Briefmarken-Großtauschtag

Chinesen und Russen sind heiß auf Münzen aus ihrem Land

Briefmarkengroßtauschtag des Briefmarkensammler-Vereins Iserlohn im Saalbau

Foto: Michael May

Briefmarkengroßtauschtag des Briefmarkensammler-Vereins Iserlohn im Saalbau Foto: Michael May

Letmathe.   Beim Briefmarken-Großtauschtag werden mitunter auch einträgliche Geschäfte mit Münzen gemacht.

Beim großen Briefmarken tauschtag, der am Sonntag von 9 bis 15 Uhr wieder einmal im Städtischen Saalbau stattfand, geht es bei vier Fünfteln aller Anbieter um Briefmarken. Aber es lohnt sich, auch mal einen Blick auf die Tische zu werfen, an denen mit Münzen gehandelt wird. Dort werden zum Teil sehr einträgliche Geschäfte gemacht.

Ein Münzhändler, der bereits in der Mittagszeit abreiste, freute sich, einen dreistelligen Betrag eingenommen zu haben. Zufrieden zeigte sich auch Klaus F. Oehme. Der 83-jährige numismatische Gutachter, der mit seiner Tochter aus Gummersbach angereist war, sagte: „Wir haben einen sehr guten Umsatz gemacht“. Es würden immer mehr Chinesen und Russen auf den Großtauschtagen in Deutschland auftauchen, berichtete der Münzbewerter, der übrigens auch als 83-jähriger noch für die „Martinsmünzen“ beim Bundeswehr-Sozialwerk zuständig ist. Diese Händler und Sammler aus China und Russland würden sehr viel Geld dafür zahlen, die Münzen ihrer eigenen Länder aus westeuropäischem Besitz zu erwerben und so quasi wieder in ihr Land zurückzuholen. In ähnlicher Weise gilt dies für Briefmarken. Auch im Saalbau wurde ein Besucher aus Fernost gesehen.

Ein weiteres Thema in der „Abteilung Münzen“ des Briefmarken-Tauschtags war die zunehmende Fülle von Sonderprägungen, etwa auf Zwei- und Fünf-Euro-Münzen.

Fülle an Sonderprägungen kaum noch zu überblicken

Da sei ja viel Geldmacherei im Spiel, sagte ein 75-jähriger Sammler, der nicht genannt werden möchte. Und die Überfülle an ständig neuen Prägungen mache es dem privaten Sammler immer schwerer, den Überblick zu behalten, zumal nicht nur auf diverse Motiven und Farben, sondern auch auf unterschiedliche Prägeorte zu achten sei.

„Allein von Zwei-Euro-Münzen gibt es 100 bis 200 unterschiedliche Prägungen“, schätzt Sammler Rolf Heinemann aus Plettenberg. Manche kosten das Vielfache von dem, was drauf steht. Der 42-Jährige blättert mal eben im Katalog nach und stößt auf die Zwei-Euro-Münze mit Grace Kelly von Monaco. Für dieses Geldstück, das in kleiner Auflage geprägt wurde, muss man heute laut Katalog rund 1500 Euro hinlegen.

Heinemann hat Verständnis dafür, dass Staaten ihre Kassen durch das Prägen von Sondermünzen aufbessern. Der Andrang auf die Verkaufsstellen zeige ja, dass die Bürger das Angebot gerne nutzen. So werde das Hobby auch immer mehr für junge Leute interessant. „Das Durchschnittsalter ist bei Münzsammlern mittlerweile deutlich niedriger als bei Briefmarkensammlern“, hat Heinemann beobachtet. Die einen seien im Schnitt um die 50, die anderen um die 70 Jahre alt.

Mit dem Großtauschtag sehr zufrieden zeigte sich auch der Veranstalter. Norbert Witte, Vorsitzender des Briefmarkenvereins Iserlohn, schätzt, dass wieder mehr als 100 Briefmarken- und Münzsammler und Händler das Angebot an 60 Tischen im Saalbau genutzt haben.

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