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Chorverbände: Aus drei mach eins?!

Beim Verbandstag des KreisChorVerbandes Iserlohn gab es viel Diskussionsbedarf.

Foto: Michael May

Beim Verbandstag des KreisChorVerbandes Iserlohn gab es viel Diskussionsbedarf. Foto: Michael May

Dröschede.   Der KreisChorVerband Iserlohn thematisiert bei seinem Verbandstag im„Haus Potthoff“ einen Zusammenschluss mit Lüdenscheid und Hönne-Ruhr.

Die Zahl der Chöre sinkt – drastisch. Sie sterben wortwörtlich aus. Zu alt sind ihre Mitglieder, zu wenig Nachwuchs gibt es in den eigenen Reihen. Der KreisChorVerband Iserlohn will sich seinem Schicksal jedoch nicht einfach so ergeben und hat beim Verbandstag am Samstag im „Haus Potthoff“ nach Lösungen gesucht.

„Wir müssen gucken, wie wir dem Chorsterben wieder Herr werden“, betonte Helmut Wegner, der im Rahmen des Verbandstages für drei weitere Jahre als Vorsitzender des KreisChorVerbandes Iserlohn wiedergewählt wurde.

Helmut Wegner kündigt seine letzte Periode ein

Es werden allerdings seine letzten drei Jahre sein. „Ich hatte dann 15 Jahre lang das Amt inne und bin dann 70 Jahre alt.“ Einen 1. oder 2. Geschäftsführer gibt es schon jetzt nicht mehr im Verband, in drei Jahren steht nun auch Wegner nicht mehr zur Wahl des 1. Vorsitzenden. Einen möglichen Nachfolger hat bislang niemand parat.

„Auch den anderen Kreisen geht es ähnlich. Es gibt nur wenige, die die Leitung übernehmen wollen“, sagte Wegner und meint damit vor allem Lüdenscheid und Hönne-Ruhr. Mit ihnen könnten die Iserlohner bald eventuell gemeinsame Sachen machen. In Gesprächen zwischen den Vorsitzenden der einzelnen Verbände gab es bereits erste Überlegungen, sich zu einem großen Verband zusammenzuschließen. Das Ganze sei zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch Zukunftsmusik. Wegner ging es in erster Linie darum, einmal auszuloten, ob die Iserlohner überhaupt zu solch einem Schritt bereit wären.

Die Abstimmung zeigte, dass das offensichtlich der Fall ist. Zwar habe der einzelne Chor erst einmal nichts etwas davon, aber ohne den KreisChorVerband könne man schließlich auch nicht überleben. Bevor dieser nun vor dem Aus stünde, wäre ein Zusammenschluss durchaus denkbar.

Laut Wegner könnte dieser Schritt durchaus auch eine Auswirkung auf die sinkenden Mitgliederzahlen in den Chören haben. Derzeit würden sich nur ganz selten Sängerinnen oder Sänger einem neuen Verein anschließen, wenn sich ihrer auflöst. Durch das größere Gebiet könnte sich das eventuell ändern.

Außerdem sprach sich der 67-Jährige für einen besseren Austausch zwischen den Chören aus. Zwar gäbe es keine Musterlösung, wie man den sinkenden Mitgliederzahlen entgegenwirken und sogar vielleicht neue Sänger gewinnen kann, aber Erfahrungen Einzelner könnten durchaus hilfreich sein. Als positives Beispiel führte er unter anderem den Zusammenschluss der beiden Chöre Hemer-Sundwig und Frönsberg an, die jetzt gemeinsam unter dem Namen Sauerlandchor-Hemer singen.

Aus Männerchören gemischte Chöre machen

In naher Zukunft will man nun zu einem Gedankenaustausch zusammenkommen. Dort soll auch darüber gesprochen werden, inwiefern es möglich ist, aus aussterbenden Männerchören gemischte Chöre zu machen. „Viele Männer scheuen sich momentan noch, mit Frauen zu singen und sind Sturrköpfe“, sagte Wegner. Ein Standpunkt, der mittlerweile allerdings nicht mehr zeitgemäß sei. „Bei uns wurde damals bei nur einer Gegenstimme für einen gemischten Chor abgestimmt. Und die kam von mir. Jetzt leite ich seit 30 Jahren diesen Chor“, sagte Ernst Eichler vom Waldstadtchor Iserlohn. Wer das Leben der Chöre retten wolle, der müsse eben auch für neue Dinge offen sein – dann ginge alles.

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