Corona

Bücherei Letmathe: Ende der Durststrecke für Leseratten

Nach der Corona-Zwangspause ist die Zweigstelle der Stadtbücherei in Letmathe wieder geöffnet. Leiterin Stefanie Knippertz nimmt zurückgegebene Bücher entgegen.

Nach der Corona-Zwangspause ist die Zweigstelle der Stadtbücherei in Letmathe wieder geöffnet. Leiterin Stefanie Knippertz nimmt zurückgegebene Bücher entgegen.

Foto: Carolin Meffert

Letmathe.  Die Bücherei in Letmathe hat seit Mittwoch wieder geöffnet. Nach der Rückgabe wird die Lektüre desinfiziert.

Gerade in Zeiten der Pandemie, in der man täglich in den Medien fast nur noch Nachrichten über das Coronavirus liest, wünscht man sich fort in fremde Welten und Abenteuer, die den derzeitigen Alltag vergessen lassen – ein gutes Buch kann da Abhilfe schaffen. Neuen Lesestoff kann man seit Mittwoch auch wieder in der Bücherei-Zweigstelle im Haus Letmathe entdecken. Dort darf nun, mit Abstand und Einhaltung der Hygienevorschriften, wieder in den Bücherregalen gestöbert werden.

„Ich habe es wirklich sehr vermisst. Zu Hause habe ich zwar selbst einige Bücher und ich habe ein paar alte herausgekramt, aber ich bin froh, dass die Bücherei wieder geöffnet hat“, sagt Petra Hannig, die bereits die Chance genutzt und die Bücherei am Freitag besucht hat. „Länger hätte es nicht dauern dürfen“, findet auch Brigitte Peter. Aufgrund der neuen Regelungen in der Bücherei müsse man sich erst einmal zurechtfinden. „Aber die Damen in der Bücherei sind super hilfsbereit und zeigen einem auch den Weg, wenn man sich mal verläuft“, lobt sie.

Pfeile und Schilder weisen den Weg durch die Bücherei

Denn Ein- und Ausgang sind derzeit voneinander getrennt. Der Eingang zum Gewölbekeller dient dabei als Startpunkt. Dort müssen sich Besucher zunächst in eine Liste eintragen, damit eine mögliche Infektionskette nachvollzogen werden kann. Maximal fünf Personen dürfen die Räume der Bücherei betreten. Pfeile auf dem Boden und Schilder weisen den Weg durch die Räume. „Wir haben uns selbst ein Körbchen genommen und haben überlegt, was logisch ist, was man den Leuten zumuten kann und wie sich der beste Weg gestaltet, damit es keine Wartezeiten gibt und die Leute sich möglichst wenig begegnen“, erklärt die Zweigstellen-Leiterin Stefanie Knippertz. Für die Besucher gilt Mundschutzpflicht sowie eine maximale Aufenthaltszeit von 30 Minuten, die lediglich zur Ausleihe und Rückgabe der Medien genutzt werden kann. Computer oder Kopierer zu nutzen oder Zeitungen und Zeitschriften vor Ort zu lesen ist vorerst nicht möglich.

Die Zeit der Zwangspause wurde genutzt, um die Räume und Regale zu putzen, alte Bücher und Medien auszusortieren und neuen Lesestoff zu beschaffen. „Jetzt können alle, die kommen, tatsächlich etwas Neues finden“, ist sich Stefanie Knippertz sicher. Bei der Auslage der Bücher achtet das Team auch auf aktuelle Trends. So gibt es in einem der Bücherregale eine kleine Sammlung an Büchern über Gartengestaltung. „Wir gehen davon aus, dass die Menschen zur Zeit viel zu Hause sind und in ihrem Garten arbeiten“, erklärt sie.

Aber auch Bücher der Bestsellerliste finden typischerweise den Weg in die Bücherei. „Bei einem Bestsellerbuch über Quarantäne habe ich mich gefragt, ob ich das wirklich noch kaufen muss oder ob das Thema nicht doch schon durch ist, wenn wir wieder geöffnet haben“, berichtet sie weiter. Das Buch hat sie dennoch angeschafft, denn es sei davon auszugehen, dass die Menschen die Bücher von der Bestsellerliste lesen wollen.

Und Zeit zum Lesen hätten derzeit viele der Büchereibesucher. Das habe sich nicht erst beim Abholservice in den letzten zwei Wochen der Pause, den die Bücherei angeboten hatte, bemerkbar gemacht, sondern auch an den ersten zwei Öffnungstagen nach der Pause. „Im Moment ist sehr viel los und die Leute nehmen es auch wahr“, so der Eindruck der Büchereileiterin, die sich um die Rücknahme der Bücher kümmert. Auch am Freitag sind zahlreiche Bücher zurückgekommen. „Die kommen dann erstmal in Quarantäne, werden 48 Stunden gelagert, dann gesäubert und können schließlich wieder ausgeliehen werden.“ Zeitlich passe diese Regelung sehr gut, denn die Bücherei hat aufgrund der Maßnahmen nur jeden zweiten Tag geöffnet. „Die Öffnungszeiten sind an die Arbeitszeiten der Mitarbeiter angepasst worden“, erklärt Stefanie Knippertz. Derzeit sind nur drei Mitarbeiter in Letmathe, denn um die Ansteckungsgefahr einzudämmen, dürfen sich die Teams aus Letmathe und Iserlohn nicht vermischen. Die Bücherei ist montags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

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