Kommunalwahlen 2020

CDU behält in Letmathe die Nase vorn, SPD enttäuscht

Die Wahlbeteiligung lag in Letmathe mit 28 Prozent massiv unter dem Wert von 46 Prozent für ganz Iserlohn.

Die Wahlbeteiligung lag in Letmathe mit 28 Prozent massiv unter dem Wert von 46 Prozent für ganz Iserlohn.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Letmathe.  Die Iserlohner starten durch auf Platz drei, die Grünen haben ihr Ergebnis von 2014 deutlich verbessert.

Nach den Kommunalwahlen am Sonntag sticht als erstes eine geringe Wahlbeteiligung in Letmathe heraus: Nicht einmal jeder dritte Bürger (28,03 Prozent) hat die Möglichkeit der Briefwahl genutzt oder bemühte sich zur Urne – und das trotz geradezu idealen Wahlwetters. Die Beteiligung lag in Iserlohn bei insgesamt 46,13 Prozent. Stärkste Kraft in Letmathe bleibt trotz einiger Verluste die CDU mit 32,53 Prozent (2014: 40,48 Prozent), der deutlich größere Verlierer ist die SPD mit 19,81 Prozent (2014: 33,56 Prozent). Drittstärkste Kraft sind Die Iserlohner mit 14,59 Prozent, knapp dahinter Bündnis 90/Die Grünen mit 13,38 Prozent (2014: 8,41 Prozent).

„Wir sind weiter unangefochten die stärkste Kraft, damit sind wir zufrieden. Sechs von sieben Wahlbezirken haben wir verteidigt und einen dazugewonnen“, kommentiert Karsten Meininghaus, Vorsitzender der Ortsunion Letmathe. Strukturell hätten die Christdemokraten Verluste in den drei zentralen Wahlkreisen hinnehmen müssen, wobei die Schließung des Marienhospitals „vermutlich“ eine Rolle gespielt habe. Wie es mit der Immobilie weitergehe, müsse bald geklärt werden: „Das werden wir angehen.“ Außerdem solle die Umsetzung des Lenneradwegs und der Masterplan Innenstadt auf der Agenda für die neue Legislaturperiode oben stehen. „Auch bei der Entwicklung auf den Dörfern werden wir uns reinhängen“, kündigt Meininghaus an und lobt die Leistung seines Parteikollegen Michael Barth, der wesentlich zum hervorragenden Ergebnis von 42,54 Prozent in seinem Wahlbezirk 19 (Roden/Lössel) beigetragen habe – eins der besten Ergebnisse für die CDU in der ganzen Stadt.

„Traumhaftes“ Ergebnis für Die Iserlohner

Für die Sozialdemokraten kommentiert deren Bürgermeisterkandidat Martin Luckert, man freue sich „über den Gewinn eines Wahlkreises durch Michael Scheffler“, der für die Grürmannsheide verlässlich gute Arbeit geleistet habe. Irritiert zeigt sich Martin Luckert über das Abschneiden der CDU: „Die Schließung des Marienhospitals wurde offenbar weder dem CDU-Landrat Thomas Gemke angerechnet, noch haben die Letmather Wähler berücksichtigt, dass Karsten Meininghaus als Fraktionsvorsitzender im Kreistag offenbar nicht in der Lage war, etwas dagegen zu tun. Das ist nicht nachvollziehbar.“

Michael Joithe, der zur Stichwahl für das Bürgermeisteramt gegen Eva Kirchhoff (CDU) antreten wird, freut sich über das „traumhafte“ Ergebnis in Letmathe: „Toll, dass wir in meiner Heimat so gut abgeschnitten haben. Das ist eine klare Bestätigung, dass auch Letmather Die Iserlohner wählen. Man darf ja nicht vergessen, dass wir aus dem Nichts kommen – zweieinhalb Jahre nach der Gründung sofort drittstärkste Kraft, das ist der Hammer.“ Die Forderungen nach mehr Transparenz und Bürgerbeteiligungen kämen offensichtlich beim Wähler an. In der ersten Legislaturperiode mit den Iserlohnern im Rat solle vor allem die in die Jahre gekommene Innenstadt und die Situation an der Lennepromenade in den Blick genommen werden.

John Haberle, Sprecher der Grünen, freut sich über das Ergebnis in Letmathe, mit dem man allerdings gerechnet habe: „Zwischen zwölf und 14 Prozent hatten wir erwartet.“ Ohne Die Iserlohner wäre mehr drin gewesen, vermutet Haberle. Beim Thema regenerative Energie seien die Bürger aufgeschlossener als noch 2014: „Das Thema Windenergie war für uns früher extrem schwierig, es ging ja schon einmal um die Schälker Heide. Ich glaube dass es inzwischen auch in Letmathe mehr Menschen für sinnvoll halten, in diese Richtung etwas zu unternehmen, auch mit Solarzellen an der Autobahn.“

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