Feuerwehr

Feuer in Letmathe-Oestrich: Mit dem Bohrhammer zum Brandherd

Über eine in die Wand gestemmte Öffnung führten Brandschützer unter Atemschutz Löschschaum zum Brandherd.

Über eine in die Wand gestemmte Öffnung führten Brandschützer unter Atemschutz Löschschaum zum Brandherd.

Foto: Feuerwehr Iserlohn

Oestrich.  Der Brand der Absauganlage einer Metallfirma in Oestrich hat am Montag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst.

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Löscheinsatz am Montagmorgen: Mit mehr als 50 Kräften sind Berufs- und Freiwillige Feuerwehr zur Straße Im Mühlental ausgerückt, nachdem um 6.58 Uhr ein Notruf eingegangen war. Mitarbeiter der Mevega GmbH, die Metall verarbeitet und veredelt, meldeten den Brand einer Anlage, die Luft absaugt und filtert. Diese befindet sich in einem turmartigen Anbau des Fabrikgebäudes.

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, sorgten die Flammen für eine starke Rauchentwicklung, berichtet die Feuerwehr. Beschäftigte waren bereits mit Handfeuerlöschern zur Tat geschritten, konnten aber nicht viel ausrichten. Die Brandschützer bekämpften das Feuer zunächst mit rund 100 Kilogramm Löschpulver, das über eine Klappe eingebracht werden konnte. Den Brandherd zu erreichen und zu ersticken, gestaltete sich langwierig für die Retter, die schließlich buchstäblich durch die Wand gingen: Mit zwei elektrischen Bohrhämmern durchbrachen sie das Mauerwerk und leiteten durch die so geschaffene Öffnung Löschschaum in die Anlage.

Alarm über Handy-App als Vorsichtsmaßnahme

Für diese Arbeit auf dem Dach, in unmittelbarer Nähe des Brandes, ordnete die Einsatzleitung volle Atemschutzausrüstung an. Über die Warn-App „Nina“ ließen die Behörden die Bevölkerung um Umkreis warnen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Giftige Stoffe aus der Galvanik seien jedoch nicht in Brand geraten, erklärte Feuerwehrsprecher Stefan Buchen vor Ort: „Natürlich entweichen bei einem Brand immer giftige Gase, von einer besonderen Gefährdung kann man hier aber nicht sprechen. Die Warnung haben wir vor allem wegen der Geruchsbelästigung ausgegeben.“

Die Mitarbeiter räumten das Gebäude rechtzeitig, so dass keine Verletzungen durch Rauchgase zu beklagen sind. Da sich der Brand auf die an der Außenwand der Halle angebaute Absauganlage beschränkte, blieb das Risiko, dass das Feuer auf weitere Teile des Komplexes oder benachbarte Gebäude übergreifen könnte, gering. So blieb auch die unmittelbar daneben gelegene Firma Blanke verschont. Am Mevega-Standort befand sich früher die Friederici GmbH, die vielen Letmathern noch vertrauter sein dürfte. Bis zum Mittag hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle, die endgültige Löschung und die Aufräumarbeiten zogen sich noch in den Nachmittag hinein. An der Friedrich-Ebert-Straße richtete die Feuerwehr einen Sammelplatz ein. Angaben zur Höhe des Sachschadens lagen am Montag noch nicht vor.

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