Schwerter Straße (Westen), Berliner Allee (Norden) und Flehmestraße (Osten).

Foto: Alexander Barth / IKZ

Letmathe/Genna.  Die Verwaltung hat ehrgeizige Pläne für die Mobilität in Letmathe und Genna.

Es läuft nicht alles rund mit dem Verkehr in und um die Letmather Innenstadt – das lässt sich durchaus nicht nur auf den Wunsch nach mehr Kreisverkehren münzen. Die im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts „2040“ beauftragen Berliner Planungsbüros empfehlen tatsächlich einen Kreisverkehr zur Entschärfung der Situation am Alten Markt, aber auch beim ÖPNV sehen die Experten Luft nach oben: Bus und Bahn müssten besser aufeinander abgestimmt, der Bahnhof als Zentrum der Mobilität aufgewertet werden.

Verkehrsknotenpunkte und ÖPNV verbessern

Und es soll sich tatsächlich etwas tun. Die Verwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verkehrsknotenpunkt Alter Markt, Schwerter Straße und Von-der-Kuhlen-Straße bis 2023 umzugestalten. Wie diese Lösung genau aussehen wird, steht noch nicht fest. In den nächsten Jahren soll in der Innenstadt und Genna noch einer ganzen Reihe weiterer Problemzonen zu Leibe gerückt werden. Der Bahnhofsvorplatz soll besser an den Letnetti-Platz angebunden und der nervenzehrende Rückstau vor dem Bahnhof reduziert werden. Auch die Situation für Fußgänger an den Bahnübergängen hat die Verwaltung im Blick. Die Bushaltestellen sollen, übrigens auch in anderen Ortsteilen, eine Aufwertung erfahren.

Die Sicherheit im Straßenverkehr, das ist das Ergebnis nicht nur einer eigenen Bestandsaufnahme der Verwaltung, sondern auch von Bürgerbeteiligungen, ist in vielen Fällen durch zu schnelles Fahren gefährdet. Statt sich auf Tempolimits zu verlassen, sollen bauliche Maßnahmen Autofahrer zwingen, auf die Bremse zu treten: Aufpflasterung in Kreuzungsbereichen, Fahrbahnverengung in Wohngebieten und Versatz durch wechselseitig ausgewiesene Parkbereiche gelten dabei als wirkungsvoll.

In Genna, wo oftmals Lastwagen den Verkehr dominieren, sollen Gennaer Straße und Bergstraße entlastet werden. Die Strategie: die Routen zu und von den südlich der Gleise gelegenen Betriebe (vor allem Hermesmann, Hexion, Lobbe, Schütte und Meyer) auf den Stenglingser Weg konzentrieren. Da sich die ohnehin schon überschaubaren Öffnungszeiten der Schranken durch zunehmenden Verkehr auf der Schiene zukünftig noch weiter zu verkürzen droht, könnte eine Lösung wie diese ein regelmäßiges Verkehrschaos im Bereich des Bahnhofs verhindern oder zumindest erheblich abmildern. Damit der Plan aufgeht, soll die schmale Bergstraße ausgebaut und mit Wendemöglichkeiten ausgestattet werden.

Regionale-Zuschlag für denBahnhofsvorplatz erhofft

Auch mit dem so genannten ruhenden Verkehr, dem Thema Parken, haben sich Planungs- und Verkehrsausschuss befasst. Am Bahnhof sowie in den Bereichen Gennaer Straße, Kanalstraße und Luisenstraße sollen die Karten neu gemischt werden. Wie hoch der Stellplatzbedarf im neuen Mischquartier Genna ausfällt, wo und wie viele Beschäftigte und Besucher der ansässigen Firmen parken und wie groß der Bedarf an Park-and-Ride-Stellplätzen ist – all das sind Fragen, mit denen sich die Planer beschäftigen.

Der Bahnhofsvorplatz soll zum Kronjuwel werden: Mit ihrem Konzept, das Anwohnern wie Touristen eine hohe Aufenthaltsqualität garantieren soll, hofft die Stadt, abermals den Zuschlag bei der Strukturförderung „Regionale“ des Landes NRW zu gewinnen – die nächste Chance besteht 2025.

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