Gesundheit

Bündnis auf Augenhöhe für den Patienten

Erich Esch (li.), Chefarzt der Geriatrie im Evangelischen Krankenhaus Bethanien (Agaplesion) und Wolfgang Eberz, Leiter des Altenzentrums St. Kilian in Letmathe, unterzeichnen einen Kooperationsvertrags zur besseren geriatrischen Versorgung im Märkischen Kreis in der Cafeteria des Altenzentrums.

Erich Esch (li.), Chefarzt der Geriatrie im Evangelischen Krankenhaus Bethanien (Agaplesion) und Wolfgang Eberz, Leiter des Altenzentrums St. Kilian in Letmathe, unterzeichnen einen Kooperationsvertrags zur besseren geriatrischen Versorgung im Märkischen Kreis in der Cafeteria des Altenzentrums.

Foto: Alexander Barth

Letmathe.  Kooperationsvertrag zur besseren geriatrischen Versorgung im Märkischen Kreis wurde unterzeichnet.

Wir werden immer älter. Diese Entwicklung äußert sich nicht nur in der Statistik, aber hier lässt sie sich besonders anschaulich machen, zum Beispiel mit der Kennzahl des Durchschnittsalters. In Letmathe liegt es inzwischen bei 50 Jahren, was deutlich über dem Wert für Iserlohn (44) liegt, der in etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht. Wie aus der zuletzt veröffentlichten Bevölkerungsstatistik der Stadt Iserlohn hervorgeht, leben in Letmathe knapp 3500 Menschen, die älter als 70 Jahre sind.

Auf diese Entwicklung müssen sich viele Institutionen einstellen. An vorderster Front stehen Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken sowie stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen. Einige von ihnen wollen bei der Versorgung älterer Menschen enger zusammenarbeiten und haben im Altenzentrum St. Kilian einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Neben Gastgeber Wolfgang Eberz, Leiter des Altenzen­trums, zählt auch Dr. Erich Esch, Chefarzt der geriatrischen Abteilung im Evangelischen Krankenhaus Bethanien, zu den Beteiligten.

Augenmerk auf Vernetzung und Kommunikation gelegt

Letzter betonte, dass es sich um ein Bündnis auf Augenhöhe handele: „Weder Herr Eberz noch ich sind hier federführend, und mir geht es bei dieser Sache auch nicht darum, unsere Klinik zu bewerben.“ Stattdessen gehe es darum, eine Verbesserung für die Patienten und Bewohner zu erreichen, in Letmathe, Iserlohn, und darüber hinaus im nördlichen Märkischen Kreis. Konkrete Maßnahmen ließen sich dabei nicht so einfach benennen, erklärte Dr. Esch. Der Vertrag ist demnach vor allem symbolischer Natur, denn der Umgang etwa mit Patientendaten und Medikamenten unterliegt bereits weitreichenden gesetzlichen Bestimmungen.

Das Augenmerk des neuen Netzwerks liege vielmehr auf der Kommunikation im Alltag, auf den Hürden, die sich aus dem Zusammenwirken verschiedener Disziplinen, Institutionen und nicht zuletzt Personen ergeben. „Wir sind alle nur Menschen. Bei unserer täglichen Arbeit sind wir gewisse Abläufe aus unserem eigenen Bereich gewohnt und wissen mitunter gar nicht so genau, auf welche Details es für die anderen ankommt“, so der Chefarzt. Dem Erfahrungsaustausch bei Treffen, für die sich Teilnehmer als Gastgeber abwechseln, komme daher besondere Bedeutung zu.

Die Zusammenarbeit für das Wohl des Patienten kann gerade dann zur Herausforderung werden, wenn dieser nicht oder nicht mehr richtig fit ist und zum Beispiel zuverlässig mit seinen Unterlagen umgeht. „Da kann es zu allen möglichen Pannen kommen“, sagt Esch auf die Frage nach einem Beispiel: „Einmal wurde ein Patient eingeliefert und die Dokumente waren, wie sich hinterher herausstellte, im Rettungswagen liegen geblieben.“ In solchen Fällen zahle es sich aus, gut vernetzt zu sein. Auch viele andere tägliche Herausforderungen wie der Umgang mit schwierigen Patienten oder die Kommunikation mit Krankenkassen seien leichter zu bewältigen, wenn man sich an einen Tisch setze und zwanglos den Austausch suche. Bei einer Auftaktveranstaltung in der Eissporthalle war der Blick auf mögliche Vorbilder in der Region gefallen. Diese würden, etwa in Dortmund, andere Schwerpunkte setzen, erklärte Dr. Esch, denn dort gehe es in erster Linie um Forschung. Auch Gespräche mit dem Netzwerk Demenz Iserlohn hätten voneinander abzugrenzende Aufgabenbereiche ergeben: „Die kümmern sich vorrangig um die Angehörigen, uns geht es um die Betroffenen selbst.“ Jetzt möchte das Netzwerk mehr Teilnehmer zum Mitmachen motivieren: „Vor allem mehr Ärzte könnten wir noch gebrauchen.“

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