Glaube

Brücken bauen und versöhnen

Burckhardt Hölscher am Fischrelief in der Friedenskirche: Unter den Steinen vom Europatag sind auch zwei aus Ungarn und Polen. Vertreter der beiden Länder werden auch am Sonntag in Letmathe erwartet.

Burckhardt Hölscher am Fischrelief in der Friedenskirche: Unter den Steinen vom Europatag sind auch zwei aus Ungarn und Polen. Vertreter der beiden Länder werden auch am Sonntag in Letmathe erwartet.

Foto: Privat

Letmathe.  Die Landeskirche feiert das 25-jährige Bestehen der Solidaritätsaktion „Hoffnung für Europa“ in der Letmather Friedenskirche.

Eine gute Partnerschaft mit dem Osten Europas ist Pfarrer Burckhardt Hölscher eine Herzensangelegenheit. Die große Freundschaftstour Ende August mit dem Fahrrad in Letmathes polnische Partnergemeinde in Jauer war dabei nur der letzte große Höhepunkt in seinem Bemühen, an Freundschaft, Versöhnung und einem helfenden und unterstützenden Miteinander mitzubauen. Und diese Fahrt hat für den Pfarrer der Evangelischen Friedenskirche auch nochmal seine tiefe Überzeugung bestärkt, dass gerade den Kirchen bei der Öffnung in Richtung Osten eine besondere und wichtige Aufgabe zukommt. „Wir Christen haben doch die beste Möglichkeit, aufeinander zuzugehen“, sagt er. Auf politischer Ebene seien die Verwerfungen doch oft zu groß.

In diesem Zusammenhang passt es sehr gut, dass die Solidaritätsaktion „Hoffnung für Europa“ ihr 25-jähriges Bestehen am kommenden Sonntag in Letmathe feiert. Seit 1994 fördert „Hoffnung für Osteuropa“ in Westfalen sozialdiakonische Projekte in Mittel- und Südosteuropa. Denn bis heute sind viele Menschen im Osten und Süden Europas bitterarm. Hohe Arbeitslosigkeit, kaum Industrie und ein niedriges Bruttosozialprodukt sind nur einige Probleme. „Hoffnung für Europa“ ist ein bundesweiter Aktionskreis und in der Landeskirche von Westfalen dem Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) angegliedert. „Unsere Arbeit bleibt auch nach einem Vierteljahrhundert unverzichtbar“, sagt Thomas Krieger von MÖWe. Vor allem Menschen mit Behinderungen, Ältere, arbeitslose Frauen und Männer, Angehörige von Minderheiten sowie Dorf- und Landbewohner bräuchten die Hilfe diakonischer Initiativen, Kirchengemeinden und humanitärer Einrichtungen. Seit 25 Jahren werde Versöhnungsarbeit geleistet. Dabei gehe es auch immer darum, Zeichen für ein gerechtes und soziales Europa zu setzen.

Im Rahmen der Europatage Mitte Mai, als die Letmather Gemeinde Vertreter aus den Iserlohner Partnerstädten – darunter auch aus Nyíregyháza in Ungarn und Chorzów in Polen – eingeladen hatte, kam es zu einer ersten Zusammenarbeit mit MÖWe in Letmathe. Damals war die Steinsammlung aus den europäischen Partnerstädten unter dem Fischrelief in der Friedenskirche entstanden, und die Veranstaltung verlief so positiv, dass die Landeskirche ihre zentrale Jubiläumsfeier von „Hoffnung für Europa“ in die Friedenskirche legt.

Das Jubiläum steht unter dem Motto „Brücken bauen und versöhnen“. Der Festgottesdienst startet am Sonntag, 10. November, um 10.15 Uhr. Damit wird zugleich die diesjährige Spenden- und Kollektensammlung zugunsten der Aktion eröffnet. Es predigt die Iserlohner Superintendentin Martina Espelöer. Außerdem wirken der Posaunenchor und der Chor der Friedenskirche mit Auszügen aus dem Bonhoeffer-Oratorium mit.

Beim anschließenden Empfang ab 11.30 Uhr mit Mittagessen im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus werden Gäste aus Polen und Ungarn über Entwicklungen und Projekte in ihren Ländern berichten. Erwartet werden Wanda Falk aus Warschau, Direktorin der Diakonie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Polen, und der frühere Militärbischof Dr. Pál Lackner aus Budapest, Bischofsrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn. Zum Gottesdienst und zum anschließenden Empfang sind alle eingeladen.

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